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Sankt Maria und Sankt Martin

Pfalzel, Gemeinde Trier
Kirchplatz 7

Ehemalige Stiftskirche

Um 700 durch Umgestaltung der Südostecke des römischen Palatiolum gewonnener, mehrfach erweiterter Kirchenbau auf kreuzförmigem Grundriss, 1802 profaniert, 1944 der westliche Kreuzarm zerstört, 1962–65 konservierend und interpretierend wiederaufgebaut sowie dreischiffige Erweiterung unter Einbeziehung des Vorgängers als Querhaus mit den Stilmitteln der 1950/60er Jahre durch Heinrich Otto Vogel. [1] Aus dem östlichen Eckbau des römischen PalatioIums entstand durch Umbau um 700 die Kirche des Adulaklosters, seit dem 11. Jahrhunden Kirche des neu gegründeten Chorherrenklosters. Das rörnische Mauerwerk ist in voller Höhe erhalten. Nach der Säkularisation blieb sie auf Jahre ungenutzt und kam 1811 durch Versteigerung in Privatbesitz. Mit wechselnden Nutzungen als Scheune, Heu- und Getreidespeicher sowie als Turnhalle, wurde sie in den Jahren von 1957 bis 1962 instandgesetzt und um einen Neubau erweitert. Sie dient heute als Pfarrkirche. [2] Die verfallene Stiftskirche, ursprünglich ein römischer Bau, ist eine der ältesten christlichen Kirchen Deutschlands. Sie wurde vollständig renoviert und auf einem Teil der Fundamente des römischen Palastes erweitert. Jetzt ist sie Pfarrkirche der katholischen Gemeinde. In dem anschließenden Überrest des Kreuzganges mit dem Stiftsgebäude befanden sich eine Kapelle und eine Gartenterrasse (heute Wirtschaftsbetrieb). [3] Rundgang durch die Kirche Am besten kann der Besucher den Rundgang beginnen am Barockportal im alten Teil der Kirche. Direkt neben dem Eingang befinden sich zwei Beichtstühle aus dem 18. Jahrhundert. Die Bekrönung besteht aus aufwändigen Kurvenaufbau und freistehendem Volutendekor. Die obere Hälfte der Türe ist eine durchbrochene Arbeit mit Vasenmotiv in reicher Rankenführung. Über der Eingangstür der Sakristei steht: Hier standen die Ruinen des Palatiolums, dann die Klosterkirche der hl.. Adula, die später zur Kollegiatskirche wurde. Als Pfarrkirche mögest du (fürder) bestehen. Die in roten und größeren Lettern herausgestellten Buchstaben, die Zahlzeichen sind, geben zusammengezählt, das Jahr der Wiedereinweihung (1962.) wieder. Etwas weiter befindet sich an der Wand eine Mutter Gottes Statue aus dem 18. Jahrhundert, die die Mutter der unbefleckten Empfängnis darstellt. Diese Holzplastik fand früher bereits Aufstellung in der Stiftskirche und kam nach 1802 in Privatbesitz. Eine Familie Übergab diese Figur später der Kirchengemeinde. Etwas weiter befinden sich im Mauerwerk zwei Bögen. Im ersten Bogen befindet sieh der Beichtstuhl. In der Mitte Holzschnitzereien, die Bulle und Versöhnung zum Motiv haben. Im zweiten Bogen befindet sich ein Schrein mit Reliquien, unter anderem die Gebeine der heiligen Adula. Sichtbar für die Gläubigen im alten und im neuen Teil der Kirche ist der Tabernakelschrein aufgestellt. Der Tabernakel ist vom Kunstschmied Adolf Steines, Bekond, (vorher Pfalzel) ausgeführt. An jeder Seite ist ein biblisches Motiv angebracht: Das Mannawunder in der Wüste, Mose, der das Wasser aus den Felsen schlägt, die wunderbare Brotvermehrung und die Speisung der Menge. Schließlich befindet sich) auf dem Tabernakelschrein auch das beliebte Motiv der Mosel: Christus, der die Kelter tritt. Der Schrein steht auf einer kunstvoll geschmiedeten Stehle und wird mit einem durchbrochenen Pyramidendach gekrönt. Der Tabernakel ist das Zelt Gottes unter den Menschen. In der verwandelten Brotgestalt will der Herr mitten in der Gemeinde sein. Hinter dem Altar ist ein achtsitziges Chorgestühl vom Ende des 18. Jahrhunderts aufgestellt. Dieses Gestühl stand einst im Chorraum links und rechts vom Altar (6). Das Gestühl ist mit geschuppten Pilastern und Lorbeerabrahmungen geschmückt. Über den Chorbänken befinden sich zwei Apostelfiguren aus dem 18. Jahrhundert: Petrus und Andreas. In der Nebenkapelle befindet sieh ein Altaraufsatz, der von Johann Diungin, Kanoniker und Scholaster des Stiftes Pfalzel und Kellner des Kurfürsten von Trier gestiftet wurde. Dieser Aufsatz mit in der Mitte die Kreuzigungsgruppe, wurde im Jahr 1542 angefertigt In der linken Seitennische ist der heilige Martin und in der rechten der heilige Eligius abgebildet. Auf den Pilastermitten befinden sich Rundscheiben mit dein Ahnenwappen des im Jahre 1557 verstorbenen Diungin. Dem Altar gegenüber ist eine sehr stark beschädigte Gedenktafel (9) angebracht. Diese Tafel stammt aus der Werkstatt des Hans Ruprecht Hoffmann und ist dem am 16. Januar 1600 verstorbenen Pfarrer, Stiftadekan, Lehrer und Rektor der kurfürstlichen Universität Trier, Petrus Homphaeus aus Cochem geweiht. Im ehemaligen Altarraum befindet sich die Taufkapelle. Der Taufstein wurde vom Bildhauer Willy Hahn aus Trier geschaffen. Die Apsis erhielt nach der teilweisen Zerstörung der Kirche im Jahre 1689 größere barockartige Fenster. Diese Fenster wurden bei den Instandsetzungsarbeiten Anfang der sechziger Jahre entfernt. Zwischen der Apsis und der Marienkapelle steht das Grabmal des kurtrierischen Hauptmannes Pankratius Sauerzapf von Sulzbach, der im Jahr 1568 in einem Gefecht vor der Porta Nigra fiel, und, weil der Erzbischof durch den Streit mit den Trierern nicht in die Stadt einziehen konnte und in Pfalzel auf bessere Zeiten wartete, in der Pfalzeler Stiftskirche beigesetzt wurde. Der Chorraum, der Marienkapelle ist ein Schmuckstück der Stiftskirche. Die nicht mehr bestehende Marienkapelle war älter als der Chor, der zugleich mit einem Joch einer bestehenden Kapelle zugefügt wurde. Auffallend sind die schönen Kapitelle. Ein würdiger, alter und weiser Herr und ein lustiger Narr zieren diese Kapelle. Ein Würdenträger und eine trottelige Person leisten einander Gesellschaft. Sehr fein ist der Schlussstein mit der Gottesmutter, der das Jesuskind trägt, sitzen in den Wolken. Maria hat ein Apfel in der Hand. Damit wird zum Ausdruck gebracht, daß sie die neue Eva ist. Durch die alte Eva kam die Sünde die Welt. Aus der neuen Eva wurde der Erlöser geboren der die Urschuld durch seinen Tod und seine Auferstehung getilgt. Das Jesuskind hält eine Blume. Hier: Leichen der Erlösung und des neuen Lebens. Gott sandte seinen Sohn zu den Menschen. Bilder aus dem Leben Jesu werden in der zierlich gegliederten Fensterverglasung aus deut Jahr 1962 dargestellt. In der Kapelle ist eine Statue Mariens aufgestellt. Diese Arbeit stammt vom Ende des 14. Jahrhunderts. Von der circa 1,10 Meter in hohen, aus rötlichem Sandstein gearbeiteten Figur sind die Köpfe einfach gehalten. Der Unterkörper des Kindes ist vom Mantel der Muttergottes verhüllt. Maria hält In ihrer rechten Hand ein aufgeschlagenes Buch. Das Buch hält die Gottesmutter nicht zu sieh hin, sondern einladend nach unten. Damit wird der betende und betrachtende Mensch eingeladen, mit ihr In das Gotteslob einzustimmen. Ein Vogel, in grauer Farbe gehalten, pickt das Kind Jesus in die linke Hand. Dies ist ein Zeichen des künftigen Leidens und Sterbens Jesu. Eine besondere Darstellung der Passion. An der Säule zwischen dein alten und neuen Teil der Kirche eine Josefsstatue aus dein 18. Jahrhundert. An der Rückwand befindet sich eine Tafel mit fast verloschener Inschrift. Auffallend ist die Annaselbdritt vorne im neuen Schiff. Diese Gruppe stammt vermutlich aus einer schwäbisch-süddeutschen Werkstatt und wurde um 1500 angefertigt. Mutter Anna, die Mutter Mariens bietet ihrer Tochter das Jesuskind an. Bei einer Restaurierung In 1962 wurden Spuren der ursprünglichen Farbfassung gefunden. Zwischen Durchgang und Barockportal ist an der Wand eine Statue des heiligen Eligius angebracht. Über dem Hauptaltar befindet sich ein eindrucksvolles Kreuz, das in früheren Zeiten als Missionskreuz diente. Befreit von vielen Farbschichten und liebevoll restauriert dient es seit einiger Zeit als Altarkreuz. Die Kirche ist ein Haus des Gebetes. In ihr versammelt sich die Gemeinde zum Gottesdienst Verweilen Sie, liebe Besucher, auch noch einen Augenblick. fürs Gebet in diesem Gotteshaus. [4]

