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Heiligenhäuschen (1)

Waxweiler, Gemeinde Waxweiler
Pintesfelder Straße

Beschreibung

Auf der Anhöhe von 400 m über NN in der oberen Pintesfelder Straße des Prümtalortes Waxweiler ließ der Hochgerichtsschöffe Paulus Hoss von der Godeshauser Mühle im Jahr 1774 das Heiligenhäuschen erbauen. Es bildet den Abschluss des Kreuzweges mit der XI. Station (Jesus wird an das Kreuz genagelt) bis XIV. Station (Der heilige Leichnam Jesu wird in das Grab gelegt). Diese beiden Stationen sind als Reliefs in die Rückwand des Innenraumes eingelassen. Die alte Terrakotta-Pietá sowie die Gipsfiguren Johannes und Magdalena wurden 1928 durch Hauptlehrer Peter Faas aus Waxweiler renoviert. Etwa sechs Wochen nach Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 wurden die Figuren total zertrümmert. Nach der Beendigung des Krieges beseitigte man die gröbsten Schäden des Heiligenhäuschens. 1949 arbeitete man an der Ausschmückung des Innenraumes. Frl. Paula Francois aus Waxweiler schmückte die Decke und die Wände mit Malereien. Die Ortsgemeinde Pintesfeld hatte sich in besonderer Weise mit der Wiederherstellung des Heiligenhäuschens und der Besorgung der neuen Pietá (eine etwa 85 cm breite und 65 cm hohe Nachbildung der Klausener Madonna; geliefert von der Trierer Firma Louis Kieffer) dankbar gegen Gott und die Gottesmutter für den im Krieg erwiesenen Schutz gezeigt. Die Weihe fand am Rosenkranzsonntag, 2. Oktober 1949, nach kurzer sakramentaler Andacht in der Pfarrkirche Waxweiler durch Dechant Carl Schlüter statt. Die neue Pietà, ein von den Figuren Johannes und Maria Magdalena flankiertes Monument, wurde anschließend in feierlicher Prozession auf einer Trage zum Heiligenhäuschen gebracht. Sie steht auf einem Sandsteinpodest. Darin eingraviert ist die bisher nicht entschlüsselte Inschrift "LI MI". Unter dem eingemeißelten Kreuz steht die Buchstabenkombination PH, was für den Erbauer Paulus Hoss steht, darunter die Jahreszahl 1774. Der alte Kruzifixus wird von Wackenroder wie folgt beschrieben: "von Eichenholz, 90 cm hoch, dessen Farbe abgelaugt ist. Bessere Arbeit des 18. Jahrhunderts mit kräftig bewegtem Lendentuch, links geknotet." Die untere Denkmalschutzbehörde beschreibt das Kruzifix als "eine bessere Arbeit der Zeit um 1700, die einen noch weitgehend spätgotisch-naturalistisch gefassten Christuskopf mit mächtiger Dornenkrone mit einem schöngliedrigen, leicht gelängten, muskulösen Körper in frühbarocken Formen vereint." Dieses Kruzifix wurde im Jahr 1986 durch die Firma Mrziglod aus Tholey restauriert. Die jüngeren Farbfassungen des Korpus wurden entfernt und die ursprüngliche Originalfassung freigelegt. Zudem wurden ein neues Kreuz und ein neues INRI-Schild angefertigt. Seit der Fertigstellung steht das Kruzifix als Vortragekreuz im Altarraum der Pfarrkirche in einem ebenfalls neu angefertigten barocken Standfuß. Das seitdem im Heiligenhäuschen angebrachte einfache Holzkreuz ist 75 cm groß, mit Korpus und Schild. Es symbolisiert die XII. Station (Jesus stirbt am Kreuz). Die XIII. Station (Jesus wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt) wird durch die Pietá dargestellt. 1988 wurde das Heiligenhäuschen durch einen örtlichen Malerbetrieb restauriert. Die Deckenmalerei zeigt die Attribute der vier Evangelisten Matthäus (Mensch), Markus (Löwe), Lukas (Stier) und Johannes (Adler). [1]

Einordnung

Ersteller, Baumeister, Architekt, Künstler:
Hoss, Paulus (Hochgerichtsschöffe), Godeshauser Mühle
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Heiligenhäuschen
Zeit:
1774
Epoche:
Barock / Rokoko

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.361424
lat: 50.098522
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Geisheck

Internet

http://www.kirchengemeinde.waxweiler.com/

Datenquelle

[1] Michael Fischer, Waxweiler, 2016.

Bildquellen

1 Bild: © Uwe Widera, 54550 Daun, 2011.
2 Bild: © Uwe Widera, 54550 Daun, 2011.
3 Bild: © Uwe Widera, 54550 Daun, 2011.
4 Bild: © Uwe Widera, 54550 Daun, 2011.
5 Bild: © Uwe Widera, 54550 Daun, 2011.
6 Bild: © Uwe Widera, 54550 Daun, 2011.

Stand

Letzte Bearbeitung: 14.12.2016

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