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Sankt Michael

Steffeln, Gemeinde Steffeln
Kirchweg 4

Katholische Pfarrkirche

Auf diesem Felsen will ich meine Kirche bauen - 300 Jahre Pfarrkirche St. Michael Steffeln Am vergangenen Wochenende feierte die Pfarrei Steffeln Kirmes. Patron der Pfarrkirche ist der heilige Erzengel Michael. Traditionsgemäß findet das Kirchweihfest stets am ersten Sonntag nach dem Michaelstag (29. September) statt. Pastor Mallmann zelebrierte den Festgottesdienst, da seit dem 1. September 2011 die Pfarrei Steffeln zur neu errichteten Pfarreiengemeinschaft Obere Kyll gehört. In diesem Jahr konnte ein besonderes Jubiläum gefeiert werden: Vor genau dreihundert Jahren ist der Neubau des Kirchenschiffes fertiggestellt worden. "Auf diesem Felsen will ich meine Kirche bauen": Diese bekannten Worte Jesu an Simon Petrus aus dem Matthäus-Evangelium (16, 18) passen besonders gut auf das Bild, das die Steffeler Kirche abgibt: Sie thront auf einem steil aus dem Talboden aufwachsenden Tufffelsen über dem Dorf, der wohl bereits schon in spätrömischer Zeit eine Kultstätte trug. Im Hochmittelalter stand auf dem Plateau eine Burg, was eine Urkunde aus dem Jahre 1282 belegt. Als Relikt dieser Burganlage, an deren Stelle heute die Kirche steht, sehen einige Forscher in der heutigen Sakristei die frühere Burgkapelle. Nachdem diese dann für die wachsende Dorfbevölkerung zu klein geworden war, scheint um die Mitte des 16. Jahrhunderts eine neue Kirche gebaut worden zu sein. Über diese Kirche, die nach 1660 die Pfarrkirche der neuen Pfarrei Steffeln war, klagte jedoch 1687 der dritte Steffeler Pfarrer, Johannes Blum, bei Weihbischof von Anethan: "Die Kirche ist gänzlich zerfallen und droht Gefahr. Die Pfarrgenossen und der Zehntherr (der Graf von Manderscheid- Gerolstein) weigern sich, die Reparatur der Kirche zu besorgen". Trotz der Klagen ließen sich die Steffeler noch über zwanzig Jahre Zeit: 1699 wurde die baufällige Kirche niedergelegt. Aus dem Visitationsbericht von Dechant Hoffmann vom 27.7.1713 erfahren wir dann: "Vor wenigen Jahren haben sie eine neue Kirche gebaut mit Ausnahme des Turms. Das sacrarium usw. Ist in gutem Zustande und die neue Kirche zur vollen Zufriedenheit ausgestattet." Das mit dreiseitigem Chor geschlossene Kirchenschiff ist ein einfacher verputzter Bruchsteinbau mit Kreuzgewölbe und mit vier rund geschlossenen Fenstern auf jeder Seite, dazu zwei im Chor. Das Kirchenschiff zeigt die im Erzbistum Köln, zu dem Steffeln bis 1930 gehörte, noch lange nachwirkende spätgotische Formensprache. Der an der Ostseite angebauten Sakristei wurde wahrscheinlich jetzt ihre geschweifte Barockhaube aufgesetzt. Der alte Kirchturm aus dem 16. Jahrhundert mit einer schlanken, achtseitigen Schieferpyramide als Dach sollte noch über 200 Jahre stehen bleiben. Wenige Jahre nach dem Ersten Weltkrieg, 1923/24, wurde dann ein neuer massiger Westturm gebaut, nach Plänen der bekannten Trierer Architekten Gracher und Peter Marx. Während das Kirchenschiff äußerlich unverändert die Jahrhunderte überdauert hat, ist von der ursprünglichen Innenausstattung nur wenig erhalten geblieben: Bemerkenswert ist der aus Lavatuff gefertigte Taufstein in Becherform aus dem 17. Jahrhundert, der auf der linken Seite vor dem Chor steht. Dahinter steht die Staue des Erzengels Michael in der seltenen Darstellung als Totenwäger, eine Arbeit aus der Mitte des 12. Jahrhunderts. Die 1861 neu angeschafften Nebenaltäre, die die ursprünglichen Renaissance-Nebenaltäre ersetzten, wie auch die Kanzel und die Kommunionbank vom Ende des 19. Jahrhunderts mussten einer Modernisierung Ende der 1950iger Jahre weichen. Den Chor dominiert seit 1890 der von dem Euskirchener Kunstschreiner Haag angefertigte neogotische Hochaltar. In einer Nische über dem Tabernakel sehen wir die St. Michaels-Staue mit Schwert und Schild (mit der Aufschrift Quis ut deus: Wer ist wie Gott). Bei der umfangreichen Innen- und Außenrenovierung unter Pfarrer Klaus Dieter Scherer 1974/75 wurde ein Teil der neogotischen Kommunionbank wiederverwertet und zum Zelebrationsaltar umgearbeitet. Bunte Glasfenster mit biblischen Motiven, davon im Chor und im Turm nach Entwürfen des aus Steffeln gebürtigen Pfarrers Johann Matthias Finken, schmücken seit 1952 den Kirchenraum. Dem Besucher zeigt sich heute das Kircheninnere im Bild der 1999/2000 grundlegend neugestalteten Ausmalung nach Entwürfen von Vera Finken und Peter Bongards. Insgesamt kamen 3450 Arbeitsstunden zusammen, eine unglaubliche Leistung der Pfarrangehörigen – ein ebenso bemerkenswertes Ergebnis erbrachten die Haussammlungen und Spenden. Als klangliches Schmuckstück vervollkommnet seit dem 7.12 2007 eine neue elektronische Orgel die Ausstattung der Kirche. [1] Saalbau wohl von 1711, Westturm bezeichnet 1923; Kriegerdenkmal 1914/18, Erzengel Michael, nach 1945 erweitert; Schaftkreuz, Basaltlava, wohl aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. [2]

Einordnung

Ersteller, Baumeister, Architekt, Künstler:
Marx, Peter (Architekt) Trier [1871-1958]; Gracher, Peter (Trier)
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Katholische Kirchen
Zeit:
1711
Epoche:
Barock / Rokoko

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.569177
lat: 50.287867
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet

www.steffeln.de http://www.steffeln.de/

Datenquelle

[1] Werner Grasediek, Steffeln, 2017. [2] Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz (Stand: 3. Januar 2013). "Liste der Kulturdenkmäler in Steffeln". In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 23. Juli 2015, 13:31 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Liste_der_Kulturdenkm%C3%A4ler_in_Steffeln&oldid=144308255 (Abgerufen: 14. März 2017, 23:24 UTC)

Bildquellen

1 Bild: © Margraff: Kirchen, Burgen, Bauernhäuser. Verlag der Akademischen Buchhandlung Interbook Trier, 1986
2 Bild: © Dorothea Witter-Rieder, Konz, 2001
3 Bild: © Dorothea Witter-Rieder, Konz, 2001
4 Bild: © Dorothea Witter-Rieder, Konz, 2001
5 Bild: © Dorothea Witter-Rieder, Konz, 2001
6 Bild: © Dorothea Witter-Rieder, Konz, 2001

Stand

Letzte Bearbeitung: 19.01.2010

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