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Ortsgeschichte

Minden, Gemeinde Minden

Beschreibung

Minden ist ein kleiner Ort an der deutsch - luxemburgischen Grenze. Die nächsten Orte sind Bitburg (20 Kilometer), Trier (30 Kilometer) und Echternach (5 Kilometer). Minden hat etwa 270 Einwohner und liegt an der Mündung der Prüm in die Sauer. Frühgeschichte Das sehr milde Klima der Südeifel und der Wasserreichtum der Flüsse und Bäche waren wohl ein Grund dafür, dass sich vor etwa 4000 Jahren die ersten Siedler hier niederließen. In den Ablagerungen der Flüsse Prüm und Sauer fanden sie vermutlich Steine vor, sie ohne große Bearbeitung für Geräte und Waffen genutzt werden konnten. Dies belegen Funde des Mindeners Ludwig Kölsch, die er am Anfang dieses Jahrhunderts im Mindener Raum machte. Auf Besselt, einer Anhöhe links der Prüm, unmittelbar am Dorfrand, fand der Landwirt Christian Schneider eine wertvolle Urne aus braunem Ton, die etwa aus dem Jahre 1000 v. Chr. stammt. Also wurde bereits zu dieser Zeit Ackerbau von Urnenfelderleuten betrieben, die ihre Toten in Urnen beisetzten. Auch während der folgenden Jahrhunderte blieb Minden besiedelt, wie Funde aus der Römerzeit belegen. Damals befand sich eine kleine römische Siedlung am Osthang des Jünker Kopfes. Hier wurde beim Roden des Steinheimer Waldes Reste aus Kalksteinpflaster, Scherben, Hufeisen und Wagengeschirr gefunden. Nachdem das Römische Reich untergegangen war, besiedelten fränkische Bauern den Mindener Raum. Sie werden als Gründer des Ortes angesehen. Auch der Name Minden (althochdeutsch : mund, mittelhochdeutsch : munt = Mündung) stammt aus dieser Zeit. Weitere Funde, wie eine prächtige Goldbrosche mit Malteserkreuz, deren Entstehung vor das 7. Jahrhundert fällt, beweisen, dass schon in dieser Zeit unsere Heimat dem christliche Glauben verbunden war. Am 5.12 1911 begann der Rentmeister Queckenberg eine mehrwöchige, private Ausgrabung auf Besselt. Hier war man in den Jahren zuvor auf Grabreste aus der Frankenzeit gestoßen. Erst nachdem die Gräber ausgeräumt worden waren, ließ man die Fachleute des Trierer Museums den Fund begutachten. Diese dokumentierten 15 Gräber, die in W-O Lage angelegt, mit Kalksteinen ummauert, an der Sohle mit Platten ausgelegt und durchschnittlich 1 bis 1,5m tief waren. Da es sich um eine private Ausgrabung handelte, sind viele Fundstücke verlorengegangen. Das berühmteste Stück, dass die Plünderung überstand ist die Dreikönigsbrosche von Minden. Diese Brosche ist von so großer Bedeutung, dass sie auf der Weltausstellung in Brüssel zu sehen war. Mittelalter Im 12. und 12. Jahrhundert erwähnen Urkunden des Echternacher Klosters, dass Minden, Steinheim und Edingen Grundbesitz des Klosters waren. In den folgenden Jahrhunderten gehören Minden, Steinheim und Edingen eng zusammen. Aus Anlass eines Streites zwischen Erzbischof Werner und Peters von Kronenberg kommt es zu Brand und Plünderungen in beiden Orten. Am 05.04.1408 wird der gemeinsame Besitz neu geregelt. Von Kronenberg erhält Steinheim und Edingen, und von Vinstigen bekommt Menningen und Minden. In der Taxa generalis des Erzstiftes Trier, wird 1330 unser Gotteshaus Kirche von Munden erwähnt. Die Kirche hatte zu dieser Zeit einen eigenen Geistlichen und wurde im 12ahrhundert im romanischen Stil erbaut. Sogar aus fränkischer Zeit scheint das Untergeschoss des Turmes zu stammen. Das Kirchenschiff hatte zunächst eine hölzerne Flachdecke mit drei Fenstern, die heute noch im Außenputz zu erkennen sind. Während der Gotik erhielt sie ein Steingewölbe mit stark ausgeprägten Rippen und wurde mit Distelmuster verziert. Diese Verzierungen sind bis heute zum Teil erhalten. Wie aus Aufzeichnungen der Abtei Echternach bekannt, waren die Dörfer damals sehr klein. 