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Sankt Hubertus - Erzählung

Salm, Gemeinde Salm
Kirchweg 1

Katholische Pfarrkirche

In den 30er Jahren bereiste Prof. Dr. Matthias Zender die Eifel und notierte wortgetreu, was die Leute noch aus alten Zeiten wussten. Das waren oft nur Fetzten von Berichten in der jeweiligen Mundart, denn damals war das die geläufige Sprache. Mich faszinierten ein paar Notizen, die eine Madonnenfigur in der Salmer Kirche betrafen. Daraus entwickelte ich die folgende Geschichte: Wie Rom in der Eifel entstand Die Alten wussten noch, warum der kleine Eifelort – zwischen Salm und Birresborn gelegen – den Namen Rom erhielt. Sie erzählten, dass dies ausschließlich dem Salmer Fleiß zu verdanken sei. In der Tat, einer steckte den anderen damit an, und so kam es, dass sie Faulenzern kein Vertrauen schenkten. So konnte sich auch die Gottesmutter in der Salmer Kirche nicht mehr leisten, bloß tatenlos da zu stehen. Sie nahm die Krone aus ihrem Haar, legte sie sorgfältig auf das Altartuch und stieg mit ihrem Kind vom Altar herab. Gleich am ersten Haus neben der Kirche klopfte sie an. Der Bäuerin, die gerade beim Brotbacken war, bot sie ihre Hilfe an. Die Frau reichte ihr wortlos eine Schürze herüber, und so lernte die Gottesmutter nicht nur Brotbacken, sie lernte jede harte Arbeit der Eifeler kennen und nach und nach, aus allernächster Nähe, auch ihren Kummer. Ganz wie den Bauersfrauen blieb ihr nur noch an Sonn- und Feiertagen Zeit sich festlich für den Gottesdienst zu kleiden. Dann stand sie gerne wieder auf dem Altar, nahm den Dank der Salmer für ihre Mithilfe an und gab deren Bitten, verstärkt mit ihrem Nachdruck, dem Himmelsvater weiter und freute sich mit ihrem Sohn und den Versammelten am festlichen Kerzenlicht, dem prächtigen Altarschmuck aus den Bauerngärten und dem mehrstimmigen Gesang, der aus der Salmer Kirche weithin über die Fluren drang. Nach einem arbeitsreichen Tag erholte sich die junge Mutter mit ihrem Kind durch einen gemeinsamen Spaziergang im herrlichen Salmer Wald. So begegnete ihnen eines Abends ein Mann, der mit einem schweren Holzkreuz beladen den steinigen Waldweg bergan keuchte. Die Gottesmutter konnte nicht vorbei, ohne teilnahmsvoll zu fragen, wohin er denn gehe mit all seiner Last. Der Mann blieb stehen, ohne das Kreuz nieder zustellen und sagte mit gebeugter Haltung: "Oh Frau, Ihr sprecht mit einem Sünder. Ich habe schwerste Schuld auf mich geladen, die ich zutiefst bereue. Mir wird aber erst vergeben, wenn ich zur Buße das Kreuz nach Rom getragen habe." Von Mitleid gerührt blickte die Gottesmutter zu ihrem Sohn hin, der nickte ihr zu. Da legte sie die Hand auf den schweißnassen Kopf des Reumütigen und sagte: "Stell dein Kreuz hin! Hier ist Rom!" Als er sich aufrichtete, erkannte voll Freude der nun von aller Last befreite, wen er vor sich hatte und kniete dankend nieder. Über diese wundersame Begegnung berichtete der Mann wohin er kam, und bald baute jemand an dieser besonderen Stelle ein erstes Haus. Bald kamen andere hinzu und man nannte den kleinen Ort, zur Erinnerung an jene wundersame Begegnung: Rom. [1]

Einordnung

Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Katholische Kirchen
Zeit:
1830
Epoche:
Klassizismus

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.690338
lat: 50.151736
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet

http://salm-vulkaneifel.de/

Datenquelle

[1] Wilma Herzog, Gerolstein, 2013.

Bildquellen

1 Bild: Fredy Lange (undatiert). Sammlung Wilma Herzog, Gerolstein, 2012. © Edith Lange-Löckenhoff.
2 Bild: © Sandra Wack, Neuheilenbach, 2016. www.koerbchen-gesucht.de

Stand

Letzte Bearbeitung: 10.11.2016

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