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Forsthaus Drachenhaus

West-Pallien, Gemeinde Trier
Stuckradweg 5

Beschreibung

Zwischen Schneidershof und Wildgehege circa 500 Meter nordwestlich der Villa Weißhaus liegt in malerischer Umgebung das Drachenhaus, ein auffälliger, langgestreckter Bau, der ehemals das Ökonomiegebäude des Gutes Weißhaus war. An seiner Stelle stand bis um 1829 das sog. Mergener Grünhäuschen, ein kleines Hofgut, das ehemals dem Kloster Sankt Marien (heute Exzellenzhaus) gehörte. Grünhäuschen und Weißhäuschen wurden um 1819 vom Trierer Bürgermeister Wilhelm v. Haw (1783-1862) erworben. Sechs Jahre nach Errichtung der klassizistischen Weißhausvilla, entstand im Jahre 1829 das dazugehörige Wirtschaftsgebäude Drachenhaus. Seinen Namen verdankt es zwei imposanten geflügelten Kupferdrachen, die allerdings erst Jahre nach Fertigstellung des Gebäudes an den Eckrisaliten der Fassade aufmontiert wurden. Sie stammen von einem Trierer Stadthaus in der Simeonstraße, wo sie als Wasserspeier fungiert hatten. Nach dem Tod. Haws im Jahr 1862 wurde das Gut Weißhaus vom Statthalter des Großherzogtums Luxemburg, Prinz Heinrich der Niederlande, erworben. Er veranlasste die Umfunktionierung des Ökonomiegebäudes in ein Wohnhaus für den Förster. Heute ist das Drachenhaus ein Mietshaus der Stadt Trier. Das Drachenhaus zeichnet sich durch eine ausgesprochen geschmackvolle Gestaltung aus. Eine subtile Staffelung der Wandflächen kennzeichnet den Bau ebenso wie ein überraschender Variationsreichtum bei durchaus einfachen architektonischen Grundformen. Das zweigeschossige Hauptgebäude besteht aus 9:1 Achsen, die beiden 1 1/2-geschossigen Hofgebäude - rückwärtig im rechten Winkel zum Hauptgebäude platziert, so daß sich eine Hufeisenform der Gebäude ergibt - weisen je 7 Achsen auf. Prägnantester Teil der Fassade sind die bei- den einachsigen Eckrisalite. Zwischen ihnen befinden sich im Mittelteil der Fassade in beiden Stockwerken- fünf gleichgestaltete einfenstrige Achsen sowie an diese anschließend, zwei Achsen mit je drei Fenstern: einem normal großen Mittelfenster flankiert von zwei schmalen Seitenfenstern. Die Tür mit fächerartig unterteiltem Oberlicht liegt in der zentralen Achse der Fassade. Die beiden Risalite und die äußeren dreiteiligen Achsen rahmen den mittleren Gebäudeteil und verhindern eine Monotonie der Fassade. Charakteristisches Gepräge erhalten die Risalite durch die Struktur eines triumphalen Torbogens, die aus einem Zurückweichen der Wandfläche und einem in das Fenstergewände eingelassenen, großen Halbrundfenster im Obergeschoß resultiert. Im Erdgeschoss der Risalitzone befindet sich je ein Fenster. Den dezidiert klassizistischen Charakter der Risalite machen nicht zuletzt die Details aus, wie etwa die Konsolen direkt unterhalb des Dachvorsprunges, die Akroterien oberhalb der Traufe sowie die Anspielung an Thermenfenster. Die beiden Hofgebäude haben 7:1 Achsen zur Hofseite, nach außen hin sind sie fensterlos. Im Untergeschoß befinden sich je fünf Fenster und zwei Türen, im darüber liegenden Halbgeschoß fünf Lünetten, die auf einem einfachen Gesimsband aufliegen. Die Schmalseiten der Hofgebäude sind ähnlich der Schmalseiten des Hauptgebäudes gestaltet. Die Gestaltung des Ökonomiegebäudetraktes weist - besonders durch die Anspielung an Thermenfenster in den Seitentrakten auf die Rezeption eines preußischen Klassizismus hin und markiert, wie auch das Weißhausgebäude selbst, eine Umorientierung vom französisch geprägten Klassizismus hin zur Berliner Bauweise. Jeannette Kohl

Einordnung

Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Verwaltungsbauten / Forsthäuser
Zeit:
1829
Epoche:
Klassizismus

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.631492
lat: 49.769
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Beim Weißhaus

Internet

http://de.wikipedia.org/wiki/Trier-West/Pallien

Datenquelle

Klassizismus in Trier. Photos aus der Sammlung Prof. Wilhelm Deuser. Katalog des Städtischen Museums Simeonstift Trier zur Ausstellung vom 21.1. bis 6.3.1994. Hrsg. Richard Hüttel und Elisabeth Dühr.

Bildquellen

1 Bild: © Helge Rieder, Konz, 1999
2 Bild: © Helge Rieder, Konz, 2000

Stand

Letzte Bearbeitung: 27.10.2010

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