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Aufschluss Dreisborn

Bettenfeld, Gemeinde Bettenfeld

Mineralhaltige Quelle

Geschichtliches 1991 wurde hier im Prembachtal unterhalb des Höhenrückens Freishöchst ein verschütteter, alter Brunnen freigelegt. Die ergrabene Quellfassung ist mit viel handwerklichem Geschick aus einem einzigen rötlichen Buntsandsteinblock hergestellt worden, aus einem Gestein, das westlich von hier die Höhenrücken bildet. Die Steinmetzarbeit entstand sehr wahrscheinlich im 17./ 18. Jahrhundert, also während des Barocks. Ein erster gesicherter Beleg für die Mineralquelle des Dreisborn findet sich auf einer 1811 angefertigten Karte. Sie wurde von den Franzosen in Auftrag gegeben, denn sie verzeichnet diese Quelle als Eau Minèrale. Damals war die Eifel Teil des napoleonischen Frankreichs. Funde von Steinbeilen aus der Jungsteinzeit, die zwischen Prembach und Kleiner Kyll gefunden wurden, deuten auf frühere Erschließung dieser Gegend hin. Sie war schon zur Zeit der Römer besiedelt, denn es fanden sich in unmittelbarer Nähe zahlreiche Hinweise auf einen römischen Gutshof, und nur einige hundert Meter östlich von der Quelle verlief eine Römerstraße. Dass die Römer hiesige Quellen nicht nur einfach nutzten, sondern ihnen auch kultische Bedeutung beimaßen, darauf weist der Grund von zwei kleinen Altären in der Flur Köllert bei Pantenburg hin. Laut Inschrift waren diese Weihesteine den wohl einheimischen Gottheiten Vorotius, Boudina und Alauna gewidmet. Auch die ländliche Bevölkerung der Vulkaneifel kannte die Mineralquellen schon vor Jahrhunderten. Davon zeugen Ortsbezeichnungen wie Wallenborn, Steinborn, Pützborn und auch Dreishöchst. Quellen heißen meist dann "Dreis" oder "Drees", wenn sie viel gelöstes Kohlendioxid - CO² - enthalten. Das "Dreeswasser" eignete sich vorzüglich, um den Teig beim Backen aufzulockern, das gilt besonders für den "Heedelichkuchen", einer Eifeler Spezialität aus Buchweizenmehl. Wegen des erhöhten CO²-Gehalts werden die hiesigen Mineralquellen im Volksmund auch Sauerbrunnen genannt. Das Quellwasser und seine Herkunft Beim Dreisborn handelt es sich um eine stetig sprudelnde, mineralhaltige Quelle. Analysen weisen einen erhöhten CO²-Gehalt nach und erlauben, das Quellwasser als Säuerling zu bezeichnen. Die chemische Zusammensetzung des Mineralwassers ähnelt der des Dauner Sprudels. Der CO²-Gehalt geht auf vulkanischen Ursprung zurück. Die Wasserschüttung ist relativ gering und schwankt zwischen 27 und 92 Liter /Std. Geologisch gesehen handelt es sich beim Dreisborn um eine so genannte Verwerfungsquelle, das Quellwasser bzw. das gestaute Grundwasser tritt also über Versätze (Verwerfungen) im Gesteinsverband an die Erdoberfläche. Der Brunnen und der Wasserdruck Der Brunnen misst 78 cm Durchmesser und hatte ursprünglich eine Höhe von etwa 120 cm In dieser Höhe ist die Fassung nicht mehr ganz erhalten; teilweise fehlt ihre obere Partie. Ein kleines Mundloch auf der Frontseite der Fassung ist in 95 cm Höhe nachträglich angebracht worden. Der Abbruch der Oberkante sowie die Anbringung der Austrittsöffnung hatten wahrscheinlich nur den Zweck, die Schüttungsmenge der Quelle zu erhöhen. Sie richtet sich nämlich nach dem Wasserdruck und damit nach der Höhe des Wasserablaufs. Versuche haben deutlich gemacht, dass bei dem heutigen Wasserdruck (hydrostatischer Druck) das Quellwasser nicht die Energie hätte, höher als 110 cm zu steigen. Zumindest auf die heutigen Druckverhältnisse bezogen ist der Brunnen also eine Fehlkonstruktion: Wenn das Wasser im Brunnenzylinder bis zum Rand steht, kann gar kein Wasser mehr aus der Quelle nachlaufen. Die Brunnenöffnung auf 95 cm Höhe ermöglicht heute eine Entnahme von 27 Liter pro Stunde. Würde die Quellfassung beseitigt, ließe sich ebenerdig rein theoretisch eine Schüttungsmenge von 192 Litern pro Stunde erwarten. Übrigens zeigte bei den Restaurierungsarbeiten die Staunässe um die Fassung herum, dass das Quellwasser seitlich zu entweichen versucht. Der verlehmte Talboden verhindert allerdings einen größeren, seitlichen Wasseraustritt. Die Schüttungsmenge dieser Quelle könnte früher allerdings höher gewesen sein. Das würde die aufwendige Herstellung der Quellfassung, vielleicht sogar die römischen Ansiedlungen in der Nähe erklären. Sinkender Druck könnte zu zeitweiligem Versiegen oder zu einer geringeren Schüttung geführt haben, die den Dreisborn als Brunnen uninteressant machten. So uninteressant, dass er irgendwann in diesem Jahrhundert beim Wegeausbau einfach zugeschüttet wurde und dann ganz in Vergessenheit geriet. [1] Der Dreisborn ist eine ständig fördernde, mineralhaltige Quelle, ein Natrium-Magnesium-Hydogencarbonat Säuerling. Die Wasserschüttung schwankt zwischen 27 – 129 l/Std. Das Wasser enthält Kohlendioxid (CO2), was vulkanischen Ursprungs ist. Die chemische Zusammensetzung ähnelt der des Dauner Sprudels. Es tritt an einer geologischen Verwerfung auf, auf der auch die Mosenberg-Vulkangruppe und das Meerfelder Maar liegen und die das vom Mosenberg unterirdisch abfließende Wasser aufstaut. Wassertemperatur: 9,8°C Der Brunnen liegt praktisch unter dem Weg und ist daher mit einer Stein- und Holzabstützung überbaut. Die optische Qualität des Wassers machte einen ungenießbaren Eindruck. [2]

Einordnung

Kategorie:
Naturobjekte / Quellen / Mineralquellen
Zeit:
Circa 1700 bis circa 1780
Epoche:
Barock / Rokoko

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.79357
lat: 50.06761
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Treshöst

Internet

http://www.quellenatlas.eu/media/51ab0f8b696c8911ffff8049ac14422f.pdf

Datenquelle

[1] Tourist-Info Manderscheid, Broschüre: GeoRoute Vulkaneifel um Manderscheid, 1994 (vergriffen!) [2] Wasserquellen-Atlas http://www.quellenatlas.eu/

Bildquellen

1 Bild: © Ellen Arenz-Wihr, Kyllburg, 2010.

Stand

Letzte Bearbeitung: 30.06.2016

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