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Kirche Erscheinung des Herrn

Gusenburg, Gemeinde Gusenburg
Bierfelder Straße

Katholische Pfarrkirche

Chronik der Pfarrkiche Gusenburg Die heutige Pfarrkirche Gusenburg wurde in den Jahren 1927/28 erbaut. Sie wurde an der gleichen Stelle der 1777 errichteten Kirche gebaut. Die alte Kirche mit den Innenmaßen 10x16 m war wegen des in Mitte des 19. Jahrhunderts einsetzenden Bevölkerungszuwachses zu klein geworden. Pläne zur Erweiterung der alten Kirche wurden nicht realisiert, weil das Mauerwerk schadhaft war und dieses nur mit hohen Kosten zu erhalten sei. Die alte Kirche war nach Nordosten ausgerichtet. Es war die erste "Kirche" in Gusenburg. Sie war den Hl. Drei Königen geweiht. Vor diesem Kirchenbau stand im Bereich der heutigen Bushaltestelle in der Ortsmitte eine um 1730 errichtete "Kapelle", welche um 1784 teilweise abgerissen wurde. Von dieser Kapelle sind keine Baureste mehr vorhanden, die Nachfolgebauten wurden nach 1976 abgerissen. Die heutige Pfarrkirche Gusenburg trägt den Titel Epiphanie Domini (Zur Erscheinung des Herrn). Dieser Titel wird volkstümlich als "Hl. Drei Könige" bezeichnet. Der zweite Titel ist "Hl. Theresia vom Kinde Jesu." Pfarrkirche Gusenburg Die Kirche ist eine auf zwei Schiffe reduzierte Basilika, die mit der Längsseite und dem winkelförmig ansetzenden Pfarrhaus einen zur Straße offenen Platz mit dem Kriegerdenkmal ausbildet. Rückwärtig schließt sich der Friedhof an. 1927/28 nach den Plänen des Architekten Anton Falkowski, Mainz erbaute Pfarrkirche am Standort der Vorgängerkirche. Der Baukörper addiert sich aus einem sechsachsigen Giebelbau, dem gerade schließenden Chor und einem giebelseitig vom Turm abgeschlossenen Seitenschiff. An der gegenüberliegenden Langhausseite auf der Höhe des Turmes eine halbrunde Kapelle. Den Schiefer gedeckten Putzbau gliedern schlichte Sandsteinelemente im winkel- und zackenförmigen Dekor der 1920er Jahre. Am reichsten ausgebildet sind die Dekorationsmotive am Portal und an den Portalfenstern der ansonsten traditionsgebundenen schlichten, hier vom Klassizismus inspirierten Giebelfront. Die Fenster mit expressionistisch ausgebildeten Abschlüssen. Von den Kirchen der 1910er Jahren angeregt ist der sich nach oben hin verjüngende, mit Schlitzfenstern kombinierte und von einem getrepptem Aufbau abgeschlossene Turm. Hauptschiff und Chor sind tonnengewölbt. Das sich in einer Pfeilerkolonnade öffnende Seitenschiff wird optisch in den Chor hineingezogen und leitet zu Säulenkolonnade am Chorhaupt. Darin eingestellt der Kreuzaltar, der durch ein Relief darüber zur Dreifaltigkeitsdarstellung ergänzt wird. Am Marmoraltar barocke Figuren der hl. Drei Könige vom Hochaltar der Vorgängerkirche. Die Seitenaltäre schlicht; einer mit der Figur des hl. Josef mit dem Kirchenmodell. Die winkelförmigen Dekorationsmotive sind als Verdachung und im Umriss einheitlich auch für die Ausstattung und Ausgestaltung verwandt. Einige Gestühlwangen sind mit geschnitzten Brustbildern und Rankenwerk geschmückt. Die traditionelle, hier mit zwei Schiffen abgewandelte Bauform verbindet sich mit zeitgenössisch modernen Dekorationsformen. Die Anwendung der wenigen Grundmotive für den Architekturschmuck und die Ausstattung schufen ein stilistisch bemerkenswert einheitliches Kirchengebäude der 1920er Jahre. Chorseitig quer angebaut und mit dem jetzt neuen Pfarrhaus verbunden, ist das gleichzeitig errichtete Pfarrheim Sankt Josef. Der hoch gesockelte eingeschossige Bau ist Teil des einheitlichen geplanten Gesamtgefüges. (Quelle: Denkmäler in Rheinland-Pfalz, 1994) Obwohl bereits um 1900 ein Kirchenbau geplant und Geldmittel dafür gesammelt wurde, konnte der Kirchenbau erst 1927 realisiert werden. Das gesammelte Kapital war größtenteils durch den Krieg und die Inflation verloren gegangen. Hauptinitiator des Kirchenbaus war der Pfarrer Kornelius Vogt, welcher ab 29. Nov. 1926 Pfarrer in Gusenburg