Datenbank der Kulturgüter
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Sankt Martin - Außen

Dreis, Gemeinde Dreis
Kirchstraße 20

Katholische Pfarrkirche

Dreiachsiger Saalbau, 1755/56; Kriegerdenkmal 1914/18; Pfarrergrabmal, 19. Jahrhundert (angeblich 1833); neugotisches Friedhofskreuz, bez. 1859. [1] Die Kirche erscheint in den Steuerlisten des 14. Jahrhundert und im Visitationsprotokoll des Jahres 1569. Der vom Abt Michael Hormann von Echternach errichtet Neubau ist einschiffig, nach Zahlen am Portal und auf der Innenseite des Triumphbogens vom Jahr 1755/56. Dreiseitig geschlossenes Chorhaus (1761 fertiggestellt) und Westturm. Das Innere ist rippenlos kreuzgewölbt. Die drei Säulenaltäre stammen wie die Kanzel aus der Erbauungszeit. Ein neues Altarblatt für den Hochaltar malte 1837 Franz Dausch in Trier. Ein Taufstein in Becherform entstammt ebenfalls dem 18. Jahrhundert. Orgel um 1900 in barocken Formen. [2] Als in der Mitte des 18. Jahrhunderts die Pfarrkirche Sankt Martin in Dreis baufällig geworden war, entschloss sich die Kirchengemeinde, ein neues Gotteshaus zu errichten für den Dienst der Gemeinde und als Zeichen der Gegenwart Gottes inmitten des Dorfes. In der Chronik des einstigen "Freien Reichsdorfes" Dreis, die zur 1200 Jahrfeier aus Anlass der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 785 in 1985 herausgegeben wurde, wird berichtet, dass der Abt Hormann von Echternach in den Jahre 1755/56 die Kirche errichten ließ. Die Abtei übte damals im Auftrag des Reiches die Herrschaft in Dreis aus. Die Pfarrei gehörte zum Erzbistum Trier. Die Kirche wurde im Stil des Barock errichtet. Im Weltbild der Barockzeit sah man den Menschen hineingestellt in die Grundspannung Endlichkeit – Unendlichkeit, in den Raum des Erforschbaren und in die Ausweisung dieses Raumes in Gottes Höhe und in Gottes Abgrund. In vielfältiger Form fand dieses Weltbild seinen Ausdruck in den Bereichen der Kunst. Und das eben auch im Bauwerk der Kirche von Dreis: Eine weite Halle, ausgerichtet nach Osten, der Sonne entgegen, mit vielen hellen Fenstern. Das Innere der Kirche ist ein rippenlos kreuzgewölbter Saalbau, dessen Mittelachse durch Pilaster ausgezeichnet ist. Die drei Säulenaltäre aus Holz stammen wie die Kanzel und die Kommunionbank aus der Erbauungszeit der Kirche. Der Hochaltar ist durch freistehende, umgekehrt verjüngte viereckige Pfeiler bereichert. In der Mitte des Retabels ist die phantasievolle Darstellung des Kirchenpatrons zu sehen; der hl. Martin teilt seinen Reitermantel mit dem Bettler. In der Höhe befindet sich die Darstellung der Gottesmutter Maria bei ihrer Aufnahme in den Himmel. Das Tabernakel hat die barocke Form eines Drehtabernakels. Im oberen Bereich des Hochaltars ist das Wappen der Gemeinde Dreis angebracht, das auf goldenem Hintergrund den schwarzen doppelköpfigen Reichsadler mit rotem Nimbus zeigt, der belegt ist mit einem silbernen Kreuz, dem eine Schwurhand aufliegt. Zu den beiden Seiten stehen über den Türabschlüssen der Kulissenwand die Figuren der heiligen Lucia und des heiligen Eligius. Der linke Seitenaltar zeigt die liebeswürdige Darstellung der Gottesmutter mit Kind, darüber das Relief mit Gott Vater und der Taube des Heiligen Geistes. Der rechte Seitenaltar zeigt die Darstellung des heiligen Josef, darüber das Gemälde der heilgen Maria Magdalena. Die Kanzel wird überwölbt von dem Schalldeckel, auf dem sich die Darstellung des heiligen Erzengel Michael befindet. Im Chorraum hängen an den Seiten zwei Halbreliefs aus der Mitte des 18. Jahrhunderts; der Schmerzensmann und die Muttergottes. Zwei Beichtstühle aus frühklassizistischer Zeit – 1784 – und der schlanke Taufbrunnen, ebenfalls 18. Jahrhundert, gehören zum Inventar der Kirche. Die Empore an der Westwand der Kirche, die sich dem schlichten Barock der Kirche anpasst, birgt im barocken Prospekt die Orgel der Kirche: 1910 errichtet in der Orgelwerkstatt Turk in Klausen, 1970 erneuert, 15 klingende Register. Zur Kirche gehört ein Turm, in dem vier Glocken hängen: Sankt Maria und Sankt Petrus von 1603 - Heilige Dreifaltigkeit von 1949 – Heiliger Benedikt von 1964 – Heiliger Karl Baromäus von 1982. Dieses Bauwerk ist errichtet zur Ehre Gottes. Begabte Bauleute haben sich am Anfang in den Dienst des Gotteslobes gestellt. Menschen aller Generationen haben sich seitdem eingesetzt und setzen sich bis heute ein, dieses Werk zu dankbarem Lobpreis Gottes zu erhalten. [3] Die Heilige auf dem Seitenaltar der Epistelseite ist nicht Maria Magdalena sondern Margaretha von Antiochia, die den Drachen, der sie verschlingen wollte (oder auch verschlungen hat) mit dem Kreuzzeichen, bzw. Kreuz besiegt hat. Maria Magdalena wird nie mit einem Drachen dargestellt. Das passt nicht zu ihrer Ikonographie. Die Jungfrau könnte auch die heilige Martha sein, doch meine ich, dass es Margaretha ist. 1. wird sie als Nothelferin in Deutschland sehr oft verehrt. 2. es findet eine Aktion zwischen beiden statt, der Drachen weicht erschreckt zurück. Bei Martha ist der Drachen gezähmt und an der Leine befestigt. [4]

Einordnung

Ersteller, Baumeister, Architekt, Künstler:
Abt Hormann von Echternach
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Katholische Kirchen
Zeit:
1755
Epoche:
Barock / Rokoko

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.813825
lat: 49.942004
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet

http://cms.pfarreiengemeinschaft-dreis.de/bistum-trier/Integrale?SID=E12CE770FF130C9FBF21C19525477068&MODULE=Frontend&ACTION=ViewPageView&PageView.PK=57&Document.PK=69615

Audio




Datenquelle

[1] Denkmalliste der Generaldirektion Kulturelles Erbe, Rheinland-Pfalz; 2010. [2] Ernst Wackenroder: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz; Band Kreis Wittlich; Düsseldorf 1934. [3] PfarreienGemeinschaft Arenrath-Bruch-Dreis-Heidweiler http://cms.pfarreiengemeinschaft-dreis.de/bistum-trier/Integrale?SID=E12CE770FF130C9FBF21C19525477068&MODULE=Frontend&ACTION=ViewPageView&PageView.PK=57&Document.PK=69615 [4] Alexander Wißmann Martinez, 2012.

Bildquellen

1 Bild: © Helge Rieder, Konz, 2000
2 Bild: © Alexander Wißmann Martinez, 2012.
3 Bild: © Alexander Wißmann Martinez, 2012.
4 Bild: © Alexander Wißmann Martinez, 2012.
5 Bild: © Alexander Wißmann Martinez, 2012.

Stand

Letzte Bearbeitung: 06.05.2012

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