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Marienkapelle Kinheimer Bildchen (1)

Kinheim, Gemeinde Kinheim

Beschreibung

Nördlich der Ortslage an der Kreisstraße 62, am Waldrand: Marienkapelle; zweiachsiger Putzbau, zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. [1] Auf dem Kinheimerberg an der alten Römerstraße steht die Kinheimer Marienkapelle, die von den Einheimischen schlicht "Kinheimer Marienkapelle" genannt wird. Die Kapelle ist ganzjährig geöffnet und lädt Wanderer und andere Besucher zum Gebet ein. Seit zahlreichen Jahren ziehen die Gläubigen aus Kinheim am Montag vor Christi Himmelfahrt in einer Bittprozession zur Kapelle, um dort eine heilige Messe zu feiern. Bei der Kapelle handelt es sich um ein einfaches Gebäude, das mit einem neugotischen Altaraufsatz aus Holz aus dem Jahre 1860 ausgestattet ist der in der Mitte ein Bild der schmerzhaften Muttergottes trägt. Die Pietà ist aus Sandstein gefertigt und gemäß der Inschrift aus dem Jahre 1858. Die Entstehungsgeschichte der Kapelle, die ungefähr 1730 begann, ist überliefert: im Visitationsprotokoll des Jahres 1803 erfährt man nämlich von der damals 85jährigen Nikolaus Keil, "das ungefähr vor 70 Jahren der damalige Viehhirt von Kinheim sich auf besagtem Platz befand und seine Herde Vieh weidete, da entstand plötzlich ein solches Ungewitter, welches so lange anhaltend nicht abweichen wollte, so daß der Hirte mit seiner Herde, vermeinte, in Todesgefahr zu sein. Der Hirt suchte in dieser augenblicklichen Gefahr Hilf bei Gott und der Muttergottes, verlobte der Mutter Gottes zu Ehren auf dem Platz ein Heiligenhäuschen mit einem Vesperbild zu erbauen, worauf sogleich das Ungewitter verschwunden war. Wegen Armut des Hirten wurde das Heiligenhäußgen nicht sogleich erbaut." Statt dem Viehhirten ließ aber der Kinheimer Bürger Adam Scheuer "ein klein steinernes Heiligenhäusßgen mit einem Vesperbild versehen aus innerliche Triebe der Mutter Gottes zu ehren errichten. Bei diesem Adam Scheuer, dem Stifter der Marienbildes, handelt es sich um den am 10.12.1696 in Kinheim geborenen Sohn von Johann Adam Scheuer und Christina Schettler, der am 21.02. 1718 in erster Ehe Anna Clara Neitscher und am 09.02.1733 in zweiter Ehe Anna Maria Vogt heiratete. Im Jahre 1762/63 wurde das Heiligenhäuschen mit dem Vesperbild schließlich von einem nicht mehr namentlich bekannten Kinheimer Bürger aus Dank für die Genesung von einer schweren Krankheit zu einer ersten Kapelle erweitert. Nikolaus Keil sagte dazu aus. "Ein Bürger aus Kinheim lachte zwey und einhalb jahr zu Bett krank. Dieser Kranker konnte bei den Doctoren keine Genießung finden. Ein Bürger aus Kinheim mit Namen Johann Herges besuchte den Kranken, er sprach dem Kranken zu, er sollte der Muttergottes zu Ehren einen Gang auf den Kinheimer Berg zu dem Vesperbild verloben, vielleicht würde er durch die Fürbitte der Muttergottes von Gott wieder seine reiche Gesundheit erlangen; er verlobte den Gang und wurde besser. Zur Dankbarkeit verrichtete er nicht allein den versprochenen Gang, sondern fienge auch an, durch gutt gesintliche Christen Beysteir anno 1762 aus dem kleine steinerne Häusgen eine Capel zu erbauen und zu vollenden." In den Revolutionsjahren 1794 – 1813 zerfiel die Kinheimer Kapelle, wurde aber schließlich wieder neu aufgebaut. Im Jahre 1860 wurde der neue Holzaltar für die Kapelle beschafft und die Pietà durch