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Königlich Preußisches Gefängnis - Pforte

Mitte-Gartenfeld, Gemeinde Trier
Windstraße 6

Beschreibung

Das heutige Bischöfliche Dom- und Diözesanmuseum wurde als Königlich Preußisches Gefängnis von Wolff bis 1833 in der Windstraße an Stelle der noch 1828 von Ramboux gezeichneten Kurie Metzenhausen errichtet. Das große Gebäude von 15x3 Achsen ist zweigeschossig und trägt ein relativ flach geneigtes schlichtes Walmdach. Der rustizierte Putzbau erfährt auf seiner gesamten Länge durch die gleichmäßige Reihung der fünfzehn Fensterachsen eine vertikale Gliederung. Horizontal wird er durch ein geschoßtrennendes umlaufend kräftiges und filigran profiliertes Gurtgesims gegliedert. Der mit einer eher zarten Putzquaderung überzogene Bau erhält seinen robusten Charakter und die einem Gefängnisbau angemessene Schwere und Erdverbundenheit durch die ungegliederten, glatten und außerordentlich wuchtigen Sandsteingewände, die eine Breite von beinahe dreißig Zentimetern haben. In der südlichen Mauer zur Windstraße befindet sich die Pforte als kleiner giebelständiger Putzbau basilikalen Querschnitts mit schlichtem Satteldach und seitlichen Voluten sowie einem Portal mit kräftigen geehrten, faszettierten und ausgestellten Sandsteingewänden, ähnlich wie wir sie an Wolffs beiden Entwürfen für die Neuerrichtung des Mustores von 1835 und 1837 finden. Mit der Errichtung eines Gefängnisgebäudes in einem Bereich zwischen Dom, Kurien und Klöstern hatte Wolff eine delikate Aufgabe in Angriff genommen. Der schlichte und unprätentiöse Bau, der sich wie das Zollamt und das Kasino in seinen Dimensionen an den bürgerlichen Bau anlehnt, wirkt, obwohl ohne jeden Schmuck, nicht eintönig. Ohne Scheu bedient sich Wolff einer christlichen Semantik, wie es die kleine Pförtnerbasilika deutlich zeigt. Hiermit und mit dem Bescheiden auf einen zweigeschossigen Bau ist es Wolff gelungen, den Komplex in die kirchliche Umgebung ohne Anstoß einzubinden. Der Gefängnisbau ist Wolffs erstes Gebäude, welches vollständig putzrustiziert ist, was auf Schinkelschen Einfluß hinweist. Dieser befand denn auch bei seinem Besuch auf der Baustelle am 11. August 1833: Dieser Bau ist noch nicht beendet, wird gut ausgeführt. Erhaltungszustand: Fassade erhalten Hausnummerierung: 1784: 6 Baumeister: Johann Georg Wolff (Kreisbaukonduktor und später Bauinspektor sowie bis 1848 Stadtbaumeister) Geboren: 7.3.1789 in Trier Gestorben: 31.8.1861 Weitere (erhaltene) Bauten: u.a. Kasinogebäude am Kornmarkt, Hauptzollamt am Johanniterufer 1-3 und das Königlich Preußische Gefängnis, heute Bischöfliches Dom- und Diözesanmuseum. [Michael Zimmermann: Klassizismus in Trier. Die Stadt und ihre bürgerliche Baukunst zwischen 1768 und 1848. WVT Wissenschaftlicher Verlag Trier, 1997. ISBN 3-88476-280-X] 1832/33 nach Entwurf des Stadtbaumeisters Johann Georg Wolff schräg gegenüber dem Dom erbautes "Königlich Preußisches Gefängnis". 1983-88 Umbau zum Bischöflichen Dom- und Diözesan-museum: die Baumaßnahme umfaßte unter anderem die vollständige Entkernung des langgestreckten, zweigeschossigen und von einem Walmdach übergriffenen Baukubus. Die einfache, überzeugende Konzeption und die der Bauaufgabe angemessene, programmatisch-schlichte Formensprache Wolffs lassen den Gefängnisbau als einen wichtigen Beitrag des preußischen Klassizismus zu dieser Baugattung im frühen 19. Jahrhundert erkennen, leider inzwischen stark dezimiert. An der Windstraße blieb das ursprüngliche, klassizistische Pfortenhaus erhalten (durch eine Glaspassage mit dem in der südlichen Gef ängnis-Längswand an der Stelle eines Fensters eingebauten, heutigen Haupteingang verbunden). [...] Bis auf ein zur Windstraße giebelständiges, vermutlich im zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts errichtetes (innen umgebautes) Verwaltungsgebäude wurden in den 1980er Jahren alle Nebengebäude abgebrochen. [Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Band 17.1 Stadt Trier - Altstadt. Wernersche Verlagsgesellschaft mbH, Worms. ISBN 3-88462-171-8 (1. Auflage 2001)]

Einordnung

Ersteller, Baumeister, Architekt, Künstler:
Wolff, Johann Georg (Stadtbaumeister), Trier [1789-1861].
Kategorie:
Geschichte / Rechtsdenkmale / Gefängnisse
Zeit:
1832
Epoche:
Klassizismus

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.644817
lat: 49.756343
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet

Museum am Dom - Bistum Trier http://www.museum.bistum-trier.de/

Datenquelle

- Michael Zimmermann: Klassizismus in Trier. Die Stadt und ihre bürgerliche Baukunst zwischen 1768 und 1848. WVT Wissenschaftlicher Verlag Trier, 1997. ISBN 3-88476-280-X - Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Band 17.1 Stadt Trier - Altstadt. Wernersche Verlagsgesellschaft mbH, Worms. ISBN 3-88462-171-8 (1. Auflage 2001)

Bildquellen

1 Bild: © Peter Valerius, Kordel, 2011.
2 Bild: © Peter Valerius, Kordel, 2011.
3 Bild: © Peter Valerius, Kordel, 2011.
4 Bild: © Peter Valerius, Kordel, 2011.

Stand

Letzte Bearbeitung: 26.09.2011

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