1473 hatte Minden 9 Häuser, im Jahre 1603 waren es in Minden und Steinheim zusammen 24 Häuser. DerPapst Sylvester ist von alters her Schutzpatron von Minden. 1794 wurde die Region von den französischen Revolutionstruppen besetzt und das Kloster Echternach aufgelöst. Unsere Heimat wurde der Französischen Republik einverleibt, was noch heute in unserem Dialekt zu hören ist. Neuzeit Im Wiener Kongress, 1814, wurde die Sauer zur trennenden Grenze zwischen Luxemburg und Preußen. Minden wurde nach jahrelanger Zugehörigkeit Luxemburgs nun Preußisch. Im Jahre 1815 wurde Minden dem Landkreis Trier und dem Amt Welschbillig zugeordnet. Da die Preußen unsere Heimat, der Randlage wegen, nur als Aufmarschgebiet gegen Frankreich ansahen und die Bevölkerung nicht unterstützt wurde, wanderten viele Menschen nach Amerika aus. Durch die beiden Weltkriege wurde unser Grenzgebiet ebenfalls besonders hart getroffen. Als die Amerikaner am 07.02.1945 bei Echternach die Sauer überquerten, tobten eine Woche lang schwere Kämpfe auf den Höhen nordwestlich von Minden. Minden wurde im 2. Weltkrieg zu 85% zerstört. 12 Mindener Männer mußten im Krieg ihr Leben lassen. Aber auch nach dem Krieg verloren 7 Einwohner durch Minen ihr Leben. Auch tragen noch heute viele ältere Mitbürger schwer an den damals erlittenen Verletzungen. Erst im Jahre 1991 war es der Gemeinde möglich, mit dem Neubau, der im Krieg gesprengten und viele Jahrhunderte alten Steinbrücke über die Prüm, einen der letzten Kriegsschäden zu beseitigen. Durch eine Verwaltungsreform im Jahr 1970 wurde Minden der Verbandsgemeinde Irrel und dem Kreis Bitburg-Prüm angegliedert. (Homepage von Frank Zehren, Minden) > Chronik der Gemeinde Minden Sowohl von geographischen als auch von geologischen Gesichtspunkten aus war der Raum am Zusammenfluß von Prüm und Sauer geradezu auserlesen für eine frühe Besiedlung. Hier kreuzten sich die ältesten Verbindungswege in westöstlicher wie auch in nord- südlicher Richtung. Sie verbanden die Echternacher Talmulde mit dem Moselraum einerseits und den Bedgau mit dem Sauertal andererseits. Der leicht zu bebauende Kalkboden begünstigte den Ackerbau, und der Wasserreichtum der Flüsse und Bäche garantierte einen guten Fischfang. So ist es nicht verwunderlich, daß hier viele Volksstämme, angefangen von den Glockenbecherleuten bis zu den Franken, ihre Spuren hinterließen. Reste der verschiedensten Kulturepochen wurden in und um Minden in großer Zahl gefunden. Besonders in den beiden ersten Jahrzehnten unseres Jahrhunderts wurden durch Grabungen des Trierer Provinzialmuseums wie auch privater Sammler viele wertvolle Funde aus prähistorischer wie römischer und fränkischer Zeit gemacht, die leider zum Teil in unbefugte Hände gerieten. Besonders die Anwesenheit der Römer ist hier deutlich sichtbar geworden. So wurden im Jahre 1912 durch eine Museumsgrabung auf einen