Datenbank der Kulturgüter
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Friedhofskreuz

Oberbillig, Gemeinde Oberbillig
Flurstraße

Beschreibung

Objektbeschreibung: Um die Mitte der 1960er Jahre war der seit rund 100 Jahren um die Pfarrkirche gelegene Friedhof -in Oberbillig: Kërfich, von Kirchhof- voll belegt. Mangels Erweiterungsflächen ließ die Ortsgemeinde am südöstlichen Ortsrand am Ende des damaligen Flurwegs in der Gewanne Unterberg einen neuen Friedhof anlegen. Mit der Planung und Bauleitung war der Oberbilliger Architekt Hans Holbach beauftragt worden. Der neue Friedhof wurde 1969 eingeweiht; 1970 konnte mit der Belegung begonnen werden. In der Folge wurde im Gemeinderat und in der Bürgerschaft wegen der Gestaltung eines dekorativen Mahnmals als Mittelpunkt des neuen Friedhofs angeregt über verschiedene Vorschläge diskutiert. Einer davon war eine Christusstatue in der Art derjenigen auf dem Corcovado bei Rio de Janeiro, ein anderer, der dann auch weitgehende Zustimmung fand, war ein ausdrucksvolles Kreuz. Bereits 1976 wurde dafür erste Gestaltungsvorschläge vorgelegt. Da die Ortsgemeinde nur sehr geringe Geldmittel für diesen Zweck hatte, führte der damalige Ortsbürgermeister Johann Birringer eine Haussammlung durch. In der Gemeinderatssitzung vom 22.2.1978 konnte er das Ergebnis der freiwilligen Spenden mit beachtlichen 6.300 DM bekannt geben. Es wurde der Beschluß gefasst, eventuell mit zusätzlichen Mitteln der Ortsgemeinde maximal 10.000 DM für das Werk auszugeben. Hinsichtlich der Gestaltung wurde ein Ideenwettbewerb ausgelobt, dessen Ergebnis an der Kirmes Ende August mit einem Preisgeld von 100 DM honoriert werden sollte. Die Mehrheit der Bürger entschied sich für einem Entwurf von Hans Holbach. Der hatte nach seinem Entwurf von dem Steinmetz- und Steinbildhauermeister Stefan Rau, Trier-Biewer ein Modell im Maßstab 1:6 anfertigen lassen. Nachdem durch weitere Spenden von Bürgern und von den Ortsvereinen der Betrag von 8.400 DM zusammen gekommen war, hat die Gemeinde am 20.8.1979 Stefan Rau den Auftrag zur Schaffung des Kreuzes zum Preis von 8.370 DM erteilt mit der Bedingung, dieses bis Ostern 1980 fertig zustellen. Dieser Termin wurde eingehalten. Meister Stefan Rau hat nach dem besagten Entwurf das rund 3,00 Meter hohe Friedhofskreuz aus hellem Kordeler Sandstein geschaffen (1. Bild). Es ist ein lateinisches Hochkreuz in der Manier der Kelten- oder Irischen Kreuze, also ein Balkenkreuz mit verlängertem Stützbalken, bei dem um den Schnittpunkt der Balken -gleichsam einem Nimbus- ein Ring liegt. Derartige Kreuze werden auch als Radkreuze bezeichnet. Sie waren ursprünglich keine Grabkreuze, sonder sie zierten ein Gebiet, das als heiliges Land angesehen wurde. Im Einzeln besteht das Kreuz aus vier mit gehauenen Flachreliefs dekorierten Blöcken. Der obere, der eigentliche Kreuzblock (2. Bild) zeigt die Symbole der Passion, der Auferstehung und der Eucharistie gruppiert um das Lamm Gottes mit der Siegesfahne. Dies ist eine kompakte Zusammenfassung der christlichen Theologie, die somit über die darunter in drei weiteren Blöcken dargestellte Dorfgeschichte gestellt ist. Die ist symbolisiert mit dem Weinstock (3. Bild), den Ähren (5. Bild), den Abzeichen der früheren Handwerksberufe (4. Bild), wobei der Anker besonders auf die vielen von Alters her in Oberbillig ansässigen Schifferfamilien hinweist. Die Steine links im Sockelblock (5. Bild) verweisen auf den früher regen Abbau von Kalkstein, der von etlichen Familien über viele Generationen in eigenen Brüchen betrieben wurde. Am Palmsonntag, den 30. März 1980 wurde das Kreuz als markantes Zeichen für die letzte Ruhestätte der Oberbilliger unter Beteiligung der Ortsvereine und der Dorfgemeinschaft eingeweiht. Bild 6 -ein Foto von der Einweihung- zeigt das neue Friedhofskreuz, davor der damalige Ortsbürgermeister Johann Birringer bei seiner Ansprache. Karl-Heinz Zimmer, August 2011 Datenquellen: Auskünfte von Edgar Birringer, Gemeinderatsprotokolle und Gemeindeblatt Wasserliesch-Oberbillig.

Einordnung

Ersteller, Baumeister, Architekt, Künstler:
Rau, Stefan (Steinbildhauermeister) Trier-Biewer
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Bildstöcke und Kreuzwegstationen
Zeit:
1980
Epoche:
20. Jahrhundert

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.507531
lat: 49.708579
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet

http://www.oberbillig.de/

Datenquelle

Karl-Heinz Zimmer, Oberbillig, August 2011.

Bildquellen

1 Bild: © Gerhard Zimmer, Oberbillig, 2011.
2 Bild: © Gerhard Zimmer, Oberbillig, 2011.
3 Bild: © Gerhard Zimmer, Oberbillig, 2011.
4 Bild: © Gerhard Zimmer, Oberbillig, 2011.
5 Bild: © Gerhard Zimmer, Oberbillig, 2011.
6 Bild: © Edgar Birringer, Oberbillig, 1980.

Stand

Letzte Bearbeitung: 03.10.2011

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