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Ehemalige Synagoge

Wawern, Gemeinde Wawern (Trier-Saarburg)
Saarburger Straße 14

Beschreibung

Nachbarocker Saalbau, um 1830. [1] Synagoge und Viehändlerhaus Hirschkorn von 1830 bzw.1850. Im Jahr 1870 bestand die Gemeinde Wawern aus 83 Häusern, deren Hälfte von jüdischen Bürgern bewohnt waren, vorwiegend Vieh- beziehungsweise Pferdehändler. Um 1830 wurde unweit der katholischen Kirche an der Saarburger Straße eine Synagoge errichtet. Sie entstand an der Grenze zwischen Wohnbereichen der jüdischen und katholischen Bürger. Aus Plänen von 1910 geht hervor, dass Synagoge und Haus Hirschkorn ziemlich zentral lagen. Der zur Saarburger Straße hin freistehende zweiachsige Saalbau wurde 1938 demoliert und zweckentfremdet. Die Synagoge gehörte zu den wenigen jüdischen Kultbauten im Kreis Trier-Saarburg und wurde daher als historisch und künstlerisch wichtiges Zeugnis unter Denkmalschutz gestellt. [2] Die ehemalige Synagoge: Die ehemalige Synagoge in Wawern ist neben den jüdischen Friedhöfen in Könen und Oberemmel eines der letzten Denkmäler der jüdischen Kultur in der heutigen Verbandsgemeinde Konz. In Wawern befand sich eine traditionell starke jüdische Gemeinde, deren Anfänge sich möglicherweise auf die 1723 von Kurfürst Franz Georg von Schönborn gegebene, auf 165 Familien im Kurstaat begrenzte Aufenthaltserlaubnis zurückführen lassen. Noch vor Mitte des 19. Jahrhunderts gründete sich eine eigene Synagogengemeinde, die 1933 noch 45 Mitglieder hatte und 1940 ausgelöscht wurde. Die 1839 errichtete Synagoge ist als zweiachsiger Saalbau konzipiert. Sie wurde am 30.11.1938 demoliert, später zweckentfremdet und war danach jahrelang Ruine. Sie wurde 1993 vorbildlich restauriert und dient jetzt als Kulturzentrum. Der historische Lehrpfad: Die Synagoge ist bei weitem nicht die einzige Sehenswürdigkeit von Wawern. Im T-förmigen, als Denkmalzone ausgewiesenen Dorfkern stehen noch viele alte, bis auf das frühe 19. Jahrhundert zurückreichende Häuser (z. auch noch mit älteren Bauteilen). Viele Gebäude wurden in den letzten Jahren liebevoll restauriert. Mehr als manche Ruinen stören das Dorfbild jedoch einige etwas unglückliche Umbaumaßnahmen aus den 60er und 70er Jahren. Von besonderem Interesse (und Bestandteil des historischen Lehrpfads) sind die alte (heute profanierte) Kirche gegenüber der ehemaligen Synagoge, das 1722 vom Trierer Domkapitel erbaute und 1919 umgebaute ehemalige Hofgut (jetzt Weingut) (am Ortsausgang in Richtung Kanzem), das 1923 erbaute ehemalige Kelterhaus (noch ein Stücken weiter Richtung Ortsausgang), die ehemalige Dorfkelter (jetzt Bürgerhaus) am Ortsausgang in Richtung Bundesstraße 51 und eine ehemalige Mühle zwischen altem Dorfkern und dem Neubaugebiet (Strasse in Richtung Saarburg). Beim Gang durch die Weinberge erzählt der historische Lehrpfad nicht nur von den geologischen Besonderheiten Wawerns, vom Weinbau, von den vielen Kriegen, die diese Gegend als deutsch-französisches Grenzgebiet immer wieder heimgesucht haben, sondern führt auch an einigen traumhaft schönen Aussichtspunkten vorbei. Lage: Die ehemalige Synagoge liegt im unteren Dorfteil. Der historische Lehrpfad führt unübersehbar durch Dorf und Weinberg. Zufahrt: Von Konz: Entweder über die Bundesstraße 5: Hierbei biegt man kurz nach dem Wald hinter Könen links nach Wawern ab - Oder: Man fährt über Filzen und Kanzem und kommt von der anderen Seite in den oberen Teil des Dorfs. In