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Auf Schindern

Welschbillig, Gemeinde Welschbillig

Beschreibung

1720 auffm Schinner [1] Wie ist nun dieser häufig auftretende Flurname motiviert, was verrät er über die frühere Nutzung des so benannten Flurstücks? Diesem Namen liegt das starke Verb schinden, althochdeutsch: skinten, skinden, mittelhochdeutsch: schinden, schinten 'enthäuten, schälen' bzw. das davon abgeleitete Nomen Agentis Schinder 'Abdecker', mittelhochdeutsch: Schinder 'Rindenschäler, Schlächter; Straßenräuber' zu Grunde2. Das Thüringische Wörterbuch (ThWB) kennt das Verb schinden in den Bedeutungen ‚das Fell abziehen; schwer arbeiten, sich plagenʼ; das Deutsche Wörterbuch der Brüder Grimm (DWB) führt folgende Bedeutungen auf: ‚die Haut abziehen, schälen, plagen, bedrücken, aussaugenʼ. Der Schinder ist der Abdecker, Henker oder Metzger. Auch die entsprechenden Flurnamen finden sich im ThWB. So bezeichnet der Schindanger die ‚Stelle, wo verendete Tierkadaver vergraben wurdenʼ, der Schindegraben/Schindergraben ist ein ‚Graben für das Verscharren von Kadavernʼ und Schindrasen ist ein Synonym für Schindanger. […]Der Großteil der aufgeführten Schind- und Schinder-Namen geht also auf Orte zurück, wo das tote Vieh bearbeitet und die Tierkadaver vergraben wurden. Auch Nutzungsrechte des Abdeckers können die Benennungsmotivation bilden. [2]

Einordnung

Kategorie:
Geschichte / Ortsname / Ortsgeschichte / Flurnamen
Zeit:
1720
Epoche:
Barock / Rokoko

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.550261
lat: 49.850147
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Auf Schindern

Internet

http://www.welschbillig.de/

Datenquelle

[1] Eduard Lichter: Welschbillig und Umgebung. Ein Beitrag zur Geschichte der Südwesteifel. 1977. Schriftenreihe Ortschroniken des Trierer Landes, Band 14. [2] Dr. Barbara Aehnlich, FSU Jena, in: Heimatbund Thüringen, Flurnamen-Report 4/2011 (Mitteilungen zum Projekt "Flurnamen und Regionalgeschichte") http://www.heimatbund-thueringen.de

Bildquellen

Stand

Letzte Bearbeitung: 23.02.2014

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