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Schottlerspesch

Kordel, Gemeinde Kordel
Schulstraße/Im Städtchen

Beschreibung

Mit Flur 35 wird der alte Dorfkomplex umschrieben. Sie beginnt mit "Im hintersten Garten" = "hinnischde Goaden", der sich östlich an das Kirchengelände anlegt und sich jenseits der Bahn bis an die Kyll erstreckt. Auch das Kirchengebiet reichte bis an die Kyll. Für den Bahnbau erwarb der Staat das beanspruchte Gelände 1870 käuflich von der Kirche. Das Kirchengelände ist durch Schenkung des Erzbischofes Balduin (1307 bis 1354) bereichert worden. Kordel gehörte zum Dekanat der Vorstadtkirchen, dem Burdekanat. Die Pfarrkirche wurde 1865 bis 1870 erbaut. Das Pfarrhaus kurz nach 1890. Die erhaltenen Wirtschaftsgebäude des alten Pfarrhauses wurden erst in unseren Jahren durch das moderne Jugendheim ersetzt. An das Kirchenland schließt sich nach Westen der "Schottlerspesch" an. "Pasch" kommt von lateinischen "pascua" und heißt Weideland. Es handelt sich mithin um eine Weide, die den Schottlers gehörte. Von einer Weidefläche kann man heute nicht mehr sprechen, nachdem sie von den dichten Häuserreihen der Schulstraße und denen des "Städtchens" mit ihren Hinterbauten und kleinen Gärtchen ausgefüllt ist. Mit dem Namen "Im Städtchen" begegnet uns wieder eine Schwierigkeit, die der Katasterschreiber bei der Verhochdeutschung des uralten Kordeler "am Stiatchen" hatte. Es mußte "bei der Station" übersetzt werden, denn hier, vor der alten Brücke über die Kyll, stand eine Station des alten Kordeler Fußfallkreuzweges zum Vogelskreuz. Die alte Kyllbrücke wurde beim Bau der Eisenbahn 1867 zur Begünstigung der Streckenführung gesprengt. Wenn wir weiter das "Kreuzfeld" überschreiten, an dem die Haupt- und Ausfallstraßen zusammenlaufen, treffen wir zwischen dem Mühlenecken und der Straße nach Welschbillig auf den "Hansenpesch", der nach einem Hans(z)enbauer seit langer Zeit den Namen hat. Der Name des "Päschpiadchen" ist übriggeblieben. Im übrigen hat das zum Schottlerspesch Gesagte auch hier Geltung. Der Mühlenecken umfaßt ein älteres Dorfviertel, dessen Ausdehnung das Wachsen der Mühlenbauten bestimmt hat. Der zeitliche Anfang beginnt mit einem kleinen Mühlchen am Fuß des Fronholzberges. Es muß schon dem frühen Dorf unentbehrlich gewesen sein, denn schon 1318 wird das vom Welschbilliger Bach abgezweigte Wehr, das dem Mühlchen die Kraft spendete und am Fuß des Berges entlanglief, der "Heyminnerbach" genannt. Nach vielen Jahrhunderten, nach wesentlichen Vergrößerungen und der Umgestaltung zu einer Ölmühle ist von dieser Mühle heute nur noch eine Brandruine übriggeblieben. Im Mühlenbereich aber wurde gegen die Mitte des 18. Jahrhunderts eine neue Getreidemühle weit größeren Umfanges mit barocken Stilformen unterhalb der alten Mühle erbaut. Die Fallhöhe des Mühlenwassers konnte noch oberschlächtig zwei weitere Mühlräder treiben. Auch ein zweites Müllerhaus - das (Berg-)Haus - wurde 1755 im Mühlenecken gebaut. Nach getaner Arbeit floß das Wasser des Mühlenwehres als Dorfbach quer durch den Ort, um kurz vor seiner Mündung den beziehungsweise die "Alebach" wieder zu erreichen. Vom Dorfbach, an dem die Frauen mit munterem Treiben die Wäsche zu waschen pflegten, ist heute nichts mehr zu sehen. Nachdem die Mühle die Tätigkeit eingestellt hat, wurden Wehr und Bachgraben als überflüssig beseitigt. Den Zugang zu dem Mühlenbereich bildete seit alters her auch die älteste Dorfstraße, die "Hunegaß". Der altvertraute Name - er klang auch noch in Huneland und Hunekreuz an - ist heute in "Oberstraße" umgewandelt und aus dem Sprachgebrauch des Dorfes verschwunden. Man glaubte offensichtlich, der Hunegaß einen wohlklingenderen Namen zu geben, als die mit Hühnern bevölkerte bäuerliche Dorfstraße bisher hatte. Nach einem anderen, tiefgründigeren Deutungsversuch soll der Bürgermeister, bevor man ihn Meier und so weiter nannte, "Hüne" geheißen haben. Das müßte allerdings noch weiter erforscht und bewiesen werden. Das Mühlengelände verlängert sich nach Westen mit der "Herrenwies". Auch hier vermissen wir wieder die alte Kordeler Ausdrucksweise "Härewies", in der wir ebenfalls noch alten erzstiftlichen Besitz erkennen. [1]

Einordnung

Kategorie:
Geschichte / Ortsname / Ortsgeschichte / Flurnamen
Zeit:
Undatiert
Epoche:
Undatiert

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.634252
lat: 49.839967
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Schottlerspesch

Internet

http://gemeinde-kordel.de/

Datenquelle

[1] Anton Obser: Kordel. Geschichte der Kylltalgemeinde. Hrsg. Ortsgemeinde Kordel, 1982.

Bildquellen

1 Bild: © Peter Valerius, Kordel, 2015.

Stand

Letzte Bearbeitung: 20.12.2015

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