das heutige Bildnis ersetzt. Seit 1930 bis heute pilgern die Kinheimer Pfarrangehörigen am ersten Bittag in einer Prozession zur Marienkapelle und feiern dort eine heilige Messe. Erneut renoviert wurde die Kapelle im Jahre 1930: "Im Frühjahr 1930 wurde das Kapellchen auf Kinheimer Höhe, Kinh. Bildchen geheißen, auf Anregung des Winzers Paul Kees restauriert und mit neuen Bänken versehen. Der Kreis stellte 300 M zur Verfügung. Der Rest, etwa 1000 Meter, wurden von Wohltätern und besonders Verehrern der Gottesmutter aufgebracht. Anstreicher Thomas Gerhard von hier und dessen Sohn Peter haben sich in Ausführung der Innenmalerei nicht nur als Kenner der moderneren Kunst, sondern auch als exakte Arbeiter gezeigt. Nach der Instandsetzung zog in der Bittwoche die Prozession zum ersten mal hinauf, um die Gottesmutter, die seit 2 Jahrhunderten von frommen Wallern aus nah und fern dort angerufen wird, zu verehren. Zum ersten Mal wurde dann dort das hl. Messopfer dargebracht." "Pastor Brill hatte dazu am 15.05.2930 den Antrag gestellt. Er bat das Bistum, "genehmigen zu wollen, daß im Monat Mai eine hl. Messe in der Kinheimer Kapelle gelesen wird. In dieser Kapelle befindet sich ein Gnadenbild der Schmerzhaften Mutter G, das besonders im Maimonat, das Ziel vieler Pilger ist. Als Altarstein kann einer aus der Hiesigen Pfarrkirche benutzt werden. Zugleich bitte ich um Bevollmächtigung, die hiesige Kapelle zu benedizieren. Die Feier ist so gedacht, daß zugleich eine Wallfahrt der Pfarrgemeinde damit verbunden wird. Mit schreiben vom 17.05.1930 gab das Bischöfliche Generalvikariat in Trier dem Antrag Pastors Brills zur jährlichen messe mit Wallfahrt statt ". Zuletzt renoviert wurde die Kapellchen im Oktober 2010. Ein Ehemaliger Kinheimer Bürger stiftete die Farbe und vier Kinheimer Maler wuschen ehrenamtlich den Ruß der vielen Kerzen ab und versahen die Kapelle mit einem neuen Anstrich, so dass sie wieder ein würdiger Ort des Gebets für die Besucher aus Kinheim und den umliegenden Ortschaften ist. Das die Kapelle ein vielbesuchter Ort ist, bezeugen die vielen brennenden Kerzen und die Votivtafeln, die aus Dankbarkeit in den vielen Jahren angebracht wurden. Manche Leute sprechen sogar von Wundern, die der Überlieferung nach auf Fürsprache der Muttergottes geschehen sein sollen. Der Kinheimer Pastor Joseph Buslay hat dazu niedergeschrieben; die in einer Broschüre, von Christian Franzen, Weinort Kinheim Mosel Tourist - Information Kinheim, nachzulesen ist. Mitteilung hängt in der Kapelle aus, Broschüre der Kapelle liegt ebenfalls in der Kapelle aus. [2]

Einordnung

Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Kapellen
Zeit:
1858
Epoche:
Historismus / Jugendstil

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   7.048698
lat: 49.988155
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Aufm Kinheimer Berg

Internet

http://www.kinheim.de/

Datenquelle

[1] Denkmalliste der Generaldirektion Kulturelles Erbe, Rheinland-Pfalz; 2010. [2] "Hoch auf des Berges steilen Rücken" - Die Marienkapelle Kinheimer Bildchen. Tourist-Information Kinheim.]

Bildquellen

1 Bild: © Helmut Bauer, Trier, 2012.
2 Bild: © Helmut Bauer, Trier, 2012.
3 Bild: © Helmut Bauer, Trier, 2012.
4 Bild: © Helmut Bauer, Trier, 2012.
5 Bild: © Helmut Bauer, Trier, 2012.

Stand

Letzte Bearbeitung: 02.04.2012

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