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Ehemalige Kirche Mariä Himmelfahrt

Ehrang-Quint, Gemeinde Trier
Taubenbergstraße

Beschreibung

[...] Die Errichtung des neuen Gotteshauses war dringend erforderlich; die Kapelle von 1948 erwies sich auf die Dauer als eine räumliche Notlösung. Am 19. August 1973 wurde die Kirche Mariä Himmelfahrt feierlich benediziert. [1] Bistum trennt sich von Kirche QUINT. Bischof Ackermann wird noch in diesem Monat die Quinter Kirche Mariä Himmelfahrt profanisieren. Damit gibt das Bistum erstmals seit Jahrzehnten einen Trierer Sakralbau auf. Mariä Himmelfahrt ist Teil der Pfarrgemeinde Sankt Peter in Ehrang, die über insgesamt drei Kirchen verfügt: neben Mariä Himmelfahrt und Sankt Peter auch Christi Himmelfahrt. Außerdem finden in der Kapelle des Marienkrankenhaus regelmäßig Sonntagsgottesdienste statt. In der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre hatten die damaligen Gremien der Pfarrei beschlossen, die seit 1948 vorhandene Notkirche für die Arbeiter der Klöckner-Werke auf der Quint durch eine größere Kirche zu ersetzen. Die Kirche Mariä Himmelfahrt wurde schließlich 1972 fertig gestellt und 1973 eingeweiht. Doch in den vergangenen Jahren sank der Besuch der Eucharistiefeiern wie auch andersorts dramatisch: "Wurde der Sonntagsgottesdienst dort anfangs von rund 200 Menschen besucht, so sind es heute etwa 30 bis 40 Gläubige, die einmal pro Woche in dieser Kirche Gottesdienst feiern", berichtet Pastor Dr. Markus Nicolay, der im Jahr 2007 eine Kommission einberief, die sich unter anderem mit dem Immobilienbestand der Kirchengemeinde befasste. Das Ergebnis nach einem mehrmonatigen Meinungsbildungs- und Beratungsprozess: an einem schwerwiegenden Einschnitt führt kein Weg mehr vorbei. "Neben die Defizitargumente ‘fehlende Finanzen’, ‘fehlende Kümmerer’ und, mit Umsetzung des Pastoralplanes 2020 durch das Bistum, ‘nicht mehr gewährleistete priesterliche Versorgung aller Kirchen’, trat zunehmend auch die inhaltliche Frage, wie viele Gottesdienstorte und –zeiten tun unserer kleiner werdenden Sonntagsgottesdienstgemeinde eigentlich gut?", erläutert Nicolay die Ausgangslage. In seiner letzten Sitzung vor den Sommerferien beschloss der Pfarrgemeinderat einstimmig, bei Bischof Dr. Stephan Ackermann den Antrag auf Profanierung der Kirche zu stellen. Der Verwaltungsrat der Kirchengemeinde schloss sich diesem Votum einstimmig an. Nachdem der Bischof die vorgeschriebenen diözesanen Gremien informiert und gehört hat, wird er die Kirche nach Auskunft der zuständigen Stellen mit Wirkung vom 22. November für profan erklären. "Aus diesem Anlass feiern wir an diesem Tag dort um 10 Uhr einen letzten Gottesdienst, dem Monsignore Dr. Michael Kneib als Vertreter des Bischofs vorstehen wird", kündigt Nicolay an. Auch die Frage einer Anschlussnutzung sei breit diskutiert worden, so der Pastor weiter. "Die anfängliche Idee einer Weiternutzung durch die Stadt Trier im Untergeschoss als Kinderhort, im Kirchenraum als Turnhalle, hat sich offenbar aus Kostengründen zerschlagen", erklärte der Geistliche. Trotzdem würden auch weiterhin alle Möglichkeiten einer "angemessenen profanen, möglichst sozialen, Anschlussnutzung" geprüft. Es ist das erste Mal seit Jahrzehnten, dass sich das Bistum von einem Sakralbau im Stadtgebiet von Trier trennt. Andernorts, beispielsweise im Ruhrbistum Essen, wurden bereits zahlreiche Kirchen profanisiert. Vor wenigen Monaten hatte die Evangelische Kirchengemeinde Trier bekanntgegeben, den Standort Christuskirche in Heiligkreuz aufzugeben. [2] Kircheninventar online unter dem Hammer Von unserem Redaktionsmitglied Ursula Quickert Trier Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten - verkauft! Was einst die inzwischen entweihte Trier-Quinter Filialkirche Mariä Himmelfahrt schmückte, wird nun im Internet feilgeboten. Ein Weihwasserbecken im Schlafzimmer und eine Kirchenorgel in der guten Stube? Diese