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Stationsweg Zum Kreuzchen - 12. Station

Mitte-Gartenfeld, Gemeinde Trier
Kreuzweg

Beschreibung

Der unter Bischof Josef von Hommer (1824-1836) wohl von der Marianischen Bürgersodalität angelegte Kreuzweg führt von der Kurfürstenstraße (Stadtteil Trier-Ost) über einen Hohlweg durch die Weinberge auf den Petrisberg bis zur Kreuzkapelle. Die 14 Kreuzwegstationen wurden 1880 und abermals 1925 durch neue Bildwerke ersetzt. Vom Trierer Bildhauer Nagel (vgl. Kriegerdenkmäler in Euren und Zewen) geschaffene Reliefs in grauem Kalkstein, eingelassen in altarartige Sandsteinrahmen mit giebel- oder halbkreisförmigem Abschluss. Die einzelnen Tafeln zeigen der Entstehungszeit entsprechend schlichte Figuren in bildparalleler Darstellung, die den Bildrahmen fast sprengen. Die Zeit, als Trier neu zu Preußen gekommen war, war stark geprägt von konfessionellen Spannungen, das katholische Volk war gegen die protestantische Herrschaft eingestellt. Auch vor diesem Hintergrund ist die Anlage eines neuen Kreuzweges als öffentliche Demonstration katholischer Glaubensausübung zu sehen. Der bis heute in Gebrauch befindliche Kreuzweg ist ein wichtiges Zeugnis der Trierer Sozial- und Frömmigkeitsgeschichte. [1] Der Trierer bezeichnet mit dem Namen Kreuzchen den Stationsweg, die Kapelle und die Umgebung derselben. Das Kreuz an der Stelle der Martinskirche war nicht das Kreuzchen, das einem Teile des Berges den Namen gab. Diese Kirche stand etwa 300 Meter weiter nach Süden. An der Stelle der heutigen Kapelle hat aber früher ein anderes Kreuz gestanden, denn nur ein solches konnte zur Bildung des Namens führen. Die jetzige Kapelle wurde 1844 erbaut und 1847 eingeweiht. Ein reicher Kaufmann und andere, Wohltäter haben das Geld zum Bau gespendet. Der Maler Lasinsky aus Trier hat sie sehr schön ausgemalt und die Bilder derHelena und des Kaisers Konstantin angebracht. Der Bischof übergab die Kapelle dem Konvikt, das sie bis auf den heutigen Tag betreut. Der Stationsweg ist schon alt. In den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurden die Stationsbilder erneuert. Diese standen bis zum Jahre 1930 an der Seite des Weges, der durch die Weinberge, die den Namen Pichter" tragen, hinaufführt. Im genannten Jahre ließ die Marianische Bürgersodalität diese Bilder durch die heutigen ersetzen; die alten wurden in Tarforst aufgestellt. Wie es vor Jahrhunderten geschah, so pilgern auch heute noch die Trierer den Stationsweg hinauf, besonders in der Fastenzeit, und beten wie ihre Vorfahren die Kreuzwegandacht. [2]

Einordnung

Ersteller, Baumeister, Architekt, Künstler:
Nagel (Bildhauer), Trier.
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Bildstöcke und Kreuzwegstationen
Zeit:
1844
Epoche:
Klassizismus

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.660759
lat: 49.754589
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Im Pichter

Internet

http://www.landesgartenschau-trier.de/infos/petrisberg2.html

Datenquelle

[1] Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Band 17.2 Stadt Trier – Stadterweiterung und Stadtteile. Wernersche Verlagsgesellschaft mbH, Worms. ISBN 978-3-88462-275-9 (1. Auflage 2009) [2] Trier und seine Umgebung. Heimatkundliche Betrachtungen. Nr. 2, März 1950. Hrsg. N. Neurath.

Bildquellen

1 Bild: © Peter Valerius, Kordel, 2012.
2 Bild: © Peter Valerius, Kordel, 2012.
3 Bild: © Peter Valerius, Kordel, 2012.
4 Bild: © Peter Valerius, Kordel, 2012.
5 Bild: © Peter Valerius, Kordel, 2012.
6 Bild: © Peter Valerius, Kordel, 2012.

Stand

Letzte Bearbeitung: 28.07.2012

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