Datenbank der Kulturgüter
in der Region Trier





© OpenStreetMap Mitwirkende
CC-by-SA 2.0









zum Vergrößern auf das Bild klicken

Sankt Michael und Sankt Sebastian - Orgel

Bernkastel, Gemeinde Bernkastel-Kues
Gestade 8

Katholische Pfarrkirche

In der zweiten Hälfte 14. Jahrhundert als dreischiffige Pseudobasilika mit einschiffigem Chor erbaut. Reiche Ausstattung. Die Pfarrkirche Sankt Michael Baubeschreibung. Die Pfarrkirche Sankt Michael liegt am Flusslauf der Mosel und war ehemals vom Kirchhof umgeben. Sankt Michael ist das einzige im Stil des 14. Jahrhundert noch einheitlich erhaltene Bauwerk der Moselgegend. Es ist außen verputzt und zeigt außer der zierlichen Nordtür keinen alten Schmuck mehr. Der Bau misst in der Breite 15,60 Meter im Lichten und hat eine Mittelschiffhöhe von 10,75 Meter im Scheitel. Die Gründung einer katholischen Pfarrei Bernkastel muss vor 1017 bestanden haben, als dieser Besitz Adalberos von Luxemburg an den Trierer Erzbischof fiel. 11T7 wird Theoderich von Saarburg als erster Pastor von Bernkastel genannt. Grundmauern von der wahrscheinlich ersten Kirche fand man 1970 bei Ausschachtungsarbeiten unter dem jetzigen Kirchenbau; außerdem entdeckte man unter dem Putz an der Nordwand des Chores einen romanischen Sandsteinbogen. Der Kern des Kirchengebäudes (2) - das zweijochige Mittelschiff mit den beiden Seitenschiffen und dem Chor - erstand in der 2älfte des 14. Jahrhundert im spätgotischen Stil. Der Chor erhielt 1664/65 einen achtseitigen Dachreiter mit offenen Bögen und geschweifter Haube; es ist das sog. Ave-Maria-Türmchen. Im 17. Jahrhundert erhielt die Kirche mehrere große Anbauten, die Kneipsche Kapelle wurde an die Nordseite des Chores angebaut, die Sakristei erhielt einen Anbau im Osten hinter dem Hochaltar und nach Westen hin wurde das Kirchenschiff um ein Joch für die Orgelempore erweitert und außen mit einer Barockfassade ausgestattet. Diese Barockfassade wurde 1968 wieder freigelegt und restauriert, nachdem ihr um 1870 eine neogotische Fassade vorgesetzt worden war. Außerdem erhielt das frühere Hauptportal einen Vorbau in Kapellenform, dessen Außenwand ein Mosaik Christus in der Kelter von Werner Persy aus Trier ziert. Der Michaelsturm Der mächtige, rechteckige Turm (1) ist das Wahrzeichen der Stadt. Er gleicht einem Wehrturm und hat offenbar als solcher gedient, denn an ihm führte die Stadtmauer vorbei. Der Turm steht schräg zur Kirche und war ursprünglich freistehend. Im Zusammenhang mit der Stadtbefestigung wurde er zu Beginn des 14. Jahrhundert in romanischem Geist erbaut. Er besteht aus Bruchsteinmauerwerk, aus Schiefergestein der Gegend. Ähnliches Mauerwerk findet sich auch bei der Kirche zum HI. Geist und bei einigen Wohnhäusern aus der Jahrhundertwende. Der Turm mißt 4,60x4,25 Meter im Lichten und hat eine Höhe von 56 Meter. Die Tür und das Fenster im Erdgeschoss wurden 1860 gebrochen. Hierüber erheben sich vier schlichte Geschosse mit schmalen Schlitzfenstern und zwei weitere Geschosse mit rundbogigen Fensterpaaren, die mit runden Zwischensäulchen und rotem Werkstein verziert sind. Die Ecken des obersten Geschosses bilden auskragende Erker mit Verzierungen aus ebenfalls rotem Sandstein. Die Mauerstärke beträgt hier noch immerhin 1,75 Meter. Um 1486 erhielt der abgeplattete Turm einen schieferbedeckten achtseitigen Helm, den acht kleine, ebenfalls achtseitige Türmchen umstehen. Innenraum Der Innenraum von Sankt Michael ähnelt einer Pseudobasilika. Das Langhaus ohne die Verlängerung um ein Joch für die Orgelempore - einen fast quadratischen Grundriß mit zwei quadratischen Jochen im Hauptschiff (15,60x15,80 m) und zwei ungleich breiten Seitenschiffen. weitgespannte, schwungvolle Kreuzrippen und spitzbogige Arkaden ruhen auf kapitellosen, kurzen Säulen. Der nur auf einer Seite belichtete Obergaden (diese Fenster wurden später hineingebrochen) ist sehr niedrig und wirkt daher eigenartig. Die Architektur mit Kreuzrippengewölbe übermittelt einen hallenartigen Raumeindruck. Das südliche Seitenschiff ist sehr schmal. Die Anlage erinnert an Kirchenbauten