Vorstellung könnte vor Augen haben, wer auf der Internetseite der Trier-Ehranger Pfarrgemeinde Sankt Peter dem Link "Hier geht es zum Bieterportal" folgt. Denn dort können Gebote für das Inventar der Kirche Mariä Himmelfahrt in dem Trierer Stadtteil Quint abgegeben werden. Im November wurde das Gotteshaus als erste katholische Pfarrkirche der Moselstadt geschlossen, weil die Zahl der Kirchgänger immer weiter zurückgegangen und der Betrieb wirtschaftlich wie personell nicht mehr leistbar waren. Jetzt verkauft die Ehranger Kirchengemeinde Sankt Peter, zu der die entweihte Quinter Kirche gehört, das Innenleben. Das mit Abstand teuerste Stück ist die Orgel: 1979 erbaut, neobarockes Klangbild, sieben Meter hoch. "Das Design ist recht originell", heißt es in der Beschreibung. Startgebot: 20 000 Euro. Ebenfalls zu haben ist ein Weihwasserbecken aus rotem, russischem Tuffstein - zum Schnäppchenpreis von 15 Euro aufwärts. Und selbst der Altar kommt unter den Hammer: für mindestens 2000 Euro. Wären die Mikrofonanlage mit Wandlautsprechern und die Kirchenstühle, wahlweise mit Kniebänkchen, sogar noch zum Haus- oder Konzertgebrauch zu nutzen, passen Stücke wie das 1,60 Meter hohe und 1,20 Meter breite Holzkreuz mit Korpus, der Liedanzeiger oder der Kreuzweg in 14 Stationen wahrlich nicht in jeden Haushalt. Und das müssen sie auch nicht, denn die Sache hat für private Interessenten einen Haken: Grundsätzlich könne zwar jeder mitbieten, "aber wir werden bei den ausdrücklich sakralen Gegenständen wie dem Altar darauf achten, dass sie nicht unwürdig verwendet werden", sagt der Ehranger Pastor Markus Nicolay. Im Internet müssen die Interessenten daher Formulare ausfüllen, damit die Gemeinde weiß, mit wem sie es zu tun hat. Online haben sich zwar noch keine Bieter registriert, aber die Projektverantwortliche Elisabeth Bettendorf hat bereits am Telefon Besichtigungstermine vereinbart. Wie aber kam die Gemeinde auf die Idee einer Internetauktion? "Da es keinen Katalog mit Preisen für gebrauchtes Kircheninventar gibt, wussten wir nicht, was wir für die einzelnen Gegenstände ansetzen sollten", erklärt Pastor Nicolay. Außerdem sei es schwierig, in Trier an mögliche Interessenten zu kommen. Mit dieser Idee könnte die Gemeinde Vorreiter sein: Bistumssprecher Stephan Kronenburg ist eine derartige Aktion zumindest bislang noch nicht zu Ohren gekommen. Noch bis Ende März soll die Auktion laufen, die durchaus mit etwas Wehmut verbunden ist, wie aus den Worten Bettendorfs herauszuhören ist: "Ich war ja damals schon dabei, als der Grundstein für die Kirche gelegt wurde. Daher bin ich schon sehr mit ihr verbunden." Extra Künftige Nutzung: Die Zukunft der Kirche Mariä Himmelfahrt ist noch ungewiss. Zu Beginn hatte die Stadt mit dem Gedanken gespielt, im Untergeschoss einen Kinderhort und im Kirchenraum eine Turnhalle einzurichten. Weil die Kosten zu hoch gewesen wären, wurde diese Idee aber fürs Erste verworfen. (uq) [3]

Einordnung

Ersteller, Baumeister, Architekt, Künstler:
Kirch, Julius und Rudolf (Architekten), Saarbrücken
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Katholische Kirchen
Zeit:
1972
Epoche:
20. Jahrhundert

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.704659
lat: 49.821345
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet

http://www.ehrang.de/

Datenquelle

[1] Werner Schuhn: Ehrang. Landschaft, Geschichte, Gegenwart. 2 Bände. Trier 1989. Hrsg.: Arbeitsgemeinschaft für Landesgeschichte und Volkskunde des Trierer Raumes. [2] 16vor http://www.16vor.de/index.php/2009/11/14/bistum-trennt-sich-von-kirche/ [3] Trierischer Volksfreund vom 10.03.2010 http://www.volksfreund.de/totallokal/trier/Heute-in-der-Trierer-Zeitung-Trier-Kirche-Inventar-Internet;art754,2382110

Bildquellen

1 Bild: © Sebastian Schritt, Trier, 2010. http://www.flickr.com/photos/trier51/

Stand

Letzte Bearbeitung: 12.04.2010

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