Terrain von etwa 180 Quadratmetern 40 Brandgräber freigelegt mit teilweise wertvollen Beigaben. Diese Funde wurden auf dem Nordwesthang des Jünkerkopfes" gemacht, während am Osthang desselben Ziegel und sonstige übliche Streureste entdeckt wurden, so daß wir hier auch die Wohnstätten der Römer annehmen dürfen. Da die Franken ihre Toten immer in der Nähe ihrer Hütten begruben, sind wir geneigt, eine fränkische Siedlung im Osten des Dorfes, oberhalb des Bahnkörpers, auf Besselt" anzunehmen. Hier ist ein ausgedehntes fränkisches Gräberfeld aufgedeckt worden. Leider wanderten die reichen Beigaben fast ausnahmslos in privaten Besitz, und nur einem glücklichen Umstand ist es zu verdanken, daß das wertvollste Stück, die bekannte Dreikönigsbrosche von Minden", für das Provinzialmuseum Trier zurückgewonnen werden konnte. Diese aus dem 7. Jahrhundert stammende Brosche liefert uns den Beweis dafür, daß das Christentum zu jener Zeit in unserem Raum bereits Eingang gefunden hatte. Mit der Gründung des Klosters Echternach zu Beginn des 7. Jahrhunderts kam neben der geistigen auch eine wirtschaftliche Entwicklung in Gang. Durch Schenkungen fränkischer Edeler wurde der klösterliche Landbesitz schnell vermehrt. Dadurch wurden die Landwirtschaft und der Weinbau gefördert und handwerkliche Existenzen geschaffen. Aus den ersten Jahrhunderten nach der Klostergründung liegen uns über Besitzungen der Abtei Echternach keine schriftliche Zeugnisse vor. Aus einer Urkunde aus dem 12. Jahrhundert erfahren wir jedoch von einem frühen dem Kloster gehörenden Gut bei der Mühle in Munda". Eine weitere Urkunde des 12. Jahrhunderts berichtet von Leistungen zugunsten der Abtei in Munda". Später, im 15. Jahrhundert, war Johan von Vinstingen, Falkenstein und Bettingen Besitzer von Minden. Eine Kirche in Munda" wird erstmals in der Taxa generalis aus der Zeit zwischen 1326 und 1334 erwähnt. Dieses uns bis heute erhaltene Gotteshaus wurde zu Beginn des 12. Jahrhunderts in romanischem Stil erbaut. Die Jahreszahl 1717 auf dem Türsturz des Eingangs deutet auf einen Umbau oder eine Erweiterung der Kirche hin. Während des Mittelalters gehörte Minden lange Zeit gemeinsam mit den Filialen Menningen und Irrel zur Großpfarrei Sankt Peter und Paul in Echternach. Seit 1821 gehört Minden zur Pfarrei Edingen. Die Einwohnerzahl der Gemeinde Minden hat sich in den letzten hundert Jahren kaum wesentlich verändert. Neben der Tätigkeit in der Landwirtschaft finden die Bewohner Beschäftigung in den industriellen Unternehmen in Echternach und Trier. Als lohnenden Nebenerwerb haben die Einwohner von Minden den Fremdenverkehr erkannt, der hier wie kaum in einem anderen Ort an der unteren Sauer gefördert wird.

Einordnung

Kategorie:
Geschichte / Ortsname / Ortsgeschichte / Ohne
Zeit:
Bis circa 500 vor Chr.
Epoche:
Vor- / Frühgeschichte

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.468956
lat: 49.823762
Lagequalität der Koordinaten: Ortslage
Flurname: Ortslage

Internet

http://de.wikipedia.org/wiki/Minden_(Sauer)

Datenquelle

Homepage von Frank Zehren, Minden und Homepage der Verbandsgemeinde Irrel, 2002.

Bildquellen

1 Bild: http://home.t-online.de/home/zehren.minden/mindenn.htm
2 Bild: © Helge Rieder, Konz

Stand

Letzte Bearbeitung: 15.04.2002

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