des 15. Jahrhundert in Klausen, an Sankt Gangolf und Sankt Antonius zu Trier, bei denen das südliche Seitenschiff ganz fehlt. Der Chor mit einem Joch schließt fünfseitig und ist wie das Langhaus breit und niedrig gelagert (13,26 Meter lang, 8,15 Meter breit). Die Dienste stehen auf fünfseitigen Sockeln; ihre Kelchkapitelle formen naturalistisches Blattwerk, nämlich Efeu, Feigenlaub, Eiche, Ahorn, Weinlaub und Kresse. Die beiden Gewölbekonsolen am Triumphbogen zeigen Rosen- und Efeublattwerk. Die Kreuzgewölbe mit Rippen die in Birnstabprofil enden in zwei runden Schlusssteinen, die das Lamm Gottes und Christus als Richter darstellen. Die Spitzbogentür zur Sakristei datiert aus der Erbauungszeit des Sakristeianbaus im Osten um 1695. Die Maßwerkfenster wurden um 1860 in gotischer Form erneuert. Anbauten. Vor 1645 verlängerte man das Mittelschiff um das neben dem Turm gelegene Joch nach Westen (3) für die Orgelempore, dessen Formen 1860 und 1924 den älteren angepasst wurden. Sakristei (S). 1663/65 wurde hinter dem Hochaltar ein fünfeckiger Bau mit Strebepfeilern und Kleeblattbogenfenstern für die Sakristei angebaut. Zuvor hatte sich die Sakristei im Untergeschoss des Turmes befunden und ab 1652 an der Südecke des Chores in einer heute nicht mehr bestehenden Kapelle anstelle der heutigen Kneipschen Kapelle (4). Für den 1663/65 neu errichteten Sakristeianbau verwendete man Fenster der Burg Landshut, die 1914 durch neue Glasmalereien ersetzt wurden. Sie zeigen allegorische Figuren, nämlich Weisheit, Gerechtigkeit, Mäßigkeit und Tapferkeit. Der Raum hat Tonnengewölbe mit Stichbogenkappe. Die Kneipsche Kapelle (4) ist ein baukünstlerisch qualitätsvolles Kleinod. Seine barocke Formgestalt bildet einen reizvollen Kontrapunkt zur gotisch schwungvollen Architekturstrenge der Michaelskirche und zur romanischen Einfachheit des Turmes. 1659 begannen die beiden Trierer Baumeister Bernhard Monsati und Hubert Wolf mit dem Neubau an der Nordseite des Chores. Die Weihe fand am 16. 2. 1662, statt. Benannt ist die Kapelle nach ihrem Stifter Johann Jacob Kneip, der in Bernkastel beheimatet und später apostolischer Notar und Sekretär des Domkapitels zu Trier war. Wie die Inschrift der Alabastertafel im Fußboden sagt, wurde Kneip hier am 28. 11. 1680 beigesetzt. Die Kneipsche Kapelle ist ein quadratischer Raum (4,15 m) mit achtseitiger Laterne und flacher Kuppel. In die Laterne sind sieben einfache Rundbogenfenster eingelassen. Sie hat ein geschweiftes Dach mit achtseitiger Laterne. Grundriss der Kirche Sankt Michael (Bild): 1. Turm, Anf. 14. Jahrhundert, ursprüngl. freistehend 2. ursprüngl. Kirche,(1386 vollendet) 3. Erweiterung der Kirche, mit Orgelempore 4. Kneipsche Kapelle, 1659 angebaut 5. Sakristei (1664) 6. Kalvarienberggruppe, 1496 7. Pietà, Anfang 15. Jahrhundert 8. Pestaltar (1631) 9. Sebastianus-Pestaltar (1631) 10 Sakramentshaus (lS. Jahrhundert) 11. Grabmal d. Burggrafen Reiner (ges.1372) 12 Marienaltar (1750) 13 Nikolausaltar; um 1750 14 Hochwassermarke Quelle Franz Schmitt: Bernkastel im Wandel der Zeit Michaelsturm (Gestade) Der Glockenturm der Pfarrkirche Sankt Michael war früher ein Wehrturm der alten Stadtbefestigung. Als der Ort 1291 Stadtrechte erhielt, wurde er zusammen mit anderen Mauern und Türmen erbaut. Er besteht aus Bruchstein, welcher die Eigenschaft hat bei Nässe die Farbe zu ändern, er wirkt dann dunkler. Bei 8,20 Meter Breite und 56 Meter Höhe trägt er eine wahre Krone. Sie besteht aus einem achteckigen Helm mit kleinen Erkerchen. Er trägt fünf Glocken, von denen die Evangelistenglocke die älteste ist. An ihr stehen die Namen der vier Evangelisten. Als im Krieg die Glocken des Landes zu Geschützen und anderem Kriegsgerät umgegossen wurden, ließ man diese Glocke wegen ihres großen Wertes hängen. Jeden Abend läutet um 22.00 Uhr die Lumpenglocke. Sie soll die Menschen, die im Gasthaus sitzen, daran erinnern nach Hause zu gehen; diejenigen, die arbeiten sollen aufhören und am nächsten Tag beizeiten wieder anfangen. Der Volksmund hat ihr allerdings den Namen Pillenglocke gegeben. [1]

