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Gallo-römisches Heiligtum

Horperath, Gemeinde Horperath

Beschreibung

Fundstelle 1145 Nordwestlich von Horperath wurde 1935 vom Rheinischen Landesmuseum Bonn ein kleines gallo-römisches Heiligtum untersucht. Es liegt auf einem flachen, von Nordost nach Südwest abfallenden Höhenrücken. Freigelegt wurden die Fundamente einer schlecht erhaltenen Mauer, die einen 43 x 34 m großen Bezirk begrenzte. Das Temenosareal ist nicht exakt rechteckig, sondern besitzt leichte Parallelogramm-Form. Die im Inneren angelegten Sondagen führten zur Freilegung eines 4 x 4 m großen Steinbaus, bei dem es sich offensichtlich um einen Einraum-Tempel ohne Umgang handelte. Er ist über Eck genordet und liegt in der nordöstlichen Hälfte des Areals. 13,5 m südlich wurde ein zweiter, parallel ausgerichteter, etwas größerer Steinbau aufgedeckt, von dem offensichtlich nur noch die Nordost- und die Nordwest-Wand als Fundament erhalten waren. Im Inneren dieses Mauerwinkels fanden sich neun Pfostengruben ungeklärter Funktion. Interessant ist der Befund in der Süd-Ecke des Temenosareals. Hier fanden sich die Fundamente eines im Lichten 15 x 3 m großen Baus, der innen an die Umfassungsmauer angelehnt ist. Darunter wurde der Pfostengrundriß eines etwa gleich großen Vorgängers in Holzbauweise festgestellt. Bemerkenswert ist, daß das hallenartige Holzgebäude der ersten Phase dieselbe Orientierung aufweist wie die beiden Tempel(?)bauwerke der Innenfläche. Die Steinbauphase der Temenosmauer und der "Wandelhalle" weicht dagegen in der Ausrichtung um ca. 5 Grad ab. Da keine Kulturschichten erhalten waren - dies resultiert aus der exponierten Lage des Tempelbezirks - war die Menge an geborgenem Fundmaterial relativ gering. Die Keramik umfaßt Formen des 1. bis frühen 4. Jahrhunderts, wobei die Hauptmasse dem späten 2. und der ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts zuzuweisen ist. An Votivgaben fanden sich acht Terrakotten bzw. Terrakottenfragmente in Form von Venus-, Fortuna-, Kybele-, Diana- und Matronenstatuetten. Zu den sechs bei den Ausgrabungen gefundenen Bronzemünzen, deren Erhaltungszustand keine Bestimmung erlaubte, kam in jüngerer Zeit ein republikanischer Denar (Q. Titus, 88 v. Chr. in Rom, Sydenham 693) und ein abgegriffener As des 1./2. Jahrhunderts Unmittelbar südöstlich des Tempelareals liegen Brandgräber der Laufelder Kultur. Auch hier kann ein Bedeutungszusammenhang zwischen ältereisenzeitlichen Gräbern und gallo-römischem Heiligtum nicht ausgeschlossen werden. Trierer Zeitschrift für Geschichte und Kunst des Trierer Landes und seiner Nachbargebiete 43/44, 1980/81, 417 in: Römisch-Germanische Forschungen, Bd. 63. Eisenzeitlicher Kulturwandel und Romanisierung im Mosel-Eifel-Raum. Die keltisch-römische Siedlung von Wallendorf und ihr archäologisches Umfeld. Römisch-Germanische Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts Frankfurt a. M. Fundstellenkatalog von: Dirk L. Krausse unter Mitarbeit von Antje Fischbock. 2006

Einordnung

Kategorie:
Archäologische Denkmale / Sakralbauten / Tempel, Heiligtümer
Zeit:
1. bis frühes 4. Jahrhundert nach Chr.
Epoche:
Kelten- / Römerzeit

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.946228
lat: 50.248825
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: An den vier Bäumen

Internet

http://www.dainst.org/medien/de/krausse.pdf

Datenquelle

Fundstellenkatalog: Die keltisch-römische Siedlung von Wallendorf und ihr archäologisches Umfeld. Dirk L. Krausse unter Mitarbeit von Antje Fischbock. 2006

Bildquellen

Stand

Letzte Bearbeitung: 19.07.2005

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