beiden Fällen biegt man an die Kirche in den unteren Dorfteil ab (Saarburger Strasse) und sieht schon bald die am linken Straßenrand gelegene Synagoge. Dies ist auch ein guter Ausgangspunkt für den als Rundweg angelegten historischen Lehrpfad, der den Besucher von Tafel zu Tafel durch den Ort und auf guten Wanderwegen durch den Weinberg leitet. Für Synagoge und Lehrpfad sollte man sich mindestens zwei Stunden Zeit nehmen. Parkmöglichkeit überall im Ort. Öffnungszeiten: Der historische Lehrpfad ist stets begehbar - im Hochsommer kann es im Weinberg jedoch recht heiß werden. Die Synagoge ist nur zu Veranstaltungen geöffnet. Durch mehrere Fenster kann man jedoch in das Innere blicken. Veranstaltungen: Insbesondere im Frühjahr und Sommer rege Veranstaltungs- und Konzerttätigkeit in der Synagoge und dem ehemaligem Kelterhaus. Anfang Juni: Wawener Kulturtage. Nähere Informationen in der Tourist-Information Konz. Die Synagoge wurde 1840 erbaut. Das Gebäude ist ein verputzter Rechteckbau - Grundfläche circa 10 x 8 m., mit ehemals verschiefertem Satteldach. Die Firsthöhe beträgt circa10,0 Meter.Die Gewände der Öffnungen sowie des leicht profilierten Traufgesimses sind aus Buntsandstein gefertigt. Westgiebel: Der Westgiebel wurde mittels eines stark überhöhten Eingangselementes, des darüberstehenden Rundbogenfensters und zwei, seitlich flankierende, Rundbogenfenster in Scheitelhöhe des Eingangs, gestaltet. Am oberen Rundbogenfenster sind noch Teile des Blendrahmens vorhanden. Seitenansicht: Schlicht, mit zwei Rundbogenfenster, die auch die Frauenempore belichten. Die Wandfläche springt, im Bereich der Rundbogenfenster, ein wenig zurück. Ostansicht: Die Rückansicht wurde mit zwei kreisrunden Öffnungen, die sich nach innen trichterförmig öffnen, und ein darüberliegendes Rundbogenfenster (Sonnenfenster) gestaltet. Innenraum: Der Grundriss zeigt einen von West nach Ost gerichteten Gebetsraum. Es ist nicht eindeutig erkennbar, ob der Gebetsraum von einem kleinen Vorraum, über den man mittels einer Treppe die Empore erreichte, abgetrennt war. Die U-förmige Frauenempore folgte den Seitenwänden und reichte bis an die Ostwand. Das Stuckprofil, welches als Kerzenablage diente, lief in Fensterbankhöhe bis an den Schrein der die Thora aufbewahrte. Gleiches wurde in Höhe der Traufe vorgesehen, um einen räumlichen Abschluss zur bemalten, tonnenförmig gewölbten Decke zu finden. Ostwand: In den letzten Kriegstagen lagerte die deutsche Wehrmacht, später die Alliierten, Material und Waffen in dem ehemaligen Kultbau. In den 50er Jahren bot die jüdische Gemeinde das Bauwerk der Gemeinde Wawern für 1200 RM zum Kauf an- schließlich erwarb ein Nachbar das Gebäude für 1400 RM. [3]

Einordnung

Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Synagogen
Zeit:
1830
Epoche:
Klassizismus

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.550058
lat: 49.652616
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Hargarten

Internet

http://wawern.de/index.html

Datenquelle

[1] Denkmalliste der Generaldirektion Kulturelles Erbe, Rheinland-Pfalz; 2010. [2] Neue Nutzung in alten Gebäuden, 1995. [3] Robert Reichard / Thomas Heidenblut: Synagogen im Landkreis Trier-Saarburg. 2000. [4] Gedenkstein für die jüdischen Gemeinden in Yad Vasem / Israel.

Bildquellen

1 Bild: © Helge Rieder, Konz.
2 Bild: © Helge Rieder, Konz.
3 Bild: © Willi Körtels

Stand

Letzte Bearbeitung: 31.08.2012

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