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Drei Jungfrauenkreuz

Auw an der Kyll, Gemeinde Auw an der Kyll
Gegenüber Marienstraße 20

Beschreibung

Wegekreuz; Schaftkreuz, erste Hälfte des 19. Jahrhunderts. [1] Das Kreuz stand ursprünglich am Ufer der Kyll. Schon in den Jahren um 1870 - beim Bau der Kyllbahn - mußte es umgesetzt werden. [2] Die drei Jungfrauen von Auw Wenn man in die barocke Wallfahrtskirche eintritt, wird einem wohl eine seltsame Figur über der Sakristeitür auffallen: Dort sitzen drei Frauen - eine mit zugebundenen Augen - auf einem Esel. Diese Plastik erzählt von einer alten Sage, die sich schon seit Jahrhunderten im Ort erzählt wird: Es ist die Legende der drei Jungfrauen von Auw, Irmina, Adele und Chlothilde. Es war zu der Zeit, als Franken im Eifel- und Moselland herrschten. Viele von ihnen waren schon Christen, aber - so will es die Sage - der Frankenkönig Dagobert hielt noch am alten Heidentum fest. An seinem Hof führte er ein ausschweifendes Leben. Anders jedoch wie ihr Bruder, ließen sich seine drei Schwestern vom Christentum bekehren und lebten in einem Kloster. Dies wollte der König verhindern und versuchte mit aller Macht, sie wieder an seinen Hof zu treiben. Als das nicht gelang, schickte er einen Trupp Soldaten zum Kloster, um sie festzunehmen und zurück an den Hof zu bringen. Als die Schwestern Irmina, Adele und Chlothilde dies erfuhren, flohen sie auf einem Lastesel vor den herannahenden Truppen Dagoberts. Auf ihrer Flucht kamen sie schließlich an die Kyll, wo kein Steg und keine Brücke auf die andere Seite führte. Als sie auf dem Felsvorsprung die nahenden Soldaten hörten, richteten sie ein Gebet an die Jungfrau Maria und baten um Rat. Diese riet ihnen, sich auf den Esel zu setzen und über die Kyll, die 35 m unter ihnen totbringend rauschte, zu springen. Auf dem Esel - vor lauter Angst vor dem Sprung verband sich die mittlere Jungfrau die Augen (Augen zu verbinden bedeutet eine besondere Funktion zu haben, wie bei der Justitia, die unparteilich Recht spricht, ist aber auch das Zeichen einer Seherin) - setzte dieser zu einem gewaltigen Sprung über die Kyll an und sie kamen unverletzt auf der anderen Seite, dem heutigen Auw, an. Die Truppen stürzten dagegen in die Kyll und ertranken. Zum Dank an Maria bauten sie im wunderschönen Talkessel eine Kapelle zu Ehren Marias, und nach und nach soll so der Marienwallfahrtsort Auw an der Kyll entstanden sein. Im Ort steht ein Kreuz, als Erinnerung an den Platz, wo der Esel aufgekommen sein soll. Auf ihm ist ein Bild der drei Jungfrauen auf dem Esel, kurz vor dem Sprung zu sehen. Auf dem Felsvorsprung, von dem der Esel zum Sprung getan haben soll, steht heute ein Kreuz, das sog. Eselskreuz auf der Eselslay. Auf der Rückseite steht in Stein gemeißelt die Legende: "Hie sein zu sehen Wundermahl Se hinderlies dazumahl Da der heiligen Jungfrauen drei Wurden verfolget hie vorbey. Der Esel, darauf sie sasen Wollt sie doch nicht verlasen Und ihr Leben zu gewinnen, Gleich über die Kyll thut springen Selbe auf den Ufer setzet Ganz unverletzet." [3]

Einordnung

Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Bildstöcke und Kreuzwegstationen
Zeit:
Erste Hälfte des 19. Jahrhunderts
Epoche:
Klassizismus

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.613978
lat: 49.901365
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Im Hüwel

Internet

http://www.auw-an-der-kyll.de/

Datenquelle

[1] Denkmalliste der Generaldirektion Kulturelles Erbe, Rheinland-Pfalz; 2010. [2] Streit, Werner P.: Kreuze am Weg. Religiöse Denkmäler in der Verbandsgemeinde Speicher. Speicher, 1995. [3] Seite "Auw an der Kyll". In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 14. Oktober 2012, 02:31 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Auw_an_der_Kyll&oldid=109286308 (Abgerufen: 14. Oktober 2012, 09:03 UTC)

Bildquellen

1 Bild: heckos89 http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Eselskreuz-Dorf.JPG

Stand

Letzte Bearbeitung: 19.01.2016

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