Datenbank der Kulturgüter
in der Region Trier





© OpenStreetMap Mitwirkende
CC-by-SA 2.0











zum Vergrößern auf das Bild klicken

Sogenannter Dreigemeindestein oder Dicker Stein

Üdersdorf, Gemeinde Üdersdorf

Beschreibung

In der Nähe der Gemarkungsgrenze zwischen den drei Gemeinden Niederstadtfeld, Oberstadtfeld und Üdersdorf, steht der sogenannte Dreigemeindestein, an jeder Seite ist der Name der jeweiligen Gemarkung eingemeisselt. Die Schrift "Üdersdorf" ist kaum noch lesbar. Auf dem Foto wurde sie nachgezeichnet. Der Stein ist wahrscheinlich sehr viel älter als das heutige Kataster oder die erste Gemarkungskarte von Üdersdorf um 1860. Die Schrift scheint später zugefügt worden zu sein. [1] Steine als Zeugen der Geschichte Zwei große Steine stehen nahe Üdersdorf an einer Straßengabelung. Sie sind vor Jahrhunderten dort aufgestellt worden - als Zeugen mittelalterlicher Rechtsprechung und uralter Katastermarkierung. Basalt- und Grotzengestein hat die Vulkaneifel zur Genüge. Häufig zum Ärger der Landwirte, deren Pflugscharen sich verkanten und verbiegen. Aber oft dienten solche Steine als Wegemarkierung oder markantes Zeichen. So ist es auch im Fall der beiden Brocken, die nahe Üdersdorf stehen - dem dicken Stein und dem schwarzen Stein. Ersterer deutet auf den Punkt, an dem die Grenzen der Gemeinden Üdersdorf, Ober- und Niederstadtfeld zusammenstießen. Letzterer markiert ebenfalls die Grenze, und zwar am Wendepunkt vor Kippscheid. Erwähnt werden diese groben Felsklötze bereits in dem Schöffenweistum von Niederstadtfeld. Es wurde geschrieben am Mittwoch, 3. Februar 1505, von dem Prümer Notar Petrus Tytetz, auf Veranlassung des Johann Graman, Amtmann zu Manderscheid, in Niederstadtfeld in der Stube des Pastors. Unter Weistum wird ein schriftlicher Rechtsakt verstanden, an dem rechtskundige (Dorf-)Schöffen Aussagen über geltendes Gewohnheitsrecht und spezielle dörfliche Gesetze trafen. Solche Schöffen wurden durch Gemeindemitglieder gewählt. Es waren kluge Männer, die ein ausgezeichnetes Gedächtnis besitzen mussten. Eine ihrer Aufgaben war es, bei Dienstantritt von weltlichen oder kirchlichen Herren (Graf, Bischof oder anderen) oder bei den jährlichen Gerichtstagen diesen die Grenzen ihres Herrschaftsgebietes zu zeigen und auf die Rechte und Pflichten des Herrschers und seiner Untertanen hinzuweisen. Daher auch der Ausdruck Weistum. In diesem Dokument werden die Grenzen der damaligen Gemeinde und des späteren Amts Niederstadtfeld beschrieben. Es werden Flurnamen genannt, von denen die meisten heute sowohl in Aussprache als auch in ihrer Bedeutung noch bekannt und identisch sind. Und dabei findet sich der Satz: "von dem Graben hin zu streytlant (= Streitwies) zu einem Markstein; dort stoßen zusammen dreier Herren Gericht." Und genau an diesem markanten Punkt, wo die Grenzen der Gemeinden Üdersdorf, Ober- und Niederstadtfeld zusammenstießen, steht bis heute der Markstein, der dicke Stein. Dieser mächtige Grenzstein war von hoher Bedeutung und wohl im gesamten damaligen Amt Daun bekannt, denn er wird auch im Dauner Weistum von 1466 erwähnt: "Dort steht ein Stein, der drei Gemeinden scheidet, nämlich Udistorff, Oberstadefelt und Nydderstadefelt (Üdersdorf, Ober- und Niederstadtfeld)." Und dann beschreibt der Üdersdorfer Schöffe die Grenze weiter: "Von diesem Stein zum Thrumbachs borne (= Quelle des Trombachs); dann die halbe Trombach hinab bis in die Swynkule (Schweinkaul), da heraus bis vor kipscheit". Und an diesem Wendepunkt vor Kippscheid steht bis heute der schwarze Stein. [2]

Einordnung

Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Rechtsdenkmale / Ohne
Zeit:
1466
Epoche:
Gotik

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.787867
lat: 50.164505
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Oberst Bilsenheld

Internet

http://www.uedersdorf.de/ http://www.uedersdorf.de/

Datenquelle

[1] Friedbert Wißkirchen, Daun, 2013. [2] Alois Mayer in: http://www.volksfreund.de/nachrichten/region/daun/aktuell/Heute-in-der-Dauner-Zeitung-Steine-als-Zeugen-der-Geschichte;art751,3202825 und http://www.jahrbuch-daun.de/VT/hjb2002/hjb2002.105.htm

Bildquellen

1 Bild: © Friedbert Wißkirchen, Daun, 2013.
2 Bild: © Friedbert Wißkirchen, Daun, 2013.
3 Bild: © Friedbert Wißkirchen, Daun, 2013.

Stand

Letzte Bearbeitung: 30.03.2013

Die Datenbank zum Mitmachen

Sie haben weitere Informationen und/oder Bilder zu diesem Kulturdenkmal oder zu anderen Kulturdenkmälern in der Region Trier. Wir freuen uns über alle weiteren Informationen. Bitte senden Sie uns eine e-mail an kulturdatenbank@gmx.de.

Vielen Dank!

Wir bedanken uns ganz herzlich bei den vielen Personen, die uns im Laufe der Jahre so viele Bilder und Objektbeschreibungen zugesendet haben. Ihre Namen sind auf den jeweiligen Seiten vermerkt. Darüber hinaus bedanken uns bei folgenden Institutionen für die Unterstützung unseres Projekts:


Volkskunde- und Freilichtmuseum Roscheider Hof, Konz


 
Fachbereich Wirtschaft und Rechenzentrum

 
NETGis, Gesellschaft für Geoinformation und Umweltplanung


Soziale Netzwerke

Bookmarken Sie diese Seite in einem sozialen Netzwerk:

facebook  twitter  studiVZ  Google  del.icio.us  digg  mrwong  webnews  yigg



Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit