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Kapelle Zum Kreuzchen (2)

Kürenz, Gemeinde Trier
Kreuzweg 50

Beschreibung

Kreuzkapelle auf dem Petrisberg. Auch Kreuzchen genannte Kapelle. 1844 an der Stelle eines früheren Kreuzes errichtet über der Stadt im Wald auf dem Petrisberg am Ende des einige Jahre davor angelegten Kreuzweges, vom Bischof Wilhelm Arnoldi dem kurz zuvor gegründeten Konvikt übergeben, bis heute in dessen Eigentum. Saalbau mit 3/6-Schluss, verschiefertem Satteldach und hohem Dachreiter mit Spitzhelm, Putzbau mit aufwändigen Architekturteilen in rotem Sandstein. Flächenhafte Außenwandgliederung durch Lisenen, die einen Stichbogenfries unterhalb von Traufe und Ortgang tragen. Portalgestaltung der Giebelseite mit gestaffelter Dreifenstergruppe über der rundbogigen Eingangstür mit tiefem Kehlprofil unter gemeinsamem Rundbogen, an Längsseiten und Chor kreisförmige Fenster mit eigener Verdachung. Im Inneren Fresken, die heiligen Helena und Konstantin zeigend, 1853 von August Gustav Lasinsky, einem aus Koblenz stammenden Nazarener aus der Gruppe um Philipp Veith, 2008 restauriert. Mit dem Bildthema wird der Kreuzweg, der klassischerweise mit der Grablegung endet, bis zur Wiederauffindung des Kreuzes fortgesetzt und über den Kaiser und seine Mutter mit Trier verbunden. Früher historistischer Sakralbau im Rundbogenstil in landschaftlich reizvoller Lage, errichtet im Jahr der überaus erfolgreichen Heiligrockwallfahrt, einer Zeit des demonstrativen Wiedererstarkens der katholischen Volksfrömmigkeit in Trier. Der unter Bischof Josef von Hommer (1824-1836) wohl von der Marianischen Bürgersodalität angelegte Kreuzweg führt von der Kurfürstenstraße (Stadtteil Trier-Ost) über einen Hohlweg durch die Weinberge auf den Petrisberg bis zur Kreuzkapelle. Die 14 Kreuzwegstationen wurden 1880 und abermals 1925 durch neue Bildwerke ersetzt. Vom Trierer Bildhauer Nagel (vgl. Kriegerdenkmäler in Euren und Zewen) geschaffene Reliefs in grauem Kalkstein, eingelassen in altarartige Sandsteinrahmen mit giebel- oder halbkreisförmigem Abschluss. Die einzelnen Tafeln zeigen der Entstehungszeit entsprechend schlichte Figuren in bildparalleler Darstellung, die den Bildrahmen fast sprengen. Die Zeit, als Trier neu zu Preußen gekommen war, war stark geprägt von konfessionellen Spannungen, das katholische Volk war gegen die protestantische Herrschaft eingestellt. Auch vor diesem Hintergrund ist die Anlage eines neuen Kreuzweges als öffentliche Demonstration katholischer Glaubensausübung zu sehen. Der bis heute in Gebrauch befindliche Kreuzweg ist ein wichtiges Zeugnis der Trierer Sozial- und Frömmigkeitsgeschichte. [Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Band 17.2 Stadt Trier – Stadterweiterung und Stadtteile.] Die Kapelle befindet sich am Endpunkt des Kreuzwegs im Stadtteil Kürenz. Die 1844 errichtete Kirche wird dem sogenannten Rundbogenstil zugeordnet, einzelne Verzierungen orientieren sich an der Romantik. Der freistehende, im Grundriss rechteckige Bau verfügt über einen sogenannten Polygonchor. Die Fensteröffnungen sind mit farbigen Glasfenstern verschlossen, die vermutlich aus den 70er Jahren stammen. [Wolfgang Rommel] Das Kreuzchen Der Trierer bezeichnet mit dem Namen Kreuzchen den Stationsweg, die Kapelle und die Umgebung derselben. Das Kreuz an der Stelle der Martinskirche war nicht das Kreuzchen, das einem Teile des Berges den Namen gab. Diese Kirche stand etwa 300 Meter weiter nach Süden. An der Stelle der heutigen Kapelle hat aber früher ein anderes Kreuz gestanden, denn nur ein solches konnte zur Bildung des Namens führen. Die jetzige Kapelle wurde 1844 erbaut und 1847 eingeweiht. Ein reicher Kaufmann und andere, Wohltäter haben das Geld zum Bau gespendet. Der Maler Lasinsky aus Trier hat sie sehr schön ausgemalt und die Bilder der heiligen Helena und des Kaisers Konstantin angebracht. Der Bischof übergab die Kapelle dem Konvikt, das sie bis auf den heutigen Tag betreut. Der Stationsweg ist schon alt. In den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurden die Stationsbilder erneuert. Diese standen bis zum Jahre 1930 an der Seite des Weges, der durch die Weinberge, die den Namen "Pichter" tragen, hinaufführt. Im genannten Jahre ließ die Marianische Bürgersodalität diese Bilder durch die heutigen ersetzen; die alten wurden in Tarforst aufgestellt. Wie es vor Jahrhunderten geschah, so pilgern auch heute noch die Trierer den Stationsweg hinauf, besonders in der Fastenzeit, und beten wie ihre Vorfahren die Kreuzwegandacht. [Trier und seine Umgebung. Heimatkundliche Betrachtungen. Nr. 2, März 1950. Hrsg. N. Neurath.]

Einordnung

Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Kapellen
Zeit:
1844
Epoche:
Klassizismus

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.661701
lat: 49.754868
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Bei dem Kreuzchen

Internet

http://www.landesgartenschau-trier.de/

Datenquelle

- Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Band 17.2 Stadt Trier – Stadterweiterung und Stadtteile. Wernersche Verlagsgesellschaft mbH, Worms. ISBN 978-3-88462-275-9 (1. Auflage 2009) - Wolfgang Rommel auf der Homepage der Landesgartenschau Trier 2004. - Trier und seine Umgebung. Heimatkundliche Betrachtungen. Nr. 2, März 1950. Hrsg. N. Neurath.

Bildquellen

1 Bild: © Peter Valerius, Kordel, 2012.
2 Bild: © Peter Valerius, Kordel, 2012.
3 Bild: © Diana Wuytack, 2012.
4 Bild: © Diana Wuytack, 2012.
5 Bild: © Diana Wuytack, 2012.
6 Bild: © Diana Wuytack, 2012.

Stand

Letzte Bearbeitung: 28.07.2012

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