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Gutshof

Detzem, Gemeinde Detzem
In der Burg

Ehemaliges Burghaus

Kleine dreiflügelige Hofanlage, die nach Süden mit einem Torbogen geschlossen ist. Die laut erhaltener Datierungen und Gebäudedetails aus dem 16. und 17. Jahrhundert stammende Anlage war im 19. Jahrhundert parzelliert und wurde nach den Bauzahlen 1837 und 1861 in Einzelanwesen umgewandelt. Einige Teilbauten wurden 1950 (In der Burg 5) und später durch Neubauten ersetzt. Die Anlage des Hofes blieb erhalten. Das Burghaus wird mit der im 12. und 13. Jahrhundert genannten Familie von Detzem in Verbindung gebracht. Mitte des 14. Jahrhunderts war die Burg im Besitz des Wilhelm von Manderscheid zu Nafelden, der die wohl neuerbaute "Vesten und burglichen buw genannt Detzeme" dem Trierer Erzbischof zu Lehen auftrug. Von den Manderscheidern kam die mit Palisaden umgebene Burg mit ihrem Turmhaus in verschiedene Hände, bis sie an die seit dem frühen 16. Jahrhundert bezeugte Familie von Nassau gelangte, die in der Linie der Freiherrn von Nassau zu Detzem zuletzt 1802 bezeugt ist. Nach dem neuzeitlichen Um- und Neubau zu einem Hofgut scheint im frühen 18. Jahrhundert eine Instandsetzung erfolgt zu sein. Die Bauanlage umschließt einen gepflasterten kleinen Hof. Zwischen Westflügel und an der Südseite neuerbauten Nebengebäuden der aus Sandsteinquadern gefügte, schmale rundbogige Torbogen. Der in drei Einzelanwesen unterteilte Westflügel wurde bei Nr. 5 1950 durch einen Neubau über dem alten Grundriß ersetzt. Über dem Portal das Ehewappen Husmann von Namedy und Hase von Dieblich, neben Bauinschrift, wohl um 1600, ursprünglich Kaminaufsatz. Das mittlere Gebäude des Westflügels (Nr. 4) wurde 1861 zum Wohnhaus umgebaut; jetzt unbewohnt und im Eindruck der Umbauzeit (Türblatt, Fenster). Über dem Hauseingang ein gotischer Fries mit Paßblenden und der Datierung 1539. Der nördliche Hausteil (Nr. 3) wurde um 1860 zu einem Anwesen aus dreiachsigem Wohnteil und kleiner Ökonomie mit Torbogen umgebaut. Dabei wurde es unter Beachtung der gemeinsamen Flügelhöhe vorspringend verbreitert. Am Krüppelwalmdachbau zeichnet sich noch der Kamin mit Rauchmantel ab. Der sich zum Hof öffnende Mittelteil des Nordflügels (Nr. 6) weist neben den Fenstereinfassungen des Umbaues von 1837 (Datierung am Türsturz) im Obergeschoß ein pfostengeteiltes Fenster wohl des 17. Jahrhunderts auf. Den Ostflügel bildet die Ökonomie, die neben Neuerungen noch das alte Mauerwerk und den Kellerzugang aufweist. Die pflegebedürftige, nicht erforschte Anlage der "Burg" dokumentiert die Wandlung vom festen Haus zu einem adeligen Gutshof. Das vom 19. Jahrhundert geprägte Aussehen verbirgt den älteren, sich in der Baugestalt und in Spolien mitteilenden Bestand.

Einordnung

Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Wohn- und Wirtschaftsgebäude / Bäuerliche Wohn- und Wirtschaftsgebäude
Zeit:
16. und 17. Jahrhundert
Epoche:
Renaissance

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.845206
lat: 49.822805
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet

http://www.detzem.de/

Datenquelle

Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Band 12.2 Kreis Trier-Saarburg. Wernersche Verlagsgesellschaft mbH, Worms. ISBN 3-88462-110-6 (1. Auflage 1994)

Bildquellen

Stand

Letzte Bearbeitung: 09.01.2008

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