Einordnung

Kategorie:
Handwerk / Orgeln / Ohne
Zeit:
Undatiert
Epoche:
Undatiert

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   7.074876
lat: 49.915764
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet

http://de.wikipedia.org/wiki/Bernkastel-Kues

Datenquelle

[1] Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler: Rheinland-Pfalz, Saarland, 1984. Deutscher Kunstverlag

Bildquellen

1 Bild: © pietbron http://www.flickr.com/photos/pietbron/
2 Bild: © pietbron http://www.flickr.com/photos/pietbron/

Stand

Letzte Bearbeitung: 21.03.2008

Die Datenbank zum Mitmachen

Sie haben weitere Informationen und/oder Bilder zu diesem Kulturdenkmal oder zu anderen Kulturdenkmälern in der Region Trier. Wir freuen uns über alle weiteren Informationen. Bitte senden Sie uns eine e-mail an kulturdatenbank@gmx.de.

Vielen Dank!

Wir bedanken uns ganz herzlich bei den vielen Personen, die uns im Laufe der Jahre so viele Bilder und Objektbeschreibungen zugesendet haben. Ihre Namen sind auf den jeweiligen Seiten vermerkt. Darüber hinaus bedanken uns bei folgenden Institutionen für die Unterstützung unseres Projekts:


Volkskunde- und Freilichtmuseum Roscheider Hof, Konz


 
Fachbereich Wirtschaft und Rechenzentrum

 
NETGis, Gesellschaft für Geoinformation und Umweltplanung


Soziale Netzwerke

Bookmarken Sie diese Seite in einem sozialen Netzwerk:

facebook  twitter  studiVZ  Google  del.icio.us  digg  mrwong  webnews  yigg



Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit