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Ehemalige Nell'sche Villa

Olewig, Gemeinde Trier
Im Tiergarten

Beschreibung

Eine der geschmackvollsten und interessantesten suburbanen Villen Triers befand sich nahe dem Weinort Olewig, im Bereich der heutigen Straße Im Tiergarten. Die Villa lag leicht erhöht an einem Weinbergshügel, in unmittelbarer Nähe des heutigen Weingutes Georg Fritz von Nell, mit ihrer Schauseite nach Nordosten in Richtung Stadt. Um 1800 befand sich dort alten Stadtplänen zufolge eine Mühle. Die Villa wurde zwischen 1810 und 1820 von Emil Mohr erbaut und ging durch Heirat und Erbe um 1830 in den Besitz der Familie von Nell über. Trotz ihrer geschützten Lage abseits der Stadt wurde die Villa unglücklicherweise 1944 durch einen Volltreffer zerstört. Obwohl in Grund- und Aufriss deutlich kleiner, rekurriert die Nell'sche Villa in ihrer äußeren Gestaltung deutlich auf Mangins Schloß Monaise. Das noble, zweigeschossige Haus liegt einige Stufen über dem Garten erhöht und erhebt sich auf einem Grundriss von circa 14 Meter Breite, 6,5 Meter Tiefe und 9 Meter Höhe. Die Hauptfassade ist fünfachsig, die deutlich schmaleren Seiten sind lediglich einachsig. Die Beletage ruht auf einem rustizierten Untergeschoss mit fünf gleichgestalteten Fenster- und seitlichen Türöffnungen über einer schmalen Sockelzone . Im Untergeschoss springt der Bereich der mittleren drei Fenster risalitartig leicht vor und bildet den Unterbau zur Loggia des Hauptgeschosses. Ein schmales Gesimsband teilt das untere Geschoss optisch in Höhe der Fensterlünetten. Zu den beiden seitlichen Portalen führen zwei vierstufige Steintreppen. Im Hauptgeschoss öffnen sich die drei mittleren Achsen zu einer Loggia mit vier ionischen Säulen. Hier wird das Monaise-Schema besonders deutlich rezipiert. Zwischen 72 den Säulen befinden sich drei halbhohe, leicht nach vorne gerundete Balkongitter in der Achse der dahinterliegenden Flügeltürfenster. Alle Fenster sind in schmale Gewände eingelassen, die beiden äußeren Fenster werden zusätzlich von einem Dreiecksgiebel bekrönt; den Oberlichtlünetten des Erdgeschosses entsprechen hier querrechteckige Oberlichter mit maßwerkähnlicher Unterteilung. Der Architrav der Loggia umzieht als Schmuckband das gesamte Gebäude, der darüber befindliche Fries trägt nur in der Loggia-Zone jeweils oberhalb der vier Säulen Schmuckmotive. Ein schmales Gesimsband vermittelt zwischen Walmdach und Wandfläche des Hauptgeschosses. Bekrönt wird die Loggia von einem Dreiecksgiebel mit zentralem Okulus, der in die Dachzone hineinragt und an dessen Seiten zwei kleine Dachgauben leicht hervorragen. Ein Freitreppe, die vom Garten zum Gebäude überleitet, wie im Falle Monaise, scheint für die Thiergartenvilla und deren privateres Ambiente nicht vorgesehen gewesen zu sein. Im Unterschied zu Monaise sind die Säulen der Loggia nicht kanneliert, das Erdgeschoss ist durchgehend rustiziert, es fehlt das 2. Obergeschoss und es wurde eine andere Dachform gewählt. Auch verzichtete man auf die dem Baukörper aufgesetzte Balustrade sowie das Attikageschoss, setzte dafür aber der Gartenfassade einen Dreiecksgiebel auf. Aus 7:3 Achsen bei Monaise wurden die 5:1 Achsen der Thiergarten-Villa, die als Miniaturausgabe des Moselschlößchens angesehen werden kann. Jeannette Kohl

Einordnung

Ersteller, Baumeister, Architekt, Künstler:
Mohr, Emil
Kategorie:
Archäologische Denkmale / Siedlungswesen / Siedlungen
Zeit:
1812-20
Epoche:
Klassizismus

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.657032
lat: 49.739034
Lagequalität der Koordinaten: Vermutlich
Flurname: Tiergartnerwies

Internet

http://de.wikipedia.org/wiki/Trier-Olewig

Datenquelle

Klassizismus in Trier. Photos aus der Sammlung Prof. Wilhelm Deuser. Katalog des Städtischen Museums Simeonstift Trier zur Ausstellung vom 21.1. bis 6.3.1994. Hrsg. Richard Hüttel und Elisabeth Dühr.

Bildquellen

1 Bild: Abbildung: Prof. Wilhelm Deuser, Sammlung Stadtarchiv Trier
2 Bild: Becker, Franz Xaver: Panorama v. Trier und dessen Umgebungen. http://www.dilibri.de/stbtr/content/titleinfo/873111
3 Bild: Becker, Franz Xaver: Panorama v. Trier und dessen Umgebungen. http://www.dilibri.de/stbtr/content/titleinfo/873111

Stand

Letzte Bearbeitung: 17.04.2014

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