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Tempelbezirk von Elzerath

Elzerath, Gemeinde Morbach

Der sogenannte "Judenkirchhof" bei Elzerath

Etwa ein Kilometer nördlich von Elzerath, einem Ortsteil der Gemeinde Morbach, schlummert ein historischer Schatz im Waldboden des Haardtwaldes: der sogenannte Judenkirchhof. Elzerath. Für Unkundige ist die geheimnisvolle Steinsetzung etwas schwierig zu entdecken, da es weder von Elzerath, noch von der Römerstraße L 157 (Ausonius-Wanderstrasse) aus eine Beschilderung gibt. Hinzu kommt, dass die Anlage überwiegend von Gras, Farn und Ginster überwuchert ist. Forschern gibt diese historische Hinterlassenschaft immer noch Rätsel auf, obwohl 1937 und 1963 stattgefundene Freilegungen und Ausgrabungen neue Erkenntnisse geliefert haben: Die unterschiedlich großen, unbehauenen Quarzitbrocken bilden ein unregelmäßiges Viereck von rund 80 Meter Länge und 35 Meter Breite. Hierbei könnte es sich um ein vorgeschichtliches oder keltisches "Felsheiligtum" (Kultstätte) gehandelt haben. Im südlichen Bereich legte man eine 60 cm breite und 60 cm hohe Steinstickung frei, die eine Fläche von 4,50 mal 4,70 Meter umfasst. Nach Grundrissform und Lage lässt sich hier eine kleiner Tempel annehmen. Von einer weiteren Innenbebauung fehlen bis auf eine Steinreihe an der Nordwestseite jegliche Spuren. Die im südwestlichen Bereich fehlende Eckverbindung wird wohl auf eine spätere Zerstörung zurückzuführen sein, denn zerstreut liegende Findlinge lassen erkennen, dass die ursprüngliche Form dieser fremdartigen Anlage hier nicht erhalten blieb. Die volkstümliche Bezeichnung "Judekerwisch" deutet wohl nicht auf eine ehemalige Nutzung des Areals als Begräbnisstätte hin, da bisher keinerlei Hinweise auf Feuer- oder Erdbestattungen sowie Fragmente von jüdischen Grabsteinen nachgewiesen werden konnten. [1] Nördlich der Römerstraße nach Mainz ("Ausoniusstraße"), einige Kilometer vor dem vicus Belginum, lag ein weiterer heiliger Bezirk. Dabei handelt es sich um eine ca. 83,50 x 35,50 m große Steineinfriedung aus großen Quarzitblöcken, die "Judenkirchhof" genannt wird. Etwa 500 m entfernt befanden sich römische Siedlungsreste [siehe: Römische Siedlung Am Heidenpütz. Anm. d. Red.]. Bei Untersuchungen des Jahres 1963 konnte im Südteil der Steinsetzung ein etwa 4,50 x 4,70 m großes Gebäude nachgewiesen werden, das als Tempel zu interpretieren ist. An datierendem Fundmaterial kam lediglich eine Scherbe der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts zu Tage, so daß sich über die Nutzungsdauer kein Aussage treffen läßt. Zum Begriff "Judenkirchhof": Der Name "Judenkirchhof" ist dadurch zu erklären, daß im Volksmund oft "der Jude" mit "dem Heiden" gleichgesetzt wurde und "Kirchhof" die ältere Bezeichnung für Friedhof darstellt. [2] An der Breitseite zur Ausonius-Straße hin liegt ein Bau mit quadratischem Grundriß, wohl ein Tempel. So wird die rätselhafte Anlage, im Volksmund "Judenkirchhof" genannt, ein Felsheiligtum sein. [3]

Einordnung

Kategorie:
Archäologische Denkmale / Sakralbauten / Tempel, Heiligtümer
Zeit:
Undatiert
Epoche:
Undatiert

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   7.074283
lat: 49.84395
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Wackenbesch

Internet

http://www.hermann-bohn.de/

Datenquelle

[1] Hermann Bohn, Morbach; 2011. www.hermann-bohn.de [2] Marcello Ghetta: Spätantikes Heidentum. Trier und das Trevererland. Verlag Kliomedia, Trier, 2008. ISBN 978-3-89890-119-2 http://www.kliomedia.de [3] Führer zu den vor- und frühgeschichtlichen Denkmälern. Band 34. Westlicher Hunsrück. Hrsg. Römisch-Germanisches Zentralmuseum Mainz. Verlag Philipp von Zabern, Mainz. 1977. ISBN 3-8053-0303-3

Bildquellen

1 Bild: Hermann Bohn, Morbach; 2011. www.hermann-bohn.de
2 Bild: © Rheinisches Landesmuseum Trier.

Stand

Letzte Bearbeitung: 15.01.2011

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