Datenbank der Kulturgüter
in der Region Trier





© OpenStreetMap Mitwirkende
CC-by-SA 2.0





Flialkirche Sankt Kornelius (2)

Scheid, Gemeinde Scheid
Frauenkroner Straße 1

Beschreibung

[...] Die Kapelle wurde 1968 erbaut als Nachfolgerin einer kleinen Kapelle in der Dorfmitte. Dieser aus Bruchsteinen bestehende Vorgängerbau datierte laut Prof. Zender vom Jahre 1739. Der Zustand war aber mit der Zeit so schlecht geworden, dass er schließlich abgerissen und durch den heutigen, weit größeren Neubau ersetzt wurde. Ein großes Kreuz erinnert noch an den früheren Standort. Die neue Kapelle, von den Dimensionen her schon eher als Kirche anzusprechen, hat wie die alte Kapelle als Hauptpatron den heiligen Cornelius, als Nebenpatron die heilige Apollonia (gegen Zahnweh angerufen). Warum diese Heiligen erkoren wurden, ist nicht bekannt. Durch den Ort führte aber die "Napoleonstraße" nach Aachen, die auch als Pilgerstraße nach Kornelimünster benutzt wurde. Vielleicht liegen hier Gründe für die Wahl des heiligen Cornelius. Die Cornelius-Statue der heutigen Kapelle links vom Altar stammt aus der alten Kapelle. Es ist eine farbige Gipsfigur im Stile des 19. Jahrhunderts: Der jugendlich wirkende Cornelius hält in der Rechten ein goldenes Horn hoch, das mit der kleinen Öffnung nach oben zeigt (ein Jagdhorn, um darauf zu blasen, oder ein Trinkhorn, das er ausgießt?). Die Linke umfasst den Knauf eines langen Schwertes, da er laut Legende enthauptet wurde. Als am 15. März 1945 die Amerikaner das Dorf besetzten, trieben sie die Bewohner in der Kapelle zusammen. Von deutscher Seite wurde weiter ins Dorf geschossen. Ein Granatsplitter schlug in die linke Seite der Corneliusstatue ein; sonst wurde aber niemand verletzt. Zur Erinnerung wurde dieses Loch absichtlich nicht repariert und ist noch heute an der Statue zu sehen. Die kleine Glocke am modernen Glockenturm stammt ebenfalls aus der alten Kapelle, wo sie in einem kleinen Türmchen hing. Etwa im Jahre 1943 war sie von den Nazis weggenommen worden, um für Kriegszwecke eingeschmolzen zu werden. In der Nacht machten sich einige Bauern aus dem Dorf auf den Weg und holten sie wieder zurück. Grabstein diente als Altarplatte Aus der alten Kapelle wurde auch die alte, teilweise verwitterte Altarplatte übernommen und an der linken Außenwand des Neubaus befestigt. Anscheinend war diese große, rote Platte ursprünglich ein Grabstein. Unter einem großen eingemeißelten Kreuz steht eine Inschrift, die etwa wie folgt zu entziffern ist: OBYTAN NO 1750 DEN Z DECEMBRIS JOHANN ESHEIN REICHCRE MER (vielleicht so zu lesen: Es starb im Jahre 1750 am 10. Dezember Johannes Heinrich Cremer). Im Stein befindet sich eine rechteckige Vertiefung für Reliquien. Beim Ausbau der Altarplatte wurde hieraus ein kleines Kästchen entnommen, das offenbar Reliquien enthielt. Es wurde ungeöffnet in die Altarplatte der neuen Kapelle eingesetzt. Corneliusschafe gehalten Aus der alten Kapelle wurde auch die Statue der heiligen Apollonia in die neue Kapelle überführt. Sie genießt anscheinend größere Popularität als der heilige Cornelius, an dessen Festtag heute lediglich eine feierliche Messe gehalten wird. Früher war dies wohl anders. Laut Prof. Zender wurde das Corneliusfest "mit viel Zulauf gefeiert". Es seien "Corneliusschafe gehalten" und Cornelius sei als Patron gegen die Fallsucht verehrt worden. "Conni" war nicht ungebräuchlich Obwohl der Vorname Cornelius heute selten geworden ist, kennt Bürgermeister Heinzius noch mehrere Personen aus der Gegend, die diesen Namen tragen. In der Regel würden sie Conni (vgl. Welchenhausen) gerufen, einer auch Kornel (1. Silbe betont).

Einordnung

Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Katholische Kirchen
Zeit:
1968
Epoche:
20. Jahrhundert

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.418014
lat: 50.360124
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet

http://www.cornelissen.de/name/cor_tri6.htm

Datenquelle

http://www.cornelissen.de/name/cor_tri6.htm

Bildquellen

Stand

Letzte Bearbeitung: 08.09.2008

Die Datenbank zum Mitmachen

Sie haben weitere Informationen und/oder Bilder zu diesem Kulturdenkmal oder zu anderen Kulturdenkmälern in der Region Trier. Wir freuen uns über alle weiteren Informationen. Bitte senden Sie uns eine e-mail an kulturdatenbank@gmx.de.

Vielen Dank!

Wir bedanken uns ganz herzlich bei den vielen Personen, die uns im Laufe der Jahre so viele Bilder und Objektbeschreibungen zugesendet haben. Ihre Namen sind auf den jeweiligen Seiten vermerkt. Darüber hinaus bedanken uns bei folgenden Institutionen für die Unterstützung unseres Projekts:


Volkskunde- und Freilichtmuseum Roscheider Hof, Konz


 
Fachbereich Wirtschaft und Rechenzentrum

 
NETGis, Gesellschaft für Geoinformation und Umweltplanung


Soziale Netzwerke

Bookmarken Sie diese Seite in einem sozialen Netzwerk:

facebook  twitter  studiVZ  Google  del.icio.us  digg  mrwong  webnews  yigg



Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit