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Ehemalige Villa Alte Union

Bitburg, Gemeinde Bitburg
Trierer Straße 20

Beschreibung

Das Gebäude "Alte Union" hatte in seinen fast 80 Jahren eine bewegte Vergangenheit. Mal Wohnhaus und Weinhandlung, Unterrichtsräume, Apotheke dann Büroräume der Kreisverwaltung bis zum Abriss. Das Jugendstilgebäude in der Trierer Straße 20 wurde von Weinhändler Jakob Juda 1901 erbaut. 80 Jahre später wurde es abgerissen. Bitburg. An die Baulücke in der Trierer Straße 20 hat sich jeder Bitburger gewöhnt. Kaum jemand kann sich an die Jugendstil-Villa von 1901, bekannt als "Alte Union", erinnern. 1979 kaufte die Stadt Bitburg das Gebäude für 400 000 Mark, das ein Jahr später mit 120 000 DM Gewinn an die Landeszentralbank verkauft wurde. 1981 riss man die Villa mit den gelben Klinkersteinen ab. Eine Landeszentralbank wurde nie gebaut und das Grundstück als Parkplatz genutzt. Vor dem Abriss sollte die Fassade zur Trierer Straße sorgfältig vermessen und dokumentiert werden, damit eine spätere Wiedererrichtung möglich ist. Doch daraus wurde nichts. Die behauenen Sandsteinsimse liegen seit fast 30 Jahren auf dem Städtebauhof der Stadt Bitburg. Einige Steine sind in einer Kleingartenanlage im Ostring verbaut. Die Bitburger waren wütend, als die "Alte Union" abgerissen wurde. Schüler des Sankt Willibrord-Gymnasiums kämpften gegen den Abriss und hingen ein Transparent an die Fassade. "Das Transparent sorgte für so viel Wirbel, dass wir das Gegenteil erreichten. Aus Angst vor Hausbesetzern wurde die Villa sofort abgerissen", erinnert sich Stephan Garçon. Damals war diese Aktion für Garçon der Anlass, selbst in die Stadtpolitik zu gehen. Marie-Luise Niewodniczanska schrieb in einem Leserbrief an den TV über eine Zukunft ohne Vergangenheit. Alte Gebäude bestimmten die Lebensqualität in einer Stadt. Seitdem zeigte sie die Ausstellung "Unser Dorf soll leben" zum Thema Dorferneuerung in ganz Rheinland Pfalz. "Durch den Abriss wurde mir klar, dass die Leute für Denkmalpflege sensibilisiert werden müssen. Heute würde keiner mehr ein solches Haus abreißen", sagt Niewodniczanska. Die Geschichte des Gebäudes führt weiter in die Vergangenheit. 1929 kaufte die höhere Landwirtschaftschule die "Alte Union" für 61 000 Reichsmark. "Die Kreisrealschule nutzte das Gebäude in den 60er Jahren als Unterrichtsräume, später waren Büroräume der Kreisverwaltung dort untergebracht", erinnert sich Stadtarchivar Peter Neu. Für ältere Bitburger ist der Name "Alte Union" noch ein Begriff, aber kaum jemand kennt den Ursprung des Namens. Selbst Stadtarchivar Peter Neu fand keine Unterlagen über die Zeit vor 1929. Der Weinhändler Jakob Juda ließ das Gebäude 1901 erbauen. 1911 gründete er die Weingroßhandlung "Union" eGmbH. Die alten Kellergewölbe, die noch bestehen, waren sogar mit Pferdekutschen begehbar. Warum die Familie Juda das Gebäude verkaufte, ist unbekannt. Jetzt will der Bitburger Unternehmer Pierre Fandel auf dem Grundstück ein fünfstöckiges Wohnhaus mit Geschäften bauen. Für Marie-Luise Niewodniczanska ist es wichtig, dass sich das zukünftige Gebäude in die Umgebung einfügt. Und für Stephan Garçon darf die Erinnerung an die Geschichte der "Alten Union" nicht verloren gehen. [1]

Einordnung

Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Wohn- und Wirtschaftsgebäude / Bürgerliche Wohn- und Wirtschaftsgebäude
Zeit:
1901
Epoche:
Historismus / Jugendstil

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.52267
lat: 49.969325
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet

Stadt Bitburg im Internet http://www.bitburg.de/

Datenquelle

[1] Bettina Bartzen: 80 bewegte Jahre einer Jugendstilvilla. Trierischer Volksfreund vom vom 24.02.2010. http://www.volksfreund.de/totallokal/bitburg/aktuell/Heute-in-der-Bitburger-Zeitung-Bitburg-Stadtgeschichte-Jakob-Juda-Alte-Union;art752,2367273

Bildquellen

1 Bild: © Lothar Monshausen, Fotostream http://www.flickr.com/photos/lomo56/tags/meteorite/
2 Bild: © Lothar Monshausen, Fotostream http://www.flickr.com/photos/lomo56/tags/meteorite/

Stand

Letzte Bearbeitung: 04.06.2010

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