Datenbank der Kulturgüter
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Sankt Franziskus

Steineberg, Gemeinde Steineberg
Hauptstraße

Katholische Filialkirche

Neugotischer Saalbau. [1] Direkt an der Hauptstraße, inmitten des Ortes, steht die Steineberger Sankt Franziskuskapelle. Beim Durchfahren des Ortes muss man schon genau hinsehen, sonst ist man an ihr vorübergebraust, ohne sie bewusst bemerkt zu haben. Ganz bescheiden, so als wolle sie nicht auffallen, reckt sie ihren kleinen Turm gen Himmel. Viel Platz um sie herum ist nicht, und dennoch ist die Kapelle der Ortsmittelpunkt und der Stolz der Gemeinde. Kann sie ihr Alter auch nicht mit den grossen Kirchen der Nachbarschaft ( Mehren, Daun, Gillenfeld ) vergleichen, so hat sie dennoch schon mehr als ein Jahrhundert auf dem Kirchendach. Kann sie in ihrem Inneren auch nicht Prunk und Reichtum angeberisch zur Schau stellen, so verleitet dennoch ihre schlichte und geschmackvolle Einrichtung zum Betrachten und Schauen, und was viel wichtiger ist, zur Besinnung und zum Gebet. Die heutige Kapelle ist der zweite Kirchenbau, für den unser kleines und nicht sehr reiches Dorf sich bemühte und so viele persönliche und finanzielle Opfer brachte. Wann die erste Kapelle in Steineberg erbaut wurde, weiß heute keiner mehr. Schriftliche Unterlagen sind auch nirgends zu finden. Damit ist man also auf Vermutungen und Indizien angewiesen. Es wird mit größter Wahrscheinlichkeit angenommen, dass die erste Kapelle in Steineberg in den Jahren 1741 bis 1749 erbaut wurde, denn für das Jahr 1750 ist sie schon urkundlich nachweisbar. Sie stand an gleicher Stelle wie die heutige Dorfkirche, aber es war ein kleiner Bau, nicht viel größer als heutige Heiligenhäuschen. Sie war 24 Fuß lang (ca. 7,90 m), 14 Fuß breit (ca. 4,60 m) und 10 Fuß hoch (ca. 3,30 m). Die Kapelle stand etwas tiefer als der Dorfweg, wodurch stets Regen- und Schmelzwasser in das nicht isolierte Bruchsteinmauerwerk eindrang, so das sie nach über 100 Jahren einsturzgefährdert war. Schließlich wurde sie 1861 für baufällig erklärt. Als dann Pastor Hack am 28.10.1869 seine Stelle in Demerath antrat, versuchte er einen Neubau der Kapelle zu verwirklichen. Doch der Versuch durch den Bischof der Diözese Trier, Kollekten für den Kirchenbau zu veranlassen, scheiterte. Es blieb Pastor Hack und den Steinebergern nichts anderes übrig, als aus eigener Kraft und selbstfinanziert, einen Kirchenbau zu wagen. Es bestand bereits ein Grundstock von 100 Reichstaler, die 1828, Peter Michels der Steineberger Kapelle geschenkt hatte, mit der Bedingung, dass die Summe so lange als Kapital stehen bleiben solle, bis die Zinsen zu einer Summe herangewachsen sind, eine neue Kapelle in Steineberg zu erbauen.Im Jahre 1884 war das Kapellenvermögen auf 1900 Mark angewachsen. Aber selbst diese Summe war noch viel zu gering, um an einen Neubau zu denken. Deshalb unternahm Pastor Hack verschiedene Kollekten in der Pfarrei Demerath, bettelte bei Freunden und Bekannten und brachte letztendlich mühsam die erforderlichen Gelder zusammen.Steineberg leistete hilfreich Hand- und Spanndienste, arbeitete Fron, so dass am 03.Aug.1884 der Grundstein für den Neubau der Kapelle gesetzt wurde, dessen Gesamtbaukosten mit 2700 Mark bezeichnet wurden. Am 01.04.1886 wurde die neue Steineberger Kapelle, die statt 2700,- Mark jetzt 5450,- Mark gekostet hat, vom Dauner Dechant, Wilhelm Hörsch, zur Ehre des hl. Franz von Assisi ( Hauptpatron ) und der hl. Edeltrudis ( Zweite Kirchenpatronin ) benediziert. Der alte Säulenaltar, mit 6 bis 8 Bildern, erbaut um 1745, wurde aus der abgerissenen Kapelle übernommen. 1886 wurden die Kreuzwegstationen eingesegnet und die Statue des Steineberger Schutzpatron, des hl. Franziskus, von C. Walter, Trier, für 60 Mark angeschafft. Vermutlich war die 1886 eingeweihte Kapelle noch nicht ganz fertig, denn am 06.02.1889 gestattete der Ortsbeirat, dass Gerüststangen für die Kapelle aus dem Gemeindewald genommen werden dürfen. Nachdem der Gemeinderat 1891 einen Zuschuss von 100 Mark bewilligte, konnten auch die letzten Kirchenbänke angeschafft werden. [2]

Einordnung

Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Katholische Kirchen
Zeit:
1884
Epoche:
Historismus / Jugendstil

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.914133
lat: 50.179884
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet

http://www.steineberg.de/

Datenquelle

[1] Denkmalliste der Generaldirektion Kulturelles Erbe, Rheinland-Pfalz; 2013. [2] Alois Meyer auf der Homepage der Gemeinde http://www.steineberg.de/

Bildquellen

1 Bild: © Dorothea Witter-Rieder, Konz, 2005
2 Bild: © Dorothea Witter-Rieder, Konz, 2005

Stand

Letzte Bearbeitung: 21.09.2015

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