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Ortsgeschichte Gerolstein

Gerolstein, Gemeinde Gerolstein

Beschreibung

Das Buchenloch, eine Höhle in der Nordwand der Munterley, lieferte Funde, die bis in die ältere Steinzeit zurückreichen (Moustérien). Auch andere Höhlen des Massivs waren bewohnt. Später wurde die Niederterrasse des rechten Kyllufers besiedelt. Als Fliehburg diente die Dietzenley, deren ehemaliger Ringwall (sogenannte Keltische Mauer) in seinen Resten gut erhalten ist (bronzezeitliche Funde u.a. im Landesmuseum Trier). ­ Aus römischer Zeit wurden mehrere Gutshöfe in der näheren und weiteren Umgebung festgestellt: Beim Bau der Erlöserkirche legte man auf einem 6 Morgen großen Gelände Teile eines ausgedehnten Landsitzes, die Villa Sarabodis, frei. In den Kämpfen der Völkerwanderungszeit wurde er zerstört. Im Brandschutt über den Mauerresten fanden sich Frankengräber mit Skeletten von mehr als 2 Meter Größe, zum Teil mit vollständigem Gebiss und Verletzungen von Beilhieben an Kopf und Schultern (s. Museum). Das Modell der am besten erhaltenen Badeanlagen, die nicht geborgen werden konnten, befindet sich neben vielen anderen Funden im Museum neben der Kirche. Ebenfalls zerstört wurde der Juddekirchhof, eine keltisch-römische Kultstätte mit mehreren Tempeln innerhalb eines ummauerten Berings, bei dem es sich nach Funden zu urteilen um einen bedeutenden und vielbesuchten Wallfahrtsort handelte. Aufgrund von Funden ist auch zu schließen, dass die versiegte Sidinger Quelle am Mühlenwäldchen schon in der Steinzeit benutzt worden ist. ­ Der Landbesitz, heute noch Hofacker genannt, wurde Königsgut der Pippiniden. Pippin schenkte ihn 763 dem Kloster Prüm. Im Bereich um die Villa entstand die Ortschaft Sarresdorf. ­ Um 1115 erbaute auf dem steil aus dem Tal der linken Kyllseite aufsteigenden Dolomitfels Gerhard I. von Blankenheim ein Schloss, Gerhardstein, woraus Gerolstein als Ortsbezeichnung entstand. Es wurde auch Löwenburg genannt. 1336 verlieh Kaiser Ludwig der Bayer dem Burgdorf die Stadtrechte. 1548 erbten, nach dem Aussterben der Blankenheimer, die Grafen von Manderscheid die Besitzungen. Kaiser Ferdinand III. bestätigte am 22. August 1653 das Stadtprivileg. 1691 wurden Burg und Stadt von französischen Truppen besetzt. Um sie zu vertreiben, schoß General von Eltern mit jülichschen Truppen vom Heidkopf aus die Burg in Brand, wobei die kleine Stadt ebenfalls völlig zerstört wurde. 1708 wütete wieder ein verheerender Brand, dem ein dritter 1784 folgte. Die letzte Katastrophe erlebte der Ort 1944/45 durch zahlreiche Bombenangriffe, denen circa 80 Prozent der Gebäude zum Opfer fielen. ­ 1794 gehörten zur Herrschaft Gerolstein die Orte Stadtkyll, Lissendorf und Roth. 1804 wurde der gräfliche Besitz versteigert, Gerolstein wurde Kantonssitz. 1953 erhielt es wieder die Stadtrechte.

Einordnung

Kategorie:
Geschichte / Ortsname / Ortsgeschichte / Ohne
Zeit:
Undatiert
Epoche:
Undatiert

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.652715
lat: 50.222734
Lagequalität der Koordinaten: Ortslage
Flurname: Ortslage

Internet

http://www.gerolstein.de/ http://www.gerolstein.de/

Datenquelle

Internet

Bildquellen

1 Bild: Macquoid: In the Volcanic Eifel. Dodd Mead & Company, New York, 1896.
2 Bild: Macquoid: In the Volcanic Eifel. Dodd Mead & Company, New York, 1896.
3 Bild: fredy Lange (1938). Sammlung Wilma Herzog, Gerolstein, 2012. © Edith Lange-Löckenhoff.
4 Bild: Fredy Lange (undatiert). Sammlung Wilma Herzog, Gerolstein, 2012. © Edith Lange-Löckenhoff.
5 Bild: Fredy Lange (undatiert). Sammlung Wilma Herzog, Gerolstein, 2012. © Edith Lange-Löckenhoff.
6 Bild: Fredy Lange (undatiert). Sammlung Wilma Herzog, Gerolstein, 2012. © Edith Lange-Löckenhoff.

Stand

Letzte Bearbeitung: 01.07.2012

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