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Beim Rödelnkreuz

Kordel, Gemeinde Kordel

Beschreibung

Flur 44 - Die Flur umfaßt den Bereich zwischen dem "Pfahl", aus dem in der Kordeler Sprache der "Pol - Pul" geworden ist, und dem Palmbrunnen, dem "Pälembor". Ostwärts gehört die Siedlungsfläche vor dem Waldrand dazu, "Auf dem Pfahl" genannt. Bis zur Kyll hinunter heißt die Fläche "Unter dem Pfahl". Die Bezeichnung Pfahl entstammt dem lateinischen Wort vallum = Wall = steiler Stützabhang und wird hier für den steilen Abfall des Geländes zur Kyll hin angewendet. Mit gleicher Bedeutung finden wir den Begriff Pfahl für mauergestützte Abhänge im Moselland weit verbreitet. Jenseits der Kyll gehört der Distrikt "Im unteren Loster", die Gegend der Kläranlage dazu. Die Kyll macht dann einen kleinen Bogen. Die umflossene Gartenlandfläche verzeichnet die Karte "Beim Rödelnkreuz". Das Kreuz existiert nicht mehr. Es wird sicherlich zur Erinnerung und Mahnung nach einer "Riadeln"-Epidemie errichtet worden sein. Bei uns ist dies gleichzusetzen mit den Pocken, die schlimme Verluste unter der Bevölkerung zu hinterlassen pflegten. Vor allem im 17. Jahrhundert hat die Krankheit im Wechsel mit der Pest unsere Gegend heimgesucht, als während und nach dem Dreißigjährigen Krieg unser Land dauernd von unsauberen Landsknechtshaufen durchzogen wurde. Nach noch vorhandenen Steuerlisten hatte Kordel 1653 nur noch 61 Einwohner. Auch das Pestkreuz auf der Höhe des Dievelter, von den Geschwistern Schneider aus Mohn aufgerichtet 1666, erinnert an die Elendszeit. Nicht zuletzt auch werden der Bau des Kapellchens in unserer Hinnichtgaß und der Fußfallkreuzweg zum Vogelskreuz von dieser bösen Zeit beeinflußt. Das alles soll nicht sagen, daß unser "Rödelnkreuz" dem geschilderten Zeitabschnitt auch zuzuschreiben ist. Es kann auch später entstanden sein. Jedenfalls muß es zur Zeit der Katasterlegung noch vorhanden gewesen sein, und zwar an dem Weg, der wegen der frühen Beziehungen des Dorfes zu Ramstein eine größere Bedeutung hatte. Gegenüber den Dalienbrunnenwiesen setzt Flur 44 über die Kyll. Hier trifft man auf die Kläranlage "Unten in der Loster". Verschiedene Lesearten und Aussprächen lassen für die Namensdeutung' mehrere Auslegungen zu. Nach dem Kordeler Wortklang könnte man von "lustra", das heißt Lagerplatz ausgehen, denn auch im Norden der Gemarkung liegen in Flur 4 Lagerfelder. "Oben in der Loster" ist der Lagerplatz vor der Kläranlage. "Loh" heißt mittelhochdeutsch zunächst Gebüsch und weiter losgeschälte Rinde. "Flos" wird ein kleines Seitenbächlein genannt "Im Lohflos", gegenüber von "Im unteren Loster", im Hang wird dann heißen: ein von einem kleinen Rinnsal durchflossenes Gebüsch. [...] Dazu auch französisch "lussier" = Mistlager für Wingerte.[1]

Einordnung

Kategorie:
Geschichte / Ortsname / Ortsgeschichte / Flurnamen
Zeit:
Undatiert
Epoche:
Undatiert

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.647125
lat: 49.833665
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Beim Rödelnkreuz

Internet

http://gemeinde-kordel.de/

Datenquelle

[1] Anton Obser: Kordel. Geschichte der Kylltalgemeinde. Hrsg. Ortsgemeinde Kordel, 1982.

Bildquellen

1 Bild: © Peter Valerius, Kordel, 2015.
2 Bild: © Peter Valerius, Kordel, 2015.

Stand

Letzte Bearbeitung: 09.04.2015

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