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Sankt Abrunculus

Beßlich, Gemeinde Newel
Beßlicher Straße 10

Katholische Kirche

Kleiner romanischer Saalbau, im 16. / 17. Jahrhundert verändert. Geschichte: Am erhöhten Ortsrand thronende romantische Kleinkirche mit einem dem Dorf zugewandten Ostchorturm. Vermutlich im 12. Jahrhundert errichtet, wurden. 1539 Bauarbeiten und 1688 eine Renovierung vorgenommen, ohne dass der Baukörper verändert wurde. 1818 wurde ein neues Portal anstelle des alten an der südlichen Langhausseite eingesetzt und 1976 mit einem Vorraum verbunden; gleichzeitig Abbruch der Sakristei am Chorturm. Teilverputzter Bruchsteinbau aus Kalksand- und Kalksteinen; die Ecken gequadert. Eingemauert sind Spolien eines römischen Grabmales, darunter ein Eckstück mit Rankenwerk und Fragment einer Inschrift IVLIANII... Der zweigeschossige Turm unter Satteldach wird am Glockengeschoss von einem Gesims geteilt, darauf die Zwillingsschallfenster in Rundbogenrahmung. Die Ostseite des Turmchors wird von einem spätgotischen rundbogigen Maßwerkfenster mit Schneußfüllung dominiert. Das Schiff schließt als nur an der Südseite geöffneter, kurzrechteckiger Satteldachbau an. Neben dem Portal ein breites, rund geschlossenes zweibahniges Fenster der Spätgotik. An der Nordwand hat sich eine kleine, nischenartig eingesetzte Rahmung eines romantischen Schlitzfensters erhalten. Das Schiff hat im Inneren eine dem original Bestand angeglichene Balkendecke, der Chor wurde wahrscheinlich 1688 mit Kreuzrippen gewölbt und der Chorbogen zum Flachbogen verbreitert. Teil der spätgotischen Ausstattung ist eine im Kreisgebiet einmalige Altarkonsole. Die achteckige gotische Steintaufe ist ein mit der Erlaubnis zur Errichtung des Taufsteines1339 datierter, zweigeteilter gotischer Sandsteinblock mit herausgearbeiteter Säulenstellung am Fuß. Auf der Konsole eine Figur des heiligen Trierer Bischofs Abrunculus (um 527). Als eine von mehreren im nordwestlichen Kreisgebiet überdauerten romantischen Kleinkirchen hat die ehem. Pfarrkirche den hohen baugeschichtlichen Wert als Zeugnis einer romantischen Landkirche. Teil der geschützten Umgebung ist der ummauerte, teils von Böschungsmauern umfasste Kirchhof mit seinem Treppenaufgang. Vor dem Chorturm abgestellt sind drei Sandstein-Grabkreuze des frühen 19ahrhundert, die in Form und Darstellungsform mit Totenkopf und Wundmale Christi schöne Beispiele der Sepulkralkultur darstellen. Darunter ein 1827 angefertigtes Totengedächtniskreuz aus Schaft und Totenkreuz für den 1813 zu Frankfurt in einem Hospital gestorbenen Nicolaus Lohrig aus Beßlich. Im Sinne eines kennzeichnenden Straßenbildes ist dem Kirchenbereich der seitliche flankierende Streckhof Nr. 8 zugeordnet. Der am Kellerportal 1838 bezeichnete Kernbau wurde mehrfach erweitert (Ökonomie 1928 bezeichnet) und ist ortstypisches Beispiel für ein Hofanwesen. Quelle: 1994 Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz - Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz Bd 12.2, Bearb. v. E. Wegner - Wernsche Verlagsgesellschaft - Worms

Einordnung

Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Katholische Kirchen
Zeit:
12. Jahrhundert
Epoche:
Gotik

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.601137
lat: 49.801825
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Bei Hansenhaus

Internet

http://www.newel.de/

Datenquelle

Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler: Rheinland-Pfalz, Saarland, 1984. Deutscher Kunstverlag - http://www.newel.de - Denkmaltopographie Rheinland-Pfalz

Bildquellen

1 Bild: © Helge Rieder, Konz, 2000
2 Bild: © Helge Rieder, Konz, 2000
3 Bild: © Helge Rieder, Konz, 2000
4 Bild: © Helge Rieder, Konz, 2000

Stand

Letzte Bearbeitung: 09.04.2010

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