Datenbank der Kulturgüter
in der Region Trier





© OpenStreetMap Mitwirkende
CC-by-SA 2.0









zum Vergrößern auf das Bild klicken

Ortsgeschichte Leiwen

Leiwen, Gemeinde Leiwen

Beschreibung

In einer Urkunde Karls des Großen vom 1. September 802 wird Leiwen (Lyve) in der Grenzbeschreibung eines Bannforstes der Trierer Domkirche erstmals urkundlich erwähnt. Zwei Villen in den Distrikten Im Bohnengarten und Hostert sind Zeugnisse für die römische Besiedlung in Leiwen. Die bei den Ausgrabungen gefundenen Rebenmesser sind darüber hinaus Belege für den hiesigen Weinanbau bereits in römischer Zeit. Das Leiwener Ortswappen zeigt u.a. eine Münze mit dem Portrait Livias, (58 v.- 29. n. Chr.), so will es die Sage, soll Livia hier ein Landhaus besessen haben und später der Ort nach ihr benannt worden sein. Entstehung und wahrscheinlichere Namengebung: Leiwen liegt zwischen zwei Römerstraßen. Die erste an der Mosel entlang, von Detzem über Leiwen nach Neumagen, die zweite von Neumagen über den Kronberg, Zummet, die Mehringer Höhe ins Tal nach Fell. Zwischen diesen beiden Straßenzügen bestand eine aufsteigende Verbindung, die wahrscheinlich am Judenfriedhof entlang den Alsberg hinaufführte. Einen solchen Weg, der den Berg hinaufführt, nannten die Römer clivus, ein Wort, das nicht nur Abhang/Hügel bedeutet, sondern auch den Weg bezeichnet, der den Hang hinaufführt. Leiwen wäre demnach der Ort, der an einem Abhang (clivus) liegt. Das C in clivus schwächt sich im Laufe der Zeit immer mehr ab, bis es vollständig verschwand. (clivus-Lyve-Leiwen) Leiwen dürfte wohl zu einem religiösen Zentrum gehört haben, das sich im 6. Jahrhundert um Müstert/Piesport gebildet hat. 1350 wird Leiwen als Mutterkirche bezeichnet. Das Sankt Stephanus-Patrozinium deutet auf eine frühe Pfarrkirche hin. Von der älteren Kirche (um 1500) steht noch der spätgotische Chor mit spitzbögigen Maßwerkfenstern. Langhaus und Westturm wurden 1769 errichtet, nach einem Plan von Seitz durch seinen Bruder Andreas. 1923 Erweiterung der Kirche um zwei Seitenschiffe durch Peter Marx, Trier. 1982 letzte Renovierung, bei der man alte Malereien freigelegt hat. Hauptaltar, Seitenaltäre und Kanzel Rokoko aus der Zeit um 1770. 2 Beichtstühle und 25 Kirchenbänke mit Rokoko auf den Wangen. 1851 ist der Hauptaltar verbrannt. 1938 erwarb der damalige Pastor Kurtenbach einen Barockaltar, der sehr gut zu den Seitenaltären passt. Das Kurtrierische Hoheitszeichen über der Tür des sogenannten Zehnthofes ist ein Hinweis darauf, dass dieses Haus Sitz des Meiers, des Vertreters des Trierer ErzbischofsundKurfürsten war. Sicherlich auch Sitz des Leiwener Hochgerichts; die Scheune, Ställe und Keller dienten als Lagerplatz für die von der Gemeinde zu entrichtenden Abgaben, die dann nach Pfalzel gebracht wurden. Der Erzbischof hatte als Schirmherr die Pflicht seine Untertanen zu schützen. Die Herrschaft des Trierer Erzbischofs und Kurfürsten endete mit dem Einmarsch der frz. Revolutionsheere im Jahr 1794.

Einordnung

Kategorie:
Geschichte / Ortsname / Ortsgeschichte / Ohne
Zeit:
Circa 500 vor Chr. bis circa 500 nach Chr.
Epoche:
Kelten- / Römerzeit

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.881841
lat: 49.822154
Lagequalität der Koordinaten: Ortslage
Flurname: Ortslage

Internet

http://www.leiwen.de/

Datenquelle

Heimat- und Verkehrsverein Leiwen e.V. Römerstraße - 54340 Leiwen - Telefon: 06507-3100

Bildquellen

1 Bild: http://www.schweich.de/tourismus/index.html
2 Bild: © Helge Rieder, Konz, 2000

Stand

Letzte Bearbeitung: 14.07.2000

Die Datenbank zum Mitmachen

Sie haben weitere Informationen und/oder Bilder zu diesem Kulturdenkmal oder zu anderen Kulturdenkmälern in der Region Trier. Wir freuen uns über alle weiteren Informationen. Bitte senden Sie uns eine e-mail an kulturdatenbank@gmx.de.

Vielen Dank!

Wir bedanken uns ganz herzlich bei den vielen Personen, die uns im Laufe der Jahre so viele Bilder und Objektbeschreibungen zugesendet haben. Ihre Namen sind auf den jeweiligen Seiten vermerkt. Darüber hinaus bedanken uns bei folgenden Institutionen für die Unterstützung unseres Projekts:


Volkskunde- und Freilichtmuseum Roscheider Hof, Konz


 
Fachbereich Wirtschaft und Rechenzentrum

 
NETGis, Gesellschaft für Geoinformation und Umweltplanung


Soziale Netzwerke

Bookmarken Sie diese Seite in einem sozialen Netzwerk:

facebook  twitter  studiVZ  Google  del.icio.us  digg  mrwong  webnews  yigg



Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit