Datenbank der Kulturgüter
in der Region Trier





© OpenStreetMap Mitwirkende
CC-by-SA 2.0













zum Vergrößern auf das Bild klicken

Burg Landshut

Bernkastel, Gemeinde Bernkastel-Kues

Beschreibung

Als Bergfeste im 8. Jahrhundert erbaut (gab der Siedlung am Bergfuß ihren Namen princastellum), ging 1280 in den Besitz des Trierer Kurfürsten über und brannte 1692 nieder (seither als Ruine erhalten). > Burg Landshut wurde im 8. Jahrhundert zum erstenmal urkundlich erwähnt. Der Trierer Erzbischof Heinrich von Finstingen und sein Nachfolger Boemund I. errichtete 1277 die heutige Burg, die den Namen Landshut erhielt. Im 14. und 15. Jahrhundert war sie oft Residenz der Trierer Erzbischöfe und Kurfürsten.1692 wurde die Burg durch einen Brand zerstört. Seitdem ist Landshut eine Burgruine. Seit 1920 ist sie im Besitz der Stadt. >> In Bernkastel ist es sozusagen Pflicht, zur Burgruine Landshut hinaufzufahren. Es lässt sich geschichtlich nicht genau angeben, wer zuerst ein Schloss auf dem Bergrücken bei Bernkastel erbaut hat. Wohl steht fest, dass Propst Adalbero, der erste im Jahre 993 erwähnte Besitzer des Bernkasteler Schlosses war. Im Jahre 1016 ernannte der deutsche Kaiser Heinrich II. einen neuen Erzbischof, der Poppo hieß. Der Burgherr musste sich dem streitbaren Erzbischof gänzlich unterwerfen und ihm die Burg abtreten. Adalbero und seine Mannen widersetzten sich. Da zog der Erzbischof 1017 mit seiner Heeresmacht gegen die Burg, sie wurde gestürmt und von Grund auf zerstört. Im Jahre 1136 starb das Geschlecht der Luxemburger aus, und die Burg ging an den Besitz des Grafen Vollmar II. von Blieskastel über. Sein Nachfolger wollte das frühere Bergschloss zum Schutz seiner Bewohner und zum Trutz gegen angreifende Feinde wieder aufbauen. Der regierende Trierer Erzbischof Johann I. war damit nicht einverstanden. Im Jahre 1198 schlossen beide einen Vertrag, der besagte, dass keiner der beiden Machthaber bei Bernkastel eine Burg errichten dürfte. Als der Erzbischof nach Rom zum Papst reisen musste, nutzte Vollmar die Gelegenheit und baute eine ebenso starke wie glänzende Festung auf. Als der Erzbischof aus Rom zurückkehrte, war er dermaßen erzürnt über den Vertragsbruch des Grafen, dass er im Jahre 1201 den stolzen Neubau niederreißen ließ. Im Jahre 1238 erlosch das Geschlecht des Grafen von Blieskastel. Danach ging die Vogteiherrschaft über Bernkastel an die Grafen von Salm über. In der Zeit vom 1260 - 1286 regierte im Erzstift Trier der Erzbischof Heinrich von Vinstingen. Dieser erbaute 1277 auf dem Schlossberg bei Bernkastel eine große herrliche Burg. Dieses Schloß und Bernkastel selbst, ließ Heinrich von Vinstingen mit starken und hohen Mauern umgeben. Die Befestigungen waren so stark, dass sie zur damaligen Zeit für uneinnehmbar galten. Wie alles angelegt war, davon ist die heute Ruine noch Zeuge. Da die Vogtei Bernkastel und somit auch die neue stolze Burg immer noch im Besitz des Grafen von Salm waren, war es schon lange der stille Wunsch des Erzbischofs Heinrich von Vinstingen, Bernkastel für sich allein zu besitzen. Als die Grafen von Salm, letzte Besitzer der Vogtei Bernkastel, in große Geldnot kamen, verkaufte Heinrich V. von Salm alle seine Güter und Rechte zu Bernkastel und Monzelfeld über 300 Pfund Trierische Pfennige und erhielt noch eine besondere Entschädigung von 250 Pfund. Von dieser Zeit ab gehörten Bernkastel und seine Burg zum Erzstift Trier über 500 Jahre lang, bis zur Auflösung des Stiftes im Jahre 1802. Als Nachfolger Heinrich von Vinstingen regierte Boemund II. von 1268 - 1299. Boemund, aus dem freiherrlichen Geschlecht derer von Warsberg stellte große Geldmittel bereit, um das Schloß mit prächtigen Säulen, vielen schönen Kammern, festen Mauern, imposanten Türmen und starken Brustwehren zu versehen. Er wollte dem Ort zu höherem Ansehen verhelfen, indem er beim damaligen deutschen Kaiser Rudolf von Habsburg die Stadtrechte für Bernkastel erwirkte. Und so wurde Bernkastel im Jahre 1291 zur Stadt erhoben. In die Regierungszeit des Kurfürsten Boemund II. fällt auch die Sage, wie der heutige weltbekannte Doctorwein seinen Namen erhielt. Zur gemeinsamen Bekämpfung der wohl letzten Raubritter in den Städten des Erzstiftes Trier schlossen die Grafen, Herren und Ritter ein Bündnis, zu dem auch Bernkastel im Jahre 1456 beitrat. Im Jahre 1512 wurde die Stadt vom damaligen Kaiser Maximilian besucht. 1635 wurde dem Bürger Osovius aus Bernkastel die Bewachung der Burg übertragen. Beim Ausbruch des Reichskrieges mit Frankreich 1674 wurde Bernkastel von einem rund 2000 Mann starken französischen Heer mehrmals angefallen, aber erfolgreich verteidigt. Großes Unglück aber sollte auch die Burg treffen. Nachdem sie alle Kriegsstürme fast schon glücklich und erfolgreich überdauert hatte, wurde sie am 8. Januar 1692 durch eine Feuersbrunst völlig zerstört. Nach diesem Brand blieb das Schloß in Trümmern bis zum heutigen Tage liegen und erhielt den Namen Burg Landshut. Durch den Frieden von Paris kamen 1814 die kurtrierischen Lande wieder zu Deutschland. Die Schlossruine ist dann endlich als herrenloses Gut Eigentum der Stadtgemeinde Bernkastel-Kues geworden. Am 27. und 28. Mai wurde Bernkastel vom damaligen König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen besucht. Bei dieser Gelegenheit schenkte der Magistrat von Bernkastel dem Kronprinzen die Burg Landshut in der Hoffnung, dass dieser die Ruine, gleich Stolzenfels und der Hohenzollernburg wieder aufbauen würde. Diese Schenkung wurde aber nicht angenommen. Heute ist die Burg Eigentum der Stadt Bernkastel-Kues. So liegt nun alle Herrlichkeit, die vielen Jahrhunderten trotzte und noch trotzen soll, als Ruine danieder, und die Trümmer geben von einer Zeit Zeugnis, die nur aus Urkunden von der gegenwärtigen Friedenszeit glücklich gepriesen werden kann. >>> Die Burg Landshut Die Burg Landshut hatte ihre Ursprünge wohl schon vor dem Jahre 1277 dem eigentlichen Erbauungsjahr. Der Erbauer Heinrich von Finstingen war Erzbischof von Trier. Sein Nachfolger Boemund II. baute die Burg weiter um und aus. 1291 wurde Johann Spitz, Bruder des Nikolaus von Hunolstein erlaubt eine Burghaus zu errichten. Erzbischof Kuno II. von Falkenstein (1362-1388) richte die Burg als Residenz her. Die Burg wird mehr und mehr als Sommerresidenz durch die Erzbischöfe von Trier genutzt. Erzbischof Johann II. Marktgraf von Baden (1456-1503) baut die Burg bedeutend aus und lässt sie verschönern. Im Jahr 1512 besucht Kaiser Maximilian I. die Stadt und erhielt den Ehrennamen Landshut. Am 8. Januar 1692 wurde die Burg durch einen Brand zerstört. Die Burg war damals durch französische Truppen besetzt. Die Burg wurde nicht mehr aufgebaut und blieb Ruine. 1839 wurde die Burg dem Hohenzollern geschenkt wohl in der Hoffnung das die Burg wieder aufgebaut wird. Seit 1920 ist die Burg wieder im Besitz der Stadt. Heute ist hier eine Gaststätte untergebracht. Der Turm kann bestiegen werden der Ausblick auf die Mosellandschaft und die Stadt ist einzigartig.

Einordnung

Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Wehrbauten und militärische Anlagen / Burgen
Zeit:
Circa 500 nach Chr. bis circa 1220
Epoche:
Frühmittelalter / Romanik

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   7.074692
lat: 49.911235
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Bei der Burg

Internet

Eifelführer http://www.eifelfuehrer.de/

Datenquelle

Kremb/Lautzas: Landesgeschichtlicher Exkursionsführer Rheinland-Pfalz, Bd.2, 1991; Verlag Arbogast, 6756 Otterbach / Internet

Bildquellen

1 Bild: Internet
2 Bild: Internet
3 Bild: © Elke Janssen, Schoden http://www.flickr.com/photos/99364142@N00/
4 Bild: © Elke Janssen, Schoden http://www.flickr.com/photos/99364142@N00/

Stand

Letzte Bearbeitung: 10.02.2010

Die Datenbank zum Mitmachen

Sie haben weitere Informationen und/oder Bilder zu diesem Kulturdenkmal oder zu anderen Kulturdenkmälern in der Region Trier. Wir freuen uns über alle weiteren Informationen. Bitte senden Sie uns eine e-mail an kulturdatenbank@gmx.de.

Vielen Dank!

Wir bedanken uns ganz herzlich bei den vielen Personen, die uns im Laufe der Jahre so viele Bilder und Objektbeschreibungen zugesendet haben. Ihre Namen sind auf den jeweiligen Seiten vermerkt. Darüber hinaus bedanken uns bei folgenden Institutionen für die Unterstützung unseres Projekts:


Volkskunde- und Freilichtmuseum Roscheider Hof, Konz


 
Fachbereich Wirtschaft und Rechenzentrum

 
NETGis, Gesellschaft für Geoinformation und Umweltplanung


Soziale Netzwerke

Bookmarken Sie diese Seite in einem sozialen Netzwerk:

facebook  twitter  studiVZ  Google  del.icio.us  digg  mrwong  webnews  yigg



Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit