Datenbank der Kulturgüter
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Judenkirchhof - Gallo-römisches Heiligtum

Pelm, Gemeinde Pelm

Naturschutzgebiet Gerolsteiner Dolomiten

Fundstelle 1233 Gallo-römisches Heiligtum westlich von Pelm auf einer leicht nach Südost abfallenden Hochfläche über dem felsigen Kylltal. Das Heiligtum war durch Alt- und Raubgrabungen bereits großflächig zerstört, als 1928 unter Leitung P. Steiners erste systematische Untersuchungen erfolgten. In jüngerer Zeit hat eine 1986 vom Rheinischen Landesmuseum Trier durchgeführte Ausgrabung wichtige neue Ergebnisse geliefert. Das von einer Kalksteinmauer begrenzte Temenosareal ist trapezförmig bei einer maximalen L. von 65 m und einer größten Br. von 42 m. Innerhalb der Temenosmauer liegt ein gallo-römischer Tempel mit Cella und Umgang, in dem bereits 1833 eine Kalksteinplatte mit Weiheinschrift für die Göttin Caiva gefunden wurde. Die ausführliche Bauinschrift berichtet, daß ein Mann namens Marcus Victorius Polentius 100.000 Sesterze für die Errichtung eines Caiva-Tempels stiftete. Die Inschrift kann in das Jahr 124 n. Chr. datiert werden. Fundamente eines zweiten Tempels wurden dicht nördlich erfaßt. Ein weiterer Tempel lag im Nordosten des Temenosareals. In diesem Bereich wurde 1986 eine fragmentarisch erhaltene Keulenplastik aus rotem Sandstein gefunden, die wahrscheinlich von einer Herkulesstatue stammt. Der Torso einer Herkulesstatue aus rotem Sandstein war 1834 im Heiligtum gefunden worden, ging aber verloren. Einige Bronze- und zahlreiche Terrakottastatuetten stellen Merkur, Muttergottheiten sowie Fortuna und Venus dar. Die Reihe der im Rheinischen Landesmuseum Trier aufgelisteten Münzen beginnt mit einem spätrepublikanischen Quinar (47/46 v. Chr. in Afrika geprägt, RRC 1054) und endet mit Prägungen der Zeit um 400 n. Chr. Unter den Metallkleinfunden ist eine Bronzefibel vom Frühlatèneschema mit großem vasenförmigen Fuß bemerkenswert, die in die ausgehende Frühlatènezeit zu setzen ist (Trierer Zeitschrift für Geschichte und Kunst des Trierer Landes und seiner Nachbargebiete 4, 1929, 175 Abb. 2). Da bisher nur ein Bruchteil der Funde publiziert wurde, ist eine Beurteilung des Fibelspektrums kaum möglich. Vereinzelte Fibeln vom Spätlatèneschema (Trierer Zeitschr. 9, 1934, 153 Abb. 19,10) könnten noch Lt D2-zeitlich sein. Spätaugusteische Typen sind ebenso vertreten wie Stücke der Mitte des 1. Jahrhunderts. n. Chr. Zahlreich sind figürliche Fibeln und Emailfibeln des späten 1. bis 3. Jahrhunderts Die Baugeschichte der Anlage ist unklar. Spuren einer Holzbauphase wurden anscheinend nur unter der Umgangsmauer des sog. Caivatempels beobachtet (Cabuy 1991, 322). Die Steinbebauung ist mindestens zweiphasig, da die Temenosmauer durch später errichtete Gebäude gestört wurde. Der nähere Charakter des Heiligtums ist unklar. Steiner (1926, 156 Anm. 32) erwog einen Zusammenhang mit den vulkanischen Mineralquellen der Gegend und setzt eine Wasserleitung vom ca. 600 m nordwestlich gelegenen "Nollenborn" zum Tempelbezirk voraus. Ca. 20 m westlich der Temenosbegrenzung wurden die Fundamente eines annähernd halbrunden Gebäudes mit einem südlich vorgelagerten rechteckigen Bauwerk freigelegt, bei denen es sich um die Überreste eines Kulttheaters handeln dürfte. Ob es weitere Gebäude im Umfeld des Tempelareals gab, ist nicht bekannt. Oberflächenfunde römischer Kleinbronzen und Münzen finden sich noch in einiger Entfernung südlich und westlich der Ausgrabungsflächen. Binsfeld 1987, 373f.; Binsfeld u.a. 1988, XVIII m. Abb. 5 aund27; Cabuy 1991, 322ff.; Cüppers 1990, 519f.; Krüger 1930, 249ff.; Steiner 1926, 150ff.; Trierer Zeitschrift für Geschichte und Kunst des Trierer Landes und seiner Nachbargebiete 55, 1992, 425; Trierer Zeitschrift 59, 1996, 242f. In: Römisch-Germanische Forschungen, Bd. 63. Eisenzeitlicher Kulturwandel und Romanisierung im Mosel-Eifel-Raum. Die keltisch-römische Siedlung von Wallendorf und ihr archäologisches Umfeld. Römisch-Germanische Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts Frankfurt a. M. Fundstellenkatalog von: Dirk L. Krausse unter Mitarbeit von Antje Fischbock. 2006

Einordnung

Kategorie:
Archäologische Denkmale / Sakralbauten / Tempel, Heiligtümer
Zeit:
Circa 500 vor Chr. bis circa 500 nach Chr.
Epoche:
Kelten- / Römerzeit

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.67458932522
lat: 50.2306376453
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Judenkirchhof

Internet

http://www.dainst.org/medien/de/krausse.pdf

Datenquelle

Fundstellenkatalog: Die keltisch-römische Siedlung von Wallendorf und ihr archäologisches Umfeld. Dirk L. Krausse unter Mitarbeit von Antje Fischbock. 2006 und Kreisverwaltung Vulkaneifel, Abteilung 1 - Kommunales und Recht; 2008.

Bildquellen

1 Bild: © Dr. Christian Credner, Lambertsberg, 2011. http://www.flickr.com/photos/36577363@N04
2 Bild: © Uwe Widera, 54550 Daun, 2010.
3 Bild: © Uwe Widera, 54550 Daun, 2010.
4 Bild: © Uwe Widera, 54550 Daun, 2010.
5 Bild: © Uwe Widera, 54550 Daun, 2010.
6 Bild: © Uwe Widera, 54550 Daun, 2010.

Stand

Letzte Bearbeitung: 13.06.2011

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