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Kreuzweg zur Mutter-Gottes-Kapelle - 4. Station

Mesenich, Gemeinde Langsur

Beschreibung

Stationenweg. Vom Kreuzweg, oberhalb am Pfarrhof ausgehend, der mit sieben Stationen in die Weinberge (Flurstücke Plein und Plänter) und mit sieben Stationen in den Waldkamm führt. Abschluss ist eine 1904 der Schmerzhaften Mutter Gottes errichtete Kapelle an der Höhenkante. Die 1902 vom Steinmetz Thein, Grevenmacher, gearbeiteten Sandsteinstationen sind dachförmig geschlossene Pfeiler, die rechteckige Tonreliefs mit den jeweiligen szenischen Darstellungen umfassen. Die Kapelle, ein sechseckiger Putzbau mit flachem Pyramidendach enthält einen Holzaltar mit Vesperbild sowie Gipsfigurenschmuck. Der Stationenweg als Zeugnis der Volksfrömmigkeit stellt sich als vollständige und einheitliche Anlage seiner Zeit dar. [1] Einst eine Gemeinschaftstat - Der Kreuzweg und die Kapelle au dem Mesenicher Kreuzberg Lenkt man seinen Wagen von der Mündung der Sauer über die Bundesstraße 418 dann fährt man bald die elegante, letzte Schleife des Flusses entlang. Rechts sieht man den imposanten Mesenicher Königsberg, auf des Berges Höhe erhebt sich mit reizender Aussicht in der Nähe und in der Ferne ein Kapellchen. Es ist zur Ehren der Schmerzhaften Mutter Gottes gebaut. Da hinauf führt ein Kreuzweg, der gleich am Pfarrhaus beginnt. Im Jahre 1902 ließ eine Familie von Mesenich bei dem Steinmetzen Thelen zu Grevenmacher die 14. Stationsbilder in grauweißen Sandstein arbeiten und sie den Rauweg hinauf aufstellen. Zur Höhe geht es jetzt – wie damals – steil und ziemlich holperig hinan; der Rauweg hieß fortan aber Kreuzweg. Die sieben ersten Stationen stehen im Weinbergsgelände links Königsberg und Plein, rechts Pländer, Die sieben weiteren Stationen fanden in dem sich anschließenden Buchen wohl Aufstellung. Von der ersten bis zur vierzehnten Station kann man gut einen Rosenkranz beten. Am Sonntag nach Kreuzerhöhung (14 September) genannten Jahres bewegte sich eine große Prozession den Berg hinauf. Der damalige Pfarrer Peter Kiefer konnte den Kreuzweg kanonisch einsegnen. Inmitten der langen Doppelreihe, die vom alten Lehrer Anton Adams mit der Schuljugend angeführt wurde schritten vierzehn weißgekleidete Mädchen; sie trugen die kleinen braunen Holzkreuze in ihren gefalteten Händen. Bei jedem Stationskreuz trat erst der Schreiner in Aktion, dann segnete der Priester Stein und Kreuz.. Ein Jahr später starb Pfarrer Kiefer und wurde in Mesenich begraben. Sein Nachfolger, Pfarrer Nikolaus Thielen, kam als rüstiger Fünfziger. Er ging oft, auch mit den Kindern, den Kreuzweg beten. Nach der großen Prozession zur Kreuzerhöhung sprach Pfarrer Thielen sonntags darauf die Worte der Anerkennung. Er stellte fest, dass ans Ende des Kreuzweges ein Punkt hingehöre eine kleine Kapelle als Abschluss. Den Punkt könnte alle in Gemeinschaftsleistung setzen, nachdem einer alleine eine so große Leistung bewiesen habe. Die Männer zeigten Bereitschaft und gingen bald ans Werk. Zum Bau wurde kein Architekt bemüht. Der Pfarrer selbst zeichnete den Grundriss; ein regelmäßiges Sechseck. Den Bauplatz schenkte die Familie Peter Bast-Feil Steine, Sand, Kalk, Zement, später Holz und Dachschiefer wurden freiwillig gebracht. Schuklosenvater und der alte Zirbes wollten um Gottes Lohn das Kapellchen bauen. Ihre Sorge: Wie bekommen wir Wasser hin, um dem Mörtel anzumachen. - Dann stand unter dem Nussbaum am Brunnen beim Pfarrhaus ein Wagen mit großem Wasserfass. Die Schuljugend hatten große Freude, es täglich füllen zu können. Einer der mit Pferden fuhr, hat den Mauermeistern versprochen, er werde das Wasser anfahren. Er hat das auch gehalten; an manchen Tagen fuhr er auch zweimal auf die Höhe. Und die zwei fleißigen Maurer die schon so manches Gebäude hingestellt hatten, brachten auch hier alle Steine in Lot. Ein junger Schreiner aus dem Schiwischhaus erstellte den Altar, ein älterer zimmerte ein paar Bänke für die müden Frauen. Ein Junggeselle aus Grewenich zahlte den Preis für die Johannes-Statue eine Näherin von Metzdorf, für die der Sankt Magdalena. Eine Mutter von neun Kindern hatte gespendet für die Pietà. Die Figuren aus festen Terrakotta sind noch so gut wie vor siebzig Jahren. Am Sonntag nach Kreuzerscheinung im Jahre 1904 wurde die Kapelle eingeweiht. Seitdem brennen dort oben die Kerzen. Pfarrer Thielen war 18 Jahre in Mesenich tätig. Damals und auch noch später ging regelmäßig am Karfreitag und am Fest Kreuzerhöhung von der Kirche aus eine geordnete Prozession auf den Kreuzberg. Das ist jetzt nicht mehr der Fall. Aber Gruppen, Grüppchen und einzelne, auch aus Liersberg und Langsur, pilgern noch immer regelmäßig dort hin, besonders in der Fastenzeit. Zwei Kriege hat die Kapelle überdauert. Im letzten Krieg zog sich ein Kranz von Bunkern über Königsberg und Held. Die Bewohner hatten an der Kyll, der unteren Mosel, auf dem Hochwald ein Unterdach gefunden. Mit ihren Häusern überstand auch die Kapelle die Kriegswirren. Dann sollte der Bunker gesprengt werden. Ein junger französischer Offizier zeigte es dem damaligen Ortsbürgermeister an. "Dann ist es um die Mutter-Gottes Kapelle geschehen, ein Bunker steht ganz nahe daran". – "Nehmen Sie die Figuren alle raus; ich werde leichte Ladung legen lassen; die Kapelle soll stehen bleiben." So geschah es. Die Kapelle hat durch die Sprengungen kaum etwas abbekommen, und alles kam wieder in seine Ordnung Maria Scheuer † (Lehrerin in Trier West, schrieb diesen Text, der in der Kapelle aushängt.) [2]

Einordnung

Ersteller, Baumeister, Architekt, Künstler:
Thein (Steinmetz) Grevenmacher.
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Bildstöcke und Kreuzwegstationen
Zeit:
1902
Epoche:
Historismus / Jugendstil

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.518347
lat: 49.728645
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Im Gehberg

Internet

http://www.longasura.de/

Datenquelle

[1] Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz, Kreis Trier-Saarburg, 12.2 Wernersche Verlagsgesellschaft 1994. [2] Maria Scheuer (Aushang in der Kapelle).

Bildquellen

1 Bild: © Helmut Bauer, Trier, 2014.
2 Bild: © Helmut Bauer, Trier, 2014.

Stand

Letzte Bearbeitung: 03.05.2014

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