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Ehemalige Borbachsmühle

Daun, Gemeinde Daun
Bahnhofstraße 10

Aufnahme von 1925 und 1930

[…] Im mittelalterlichen Daun gab es zwei Mühlen. Die eine lag am östlichen Fuße des Burgbergs an der Lieser. Sie wurde je nach Besitzer als "Eschermanns Mühle", "Hamanns Mühle", hauptsächlich aber als "Bolensmühle" bezeichnet, weil die Familie Bolen sie 1582 aufbaute und seither über Jahrhunderte im Besitz hatte. Die Familie Bolen hatte in Daun großen Einfluss und Macht. Sie stellte von 1563 bis 1780 mit dem Amtskellner einen hohen kurfürstlichen Beamten in Daun. Irrigerweise wurde die Mühle, die früher das Hotel "Eifeler Hof", dann das Hotel-Restaurant "Pfeffermühle" und heute ein chinesisches Restaurant in der Bahnhofstraße beherbergt, als "Herrenmühle" bezeichnet. Die zweite Dauner Mühle lag zwei Kilometer außerhalb der Stadt auf halbem Wege nach Gemünden, etwas abseits der Lieser, am Beginn eines Seitentals (Fußweg zur Jugendherberge und Weinfelder Maar). Diese Mühle erhielt die Wasserkraft nicht durch die Lieser, sondern durch den "Borbach" der etwa 400 m nördlich und unterhalb des Weinfelder Maares entspringt, aber keine Verbindung zum Maar hat. Rund 160 cbm Wasser betrug früher die Quellschüttung, die auch in trockenen Sommermonaten nicht versiegte und damit gute Voraussetzungen für den Mühlenbetrieb bot. Diese Mühle wurde viele Jahrhunderte als "Borbachsmühle" bezeichnet, der Name "Bau(e)rnmühle" stammt von einem früheren Besitzer, der Familie "Baur". Die Bezeichnung "Roben'sche Mühle" ist so gut wie unbekannt. Die Herren von Kesselstatt stammten aus der Gegend von Hanau und waren seit dem 14. Jahrhundert in Diensten der Trierer Kurfürsten und seit 1404 auch als kurtrierische Amtmänner in Daun tätig. Dauner Amtmänner der Familie Kesselstatt sind 1420,1425, 1451,1472 und 1660 urkundlich belegt. Sie hatten in ihrer Amtszeit auch Besitztümer und Güter im Dauner Raum. Unter anderem gehörte ihnen zeitweise die Hälfte der "Borbachsmühle". Am 19. August 1660 bestätigten Johann Eberhard von Kesselstatt, Herr zu Föhren, kurfürstlichtrierischer Rat und Amtmann zu Cochem, Daun und Ulmen und seine Ehefrau Anna Anthonetta, daß sie "unsere halben Borbachsmühlen zu Daun" dem Matheis Maas und seiner Ehefrau Katharina, geborene von Süß aus Giilenfeld verlehnt hatten. Ein Beweis, daß die Mühle schon vor 1660 bestanden haben muss. Der Pächter Matheis Maas war "gräflich markischer" (= arenbergischer) Schultheiß in Giilenfeld und hatte auch die "Holzmühle" (Gillenfelder Mühle) von 1622-1653 in Erbpacht. In diesem Lehensbrief von 1660 bestätigt der Dauner Amtmann von Kesselstatt, dass er die halbe Mühle mit Garten und Wiese als Mannlehen des Kurfürsten erhalten hat und sie nun an die Eheleute Simon Baur und Katharina geborene Maas und deren Erben neu verlehnt. Simon Baur war der erste Pächter, der der Borbachsmühle seinen Namen gab, denn in späteren Jahren findet sich häufig auch die Bezeichnung: »Baurnmühle«. Simon Baur war der Schwiegersohn des Gillenfelder Schultheißen und Spezialeinnehmers Matheis Maas; die Einnahmen aus der Mühle blieben also in der Familie. Die Pächter mussten im Todesfall das Erblehen erneut beantragen und jedesmal die sogenannte Kurmuth (= Abgabe für den Erbfall) von vier Reichstalern zahlen. Als Pacht waren 15 Fass Korn und 1 1/2 Fass Breimehl nach Dauner Maß jedes Jahr an "Martini" zur Kellnerei Daun, in die heutige Burgscheune, zu liefern. Am 7. 1. 1675 wurde die Belehnung von 1660 durch den Kurfürsten bestätigt, nachdem die Kesselstatt'schen Renten und Rechte an der Mühle (vermutlich 1659) auf den Kurfürsten übergegangen waren. Dieses Lehen wurde am 31. März 1691 auf den ältesten Sohn des Simon Baur, Theodor Josef Baur und seine Hausfrau nach einer Urkunde des Amtskellners Bohlen zu den gleichen - vorhin genannten -Bedingungen übertragen. [1]

Einordnung

Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Technische Bauten und Industrieanlagen / Mühlen
Zeit:
1660
Epoche:
Renaissance

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.834135
lat: 50.195977
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet

http://www.jahrbuch-daun.de/VT/hjb1998/hjb1998.39.htm

Datenquelle

[1] Friedbert Wißkirchen, Daun: Zeitbilder der Kreisgeschichte. Bauernmühle - Borbachsmühle - Spendenbrot für die Armen der Pfarrei Daun. Heimatjahrbuch Daun 1998.

Bildquellen

1 Bild: Archiv der Verbandsgemeinde Daun
2 Bild: Archiv der Verbandsgemeinde Daun

Stand

Letzte Bearbeitung: 10.11.2010

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