Einordnung

Ersteller, Baumeister, Architekt, Künstler:
Vogel, Heinrich Otto (Architekt); Wiederaufbau.[* 20. Mai 1898 in Darmstadt; † 15. September 1994 in Trier]
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Katholische Kirchen
Zeit:
Um 700
Epoche:
Frühmittelalter / Romanik

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.695041
lat: 49.780539
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet

http://www.pfalzel.de/index.html http://www.pfalzel.de/index.html

Datenquelle

[1] Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreisfreie Stadt Trier. Koblenz 2010. http://www.gdke.webseiten.cc/gdke/kulturdenkmaeler-rlp/ [2] Infotafel am Gebäude [3] Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler: Rheinland-Pfalz, Saarland, 1984. Deutscher Kunstverlag [4] In der Kirche (1995?) ausliegendes Faltblatt

Bildquellen

1 Bild: © Sebastian Schritt, Trier, 2010. http://www.flickr.com/photos/trier51/
2 Bild: © Sebastian Schritt, Trier, 2010. http://www.flickr.com/photos/trier51/
3 Bild: © Sebastian Schritt, Trier, 2010. http://www.flickr.com/photos/trier51/
4 Bild: © Sebastian Schritt, Trier, 2010. http://www.flickr.com/photos/trier51/
5 Bild: © Sebastian Schritt, Trier, 2010. http://www.flickr.com/photos/trier51/

Stand

Letzte Bearbeitung: 17.10.2010

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