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Ehemalige Eisenerzgrube und Quarzgänge

Irsch, Gemeinde Irsch
Saarburger Straße

Beschreibung

[...] Aber auch mächtigere Quarzgänge sind hier bekannt, welche dem Hauptstreichen der Schieferschichten folgen. Der bedeutendste ist westlich von Irsch an der Straße nach Saarburg sichtbar, setzt als Felsrippe aus dem Schiefer hervorragend auf der rechten Seite des Casselbaches nach dem Bockstein bei Ockfen fort, ... Diesen Hauptgang begleiten noch zwei parallele Nebengänge, welche ebenfalls Felsen bilden. ... Rotheisensteingänge finden sich in der Nähe des mächtigen [...] Quarzganges bei Irsch, ferner östlich von Irsch theils im Streichen des Schiefers, theils denselben in der Richtung von Westen nach Osten durchsetzend. [Grebe, H.: Erläuterungen zur geologischen Specialkarte von Preussen, Blatt Saarburg; Berlin 1880.] Erkundung eines Stollens in Irsch Wohl kaum ein Irscher würde Eisenerzabbau mit Irsch in Verbindung bringen und es gibt eigentlich auch keine Hinweise auf Eisenerz und Eisenerzverhüttung in und um Irsch. Doch einige Irscher berichteten von Eisenerzstollen, die dann im 2. Weltkrieg einigen Irschern Unterschlupf boten. Unweit des Dorfrandes gibt es aber einen unscheinbaren und sehr engen Eingang in ein unerwartet weitläufiges Höhlensystem. Dieser Eingang ist sicherlich nicht der Haupteingang, da er sich zum Abtransport von Erz nicht eignet. Ein weiterer enger Einstieg konnte während der Erkundungen freigelegt werden. Vor dem eigentlichen Höhleneingang gibt es ein kleines Plateau, das offensichtlich mit dem Abraum der Grube aufgeschüttet wurde. Leider gibt es keine Informationen in welchem Zeitraum hier Eisenerz abgebaut wurde und in welcher Größenordnung hier Eisenerz gefördert wurde. Einen kleinen Anhaltspunkt zum Thema Bergbau in Irsch liefert der Ergänzungsband zum Familienbuch Irsch. Hier finden sich einige Einträge zum Todestag mit der Ergänzung in monte (im Berg). Diese Todesfälle liegen zwischen 1779 und 1784 und könnten ein Hinweis auf den Eisenerzabbau in Irsch sein. Das eigentliche Familienbuch führt diesen Zusatz zur Todesursache leider nicht. Offensichtlich sind aber doch einige Irscher in diesem Bergwerk tödlich verunglückt, was auch ein Beleg für die Not und die Arbeitsbedingungen dieser Zeit ist. Interessant ist auch die Frage, wo und wie dieses Erz verhüttet wurde und wie viele Menschen direkt und indirekt vom Eisenerzabbau abhängig waren. Dass es heute ansonsten keinerlei Spuren gibt, ist aber sehr erstaunlich. An einigen Stellen treten auch ganz gehäuft Bohrlöcher auf. Dabei ist nicht ersichtlich, ob diese Bohrungen der Ortung weiterer Adern diente, oder ob man hier weitere Stollengänge plante. Der Mineralogisch-, Geologische Arbeitskreis Saar e.V. zeigte sich überrascht von der Vermutung, dass in Irsch Eisenerz abgebaut wurde. Nach Angaben dieses Vereins finden sich nur in dem Buch Erz und Eisen im Hochwald von Walter Petto Hinweise auf Eisenerzabbau in unserer Region. In dem Buch wird erwähnt, dass Hauzeur 1724 vom Kurfürst Franz Georg u.a. für das Amt Saarburg die Berechtigung für die Förderung von Erzen aller Art erteilt bekam. (Hauzeur betrieb einige Gruben im Saarland und Umgebung, z.B. in Düppenweiler). Bei einer Begehung es Stollens durch Dr. Thomas Straub vom Mineralogisch-, Geologischem Arbeitskreis Saar e.V. wurden auch Gesteinsproben entnommen und die Bohrlöcher vermessen. Außerdem wurde ein Inventarblatt zum Eisenerzabbau in Irsch erstellt ( Inventarblatt zum Eisenerzabbau in Irsch) Schmelzen gab es einige: Eine Eisenhütte gab es im Röderbachtal bei Drohnecken. Vielleicht wurde die Eisenerze aber auch von der Familie Gottbill verhüttet, die eine Schmelze in Nunkirchen und später auch in anderen Orten betrieben. Dies sind bislang aber reine Vermutungen. Das Alter der Grube kann man vielleicht an den bergbaulichen Spuren abschätzen. So geben Art und Durchmesser der Bohrpfeifen sowie Behauspuren einen Hinweis auf das Alter. Hier gibt es aber noch keine weiteren Erkenntnisse. Offensichtlich gab es in dem Stollensystem erzhaltige Adern die ganz gezielt abgebaut wurden. Diese auffallend dunkleren Schichten bestehen vermutlich aus Hämatit (Fe2O3). Das umgebende Gestein hat eher eine rötliche Farbe. Das dunklere Gestein der Ader ist relativ brüchig und lässt sich einfach auslösen. Die Enge in den Stollen vermittelt aber einen Eindruck von der Härte der Arbeit, die die Menschen dort verrichtet haben. Eine drückende Luft und die Feuchtigkeit im Inneren lässt sich nur bedingt in Bilder fassen. Dieser Bericht schildert nur Eindrücke und Mutmaßungen, stellt keine fundierte Dokumentation über die Geschichte des Eisenerzabbaus in Irsch dar. [http://www.irsch-saar.de/eisenerz.htm]

Einordnung

Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Wirtschaft, Gewerbe und Verkehr / Rohstoffgewinnung und -verarbeitung
Zeit:
Circa 1700 bis circa 1780
Epoche:
Barock / Rokoko

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.581013
lat: 49.604675
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Vorderst Peschels

Internet

http://www.irsch-saar.de/eisenerz.htm

Datenquelle

Grebe, H.: Erläuterungen zur geologischen Specialkarte von Preussen, Blatt Saarburg; Berlin 1880.

Bildquellen

1 Bild: © Arno Meyer, 2006 http://www.irsch-saar.de
2 Bild: © Arno Meyer, 2006 http://www.irsch-saar.de

Stand

Letzte Bearbeitung: 13.04.2006

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