war. Er hatte den ausdrücklichen Auftrag der bischöflichen Behörde, in Gusenburg einen Kirchenneubau durchzuführen. Bereits im Januar 1927 wurde von dem Architekten Anton Falkowski aus Mainz ein Plan vorgelegt. Die Innenmaße der geplanten Kirche mit ca. 27*17 m bot nach den Berechnungen des Dombaumeister ca. 800 Gläubigen Platz. Sie wurde damals für die Pfarrei Gusenburg mit der Filiale Sauscheid (heutiges Grimburg) als ausreichend groß angesehen. Der erste Spatenstich erfolgte am 26. Mai 1927 (Christi Himmelfahrt), die Grundsteinlegung am 17. Juli 1927. Bereits im Oktober 1927 begann die Dacheindeckung. Am 12. Aug. 1928 wurde die Kirche eingeweiht und der erste Gottesdienst gefeiert. Die Bauzeit betrug demnach 14 ½ Monate! Dieses war nur möglich, weil die gesamte Gemeinde umfangreiche "Fron" am Kirchenbau leistete. So wurden alle Bruchsteine, ca. 1800 m³, in Fron auf der Gemarkung Gusenburg gebrochen und mit Kuhgespannen an die Baustelle befördert. Hochgerechnet ergeben sich mit den damals üblichen Kuhgespannen ca. 2500 Fuhren. Dazu wurden in dem Zeitraum Mai 1927 bis Mai 1928 etwa 1200 Fuhren mit Baumaterial vom Bahnhof Hermeskeil zu Baustelle (ca. 4 km Wegstrecke) durchgeführt. Dies war nur möglich durch die Einstellung der Bevölkerung zum Kirchenbau und weil in dem damaligem bäuerlichem Umfeld fast jede Familie ein Kuhgespann hatte. Die Baukosten von etwa 150.000 Reichsmark (Stand 1930) haben die Finanzkraft der Pfarrgemeinde Gusenburg stark strapaziert. Nach den Schenkungen der Zivilgemeinden Gusenburg und Grimburg und anderer staatlicher Stellen in der Höhe von 80.000 Reichsmark verblieben der Pfarrgemeinde Gusenburg noch etwa 70.000 Reichsmark. Genehmigte Hauskollekten in der damaligen Rheinprovinz in den Jahren 1931 und 1933 erbrachten etwa 21.500 Reichsmark. Die Hauskollekten wurden von "gestandenen Männern" in dem Bereich Köln, Krefeld, Xanten, Oberhausen, Essen, Wuppertal, Siegburg durchgeführt, in dem sie in einzelne Haushalten um eine Spende für den Kirchenbau baten. Die Tageseinnahmen eines Sammler betrugen etwa 80 Reichsmark. Durch Kriegseinwirkung wurden die Fenster am Giebel und an der rechten Schiffseite zerstört und um 1950 erneuert. 1973 bis 1978 wurde die Kirche renoviert. Der Innenraum wurde nach den Ideen des II. Vatikanischen Konzil umgestaltet und farblich neu gefasst. Außen wurde die Kirche erstmalig angestrichen. Die Farbe war gelb mit deutlicher Hervorhebung der Sandsteingewände in rotem Farbton. 1999 wurde eine Aussenrenovierung erforderlich: Die Kirche wurde in einem Weißton neu gestrichen. Als Inneneinrichtung der Kirche ist eine zwei manualige Orgel mit 15 klingenden Registern aus den Jahren 1951/55 zu nennen. 4 Glocken sind vorhanden. e1 (Sankt Cornelius, 345kg, 1928), g1 (Maria Himmelskönigin, 506 kg, 1948), a1 (Hl. Michael, 700 kg, 1957), c2 (Chistkönig, 1200 kg, 1957). Das ursprüngliche harmonische Geläut (es1 g1 b1 c2; Salve-Regina-Thema) wurde durch Ablieferung der drei großen Glocken im II. Weltkrieg zerstört. Die Fenster an der linken Schiffseite stammen aus der Bauzeit der Kirche und sind in sehr bunten Farben gestaltet. An Nebenaltären sind vorhanden: Marienaltar (1930), Josefs Altar (1956), Hl. Antonius (1953), Hl. Theresia vom Kinde Jesu (1929), Fatima-Madonna (1953), Kriegergedächtnisgruppe (1950), Hl. Drei Könige (~17. Jahrh.) Kruzifix aus der alten Kirche (~1700).

Einordnung

Ersteller, Baumeister, Architekt, Künstler:
Falkowski, Anton (Mainz)
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Katholische Kirchen
Zeit:
1927-28
Epoche:
20. Jahrhundert

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.902672
lat: 49.634548
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet

http://katholische-kirche-ruh.de/gusenburg.htm

Datenquelle

Text: Armin Giebel; Quelle: Gemeinde Gusenburg, www.gusenburg.de

Bildquellen

Stand

Letzte Bearbeitung: 17.10.2007

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