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Ehemalige Christuskirche

Heiligkreuz, Gemeinde Trier
Trevererstraße

Evangelische Kirche

Kirchengemeinde schließt Christuskirche Spätestens in fünf Jahren sollen hier keine Glocken mehr läuten: der Turm der Christuskirche in Heiligkreuz. Das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Trier hat einschneidende Strukturveränderungen beschlossen. Bis 2014 sollen sowohl die Christuskirche als auch das Gemeindezentrum im Stadtteil Heiligkreuz geschlossen werden. Außerdem ist geplant, das Klaus-Lohmann-Haus auf der Tarforster Höhe aufzugeben. Anlass für die gravierenden Maßnahmen ist eine Prognose, derzufolge der Evangelischen Kirche bis 2030 rund die Hälfte ihrer momentanen finanziellen Mittel wegbrechen werden. TRIER.Vor etwas mehr als 45 Jahren, am 15. Dezember 1963, wurde die nur wenige Hundert Meter vom Mattheiser Weiher entfernte Evangelische Christuskirche eingeweiht. Dass die Gemeindemitglieder in fünf Jahren das 50-jährige Bestehen ihres Gotteshauses feiern können, scheint mehr als fraglich. Denn das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde hat nun beschlossen, die Christuskirche samt Gemeindezentrum bis spätestens 2014 zu schließen. Die Kindertagesstätte soll zwar erhalten bleiben, jedoch in das am Palastgarten gelegene Wichernhaus umziehen. Das ist schon deshalb bemerkenswert, weil die Evangelische Kirche erst vor fünf Jahren ihren Regelkindergarten im Wichernhaus aufgab. Seither wird die Einrichtung von der Trierer Lebenshilfe getragen, die in den Räumlichkeiten eine Integrative Kindertagesstätte eingerichtet hat. Auf Anfrage bestätigte Lebenshilfe-Vorstandsmitglied Stephan Morbach gestern gegenüber 16vor, dass die Evangelische Kirchengemeinde bereits signalisiert habe, den bis 2014 laufenden Mietvertrag nicht zu verlängern. Die Lebenshilfe halte deshalb bereits Ausschau nach einem Ausweichquartier und stehe in dieser Angelegenheit auch schon im Kontakt mit dem städtischen Sozialdezernat. Die Evangelische Kirchengemeinde will ihre einschneidenden Strukturveränderungen, darunter die ebenfalls geplante Aufgabe des Klaus-Lohmann-Hauses auf der Tarforster Höhe, am Freitag in einer Pressekonferenz bekanntgegeben. Doch viele der rund 10.000 Gemeindemitglieder werden die Maßnahmen dann nicht mehr überraschend kommen. Schließlich sind die nunmehr getroffenen Entscheidungen das Ergebnis eines längeren Diskussionsprozesses, und im dieser Tage verschickten Gemeindebrief werden die evangelischen Christen bereits auf die Veränderungen eingestimmt. Droht der Christuskirche das Schicksal der Ursulinen-Kapelle? "Rückläufige Finanzen machen neue Strukturen nötig", ist der Beitrag überschrieben. In dem Text wird darauf verwiesen, dass die Evangelische Landeskirche damit rechnet, dass ihr in den nächsten beiden Jahrzehnten etwa die Hälfte der gegenwärtigen Einnahmen wegbrechen werden. Besonders gravierend werde sich dieser Rückgang in den "südrheinischen Gebieten wie Trier" bemerkbar machen, hingen diese doch "ohnehin von der Unterstützung der ‘reicheren’ nordrheinischen Kirchenkreise ab". Ursache für den Einbruch auf der Einnahmeseite sei vor allem der demografische Wandel. Die Kirchenaustritte halten sich offenbar in Grenzen, von "weitgehend stabilen Mitgliedszahlen" ist die Rede. Ein vom Presbyterium berufener "Strukturausschuss" stellte in den vergangenen Wochen und Monaten Bereiche wie Personalkosten, Verwaltung und Immobilien auf den Prüfstand. Eines der Ergebnisse laut Gemeindebrief: "In Seelsorge und Kirchenmusik, Jugend- und Kindergartenarbeit soll der Personalbestand erhalten bleiben". Die Entscheidung, das Gemeindezentrum und die Christuskirche in Heiligkreuz in den nächsten fünf Jahren zu schließen, sei das Ergebnis eines Abwägungsprozesses gewesen. Dass sich das Presbyterium schließlich für den Erhalt des Dietrich-Bonhoeffer-Hauses in der Nordallee aussprach, liege an dessen zentraler Lage und auch daran, dass schätzungsweise 600.000 Euro notwendig wären, um die bauliche Substanz der Christuskirche auf Vordermann zu bringen. Künftig soll sich das Gemeindeleben noch stärker als bisher auf die Innenstadt konzentrieren. So plant die Evangelische Kirche in den Ungers-Arkaden gleich neben der Konstantin-Basilika ein Café, das als Begegnungs- und Informationszentrum dienen soll. Außerdem soll der Caspar-Olevian-Saal stärker als bisher genutzt werden. Was mit dem Gebäudekomplex und Gelände in Heiligkreuz geschehen wird, ist noch unbekannt. Einigermaßen wahrscheinlich scheint aber, dass die Evangelische Kirche versuchen wird, die Immobilie zu veräußern. Schließlich liegt die Fläche in einem der bevorzugten und nach wie vor teuersten Wohnlagen der Stadt. Gut möglich, dass die Christuskirche schon in den einigen Jahren das selbe Schicksal ereilen wird, wie die Klosterkapelle der Ursulinen in der Heiligkreuzer Bernhardstraße: Die musste für ein paar Mehrgeschossbauten der städtischen Wohnungsbau- und Treuhand AG gbt weichen.

Einordnung

Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Evangelische Kirchen
Zeit:
1963
Epoche:
20. Jahrhundert

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.647522
lat: 49.73435
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet

http://de.wikipedia.org/wiki/Trier-Heiligkreuz

Datenquelle

Marcus Stölb in 16 vor http://www.16vor.de/index.php/2009/01/27/kirchengemeinde-schliest-christuskirche/

Bildquellen

1 Bild: © Sebastian Schritt, Trier, 2010. http://www.flickr.com/photos/trier51/
2 Bild: © Sebastian Schritt, Trier, 2010. http://www.flickr.com/photos/trier51/

Stand

Letzte Bearbeitung: 01.10.2014

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