Datenbank der Kulturgüter
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Sankt Brictius

Malborn, Gemeinde Malborn
Hauptstraße

Katholische Pfarrkirche

Geschichte. Das im Jahr 981 durch Bischof Egbert von Trier dem Kloster S. Maria ad in Martyres geschenkte Dorf galt später als halb sponheimischer, halb trierischer Besitz; der erste (östliche) Teil gelangte mit dem Amt Birkenfeld unter badische Hoheit, den anderen größeren hatten als Lehen der obengenannten Abtei zuerst die Rauh- und Wildgrafen, dann die Inhaber der Herrschaft Neumagen (Hunolstein) inne und erwarb Kurtrier mit ihr zurück. Die Kapelle des Orts, zunächst eine Filiale der von den Herren Neumagens besetzten Pfarrei Geisfeld, wird 1618 zuerst erwähnt; doch zeugen Baureste von einem früheren spätgotischen Bau, dessen Turm mit steilem Helm auf der Abbildung vom Jahr 1721 erkennbar ist. Nach einer Dachdeckungsvergebung (1787) war der Dachfirst dieser Kapelle 44 Schuh lang. Der Chor faßte 312 Schuh Fläche. Im Jahr 1787 wurden Instandsetzungen veranschlagt. Gelegentlich einer Visitation im Jahr 1780 wird die Kirche mit einer Spelunke verglichen. Nachdem sie 1804 zur Pfarrkirche erhoben war, wurde sie 1806 von Maurermeister Wassermann von Osburg nach einem im Pfarrarchiv ruhenden Vertrag v. 13.7.1805 neugebaut und im Jahr 1808 geweiht. Beschreibung. Verputzter Bruchsteinbau von Saalform mit schmalerem, fünfseitigem Chorschluß, im Lichten 25 Meter lang, Zz Meter breit. Flache Holzdecke, Rundbogenfenster, über dem Westgiebel ein vierseitiges verschiefertes Türmchen mit achtseitigem Helm. An der Westfassade eingemauert zwei gutgefüllte spätgotische Schlußsteine aus grauem Sandstein, einer in Vierpaßform mit einem knienden Abt, einer in Kreisform mit,stehendem Bischof (s. Brictius ?). Das prächtige Westportal aus grauem Sandstein, eine Rundbogenöffnung zwischen schräg gestellten Pfeilern mit reich verkröpftem Gesims, giebelbekrönter Nische, in der die Figuren der heiligen Anna und Maria, gebrochenen Giebeln und reichem Akanthusschmuck, stammt von der 1796 neuerbauten Annenkapelle zu Trier, dem Gotteshause der Zisterzienserinnen von Löwenbrücken, und wurde im Jahr 1804 nach Malborn verkauft und 1806 dort angebracht (Jahreszahl MNCCVL im Schlußstein). Im Bogenfeld ein geschmackvolles leichtes schmiedeeisernes Gitter im Rokokostil. Aufbau und Schmuck erinnern stark an das Kirchhofsportal von Sankt Gangolf zu Trier, dessen Entwurf auf den Augustinerbruder Josef Walter zurückgeht. Die Ausstattung der Kirche zeigt gute Rokokoformen und stammt teilweise von auswärts, da sie vor dem Neubau entstanden ist (vielleicht auch aus Löwenbrücken, da ihr Trierer Verkäufer, der Pater Christoffel Bauer, Ansteigerer der Klosterkirche Löwenbrücken war). Zum anderen Teil sind sie achtenswerte Leistungen eines ländlichen Handwerkers aus Wadrill, interessant wegen der Anwendung ausgesprochener Rokokoformen in dieser Spätzeit. Besonders bemerkenswert sind: Zwei Seitenaltäre, Holz, Rundbogenfelder zwischen vierkantigen freistehenden Pfeilern mit freigebildeten Kapitälchen, Giebelbekrönung und Voluten, 1806 in Trier gekauft; ähnliche Arbeiten in der Pfarrkirche von Leiwen. Die Kanzel, mit Aufgang und Schalldeckel und Schnitzerei im Rokokostil, ist dagegen nach der im Pfarrarchiv aufbewahrten Rechnung erst 1808 von zwei Schreinern Michel Adams aus Wadrill, Vater und Sohn, geschaffen worden. Kommunionbank, von geschweiftem Grundriß, mit vierseitig bearbeiteten Balustern, 1806 in Trier gekauft. Standfigur des heiligen Brictius, Holz, ungefähr 1,50 Meter hoch, 1806 in Trier erworben, 1931 von Gebr. Port-Münstermaifeld instandgesetzt. Der Abschluß zwischen Langhaus und Chor mit alter eingelegter Arbeit und Schnitzwerk ist nicht mehr vorhanden. Es war das zweifellos die mit Türen versehene Holzverkleidung zwischen Hochaltar und Seitenwänden, die 1980 von Michel Adams-Wadrill hergestellt wurde. Sie wurde um 1890 entfernt. [1]

Einordnung

Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Katholische Kirchen
Zeit:
1618
Epoche:
Renaissance

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.98808
lat: 49.716227
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet

http://www.malborn-thiergarten.de/

Datenquelle

[1] Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. Bd. 15. Die Kunstdenkmäler des Kreises Bernkastel, (1935).

Bildquellen

1 Bild: © Helge Rieder, Konz, 2000
2 Bild: © Helge Rieder, Konz, 2000

Stand

Letzte Bearbeitung: 07.10.2003

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