Datenbank der Kulturgüter
in der Region Trier





© OpenStreetMap Mitwirkende
CC-by-SA 2.0









zum Vergrößern auf das Bild klicken

Haus Schu-Schmitten aus Oberemmel

Roscheider Hof, Gemeinde Konz
Roscheiderhof

Freilichtmuseum Roscheider Hof

Bereits im Sommer 1999 baute das Freilichtmuseum im Konzer Stadtteil Oberemmel dieses steinerne Nebengebäude aus dem Jahr 1734 ab. Gegen eine Böschung gelehnt, wurde das Untergeschoss als ebenerdiger Keller genutzt. Der über einen steilen seitlichen Aufgang zugängliche erste Stock war wohl ursprünglich Werkstatt, wurde jedoch zeitweise auch als Schlafraum und später als Hühnerstall genutzt. Der Wiederaufbau dieses Gebäudes begann im Jahr 2000. Das Haus Schu-Schmitten kommt aus Oberemmel. Es ist ein Hofnebengebäude, wie man sie vielfach in unserer Gegend findet. Schu-Schmitten ist der Hausname, der bis in die Zeit des frühen 19. Jahrhundert zurückgeht. Das Haus hat ebenerdig zwei Türöffnungen, die in die gewölbten Keller führen, die einen gestampften Lehmboden aufweisen. Die Kellergewölbe, wahrscheinlich über einem Erdkern errichtet, wurden wohl schon immer als Vorratsräume für Kartoffeln, Runkelrüben und dergleichen genutzt. Auch das Viezfaß hatte dort seinen Platz. Das erst beim Abbau entdeckte dritte Gewölbe, seitlich vom linken Keller abgehend, ist bezüglich seines Zwecks noch nicht restlos geklärt. Merkwürdig ist, daß es ins Nachbargrundstück hineinreichte u d dort evtl. auch noch weiterging. Beim Abbau des Hauses haben wir den Zugang nur dadurch entdeckt, daß er in anderer Weise vermauert war. Wahrscheinlich hat dies Gewölbe in Notjahren als Geheimkeller, als Versteck für Lebensmittel und andere wertvolle Dinge gedient. Vom Vater des letzten Hausbesitzers, Herrn Hermann Zimmer, wissen wir einiges über das Haus und seine Nutzung: Anfang des 19. Jahrhunderts diente der 1. Stock, der den Hang hinauf durch eine Tür an der linken Seite zu erreichen ist, als Schlafraum für die vier Söhne der Familie. Es heißt, daß sie später nach Amerika ausgewandert seien. Als der erste Stock nicht mehr als Schlafstätte genutzt wurde, war dort eine Werkstatt eingerichtet. Zeitweise war dort auch ein großer Webstuhl aus dicken Eichenbalken aufgestellt. Die Wände des Hauses sind aus dicken Schieferbruchsteinen aufgeführt, die wir nach hier übernommen haben. Fehlende Steine haben wir durch den Abbau alter Weinbergsmauern gewonnen. Das Haus war nur teilweise verputzt. Die Tür- und Fenstergewände bestehen aus Eichenholz. Im Sturz über der rechten Tür ist die Jahreszahl 1784 zu erkennen. Das Jahr der Erbauung wird auch durch eine inzwischen vorgenommene dendrochronologische Datierung bestätigt. Über dem Türsturz ist ein kleiner Sandstein eingelassen, auf dem ein nach oben gerichteter Pfeil zu erkennen ist. Es handelt sich um eine der in Oberemmel gebräuchlichen Hauszeichen, die auch auf dem noch vorhandenen "Rosenkranz" vorkommen, der Loskette, die bei der Verteilung der einzelnen Schläge im Gehöferschaftswald eine wichtige Rolle spielt. Das Dach, von dem jetzt erst die Pfetten und die Sparren zu sehen sind, war ursprünglich mit Stroh gedeckt. Nach einem Hausbrand des Nachbargebäudes im Jahre 1858 ist es dann mit Merziger Pfalzziegeln hart eingedeckt worden und mit dieser Deckung werden wir es hier auch wieder versehen. [1]

Einordnung

Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Bildungsstätten / Museen
Zeit:
1734
Epoche:
Barock / Rokoko

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.599114
lat: 49.705603
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Gillenbüsch

Internet

http://www.roscheiderhof.de/index.php/de/saar-mosel-dorf/schu-schmitten

Datenquelle

[1] Volkskunde- und Freilichtmuseum Roscheider Hof e.V., Roscheiderhof 1, D-54329 Konz, email: info@RoscheiderHof.de, Internet: http://www.roscheiderhof.de

Bildquellen

1 Bild: © Volkskunde- und Freilichtmuseum Roscheider Hof e.V., 2014
2 Bild: © Volkskunde- und Freilichtmuseum Roscheider Hof e.V., 2014

Stand

Letzte Bearbeitung: 16.06.2014

Die Datenbank zum Mitmachen

Sie haben weitere Informationen und/oder Bilder zu diesem Kulturdenkmal oder zu anderen Kulturdenkmälern in der Region Trier. Wir freuen uns über alle weiteren Informationen. Bitte senden Sie uns eine e-mail an kulturdatenbank@gmx.de.

Vielen Dank!

Wir bedanken uns ganz herzlich bei den vielen Personen, die uns im Laufe der Jahre so viele Bilder und Objektbeschreibungen zugesendet haben. Ihre Namen sind auf den jeweiligen Seiten vermerkt. Darüber hinaus bedanken uns bei folgenden Institutionen für die Unterstützung unseres Projekts:


Volkskunde- und Freilichtmuseum Roscheider Hof, Konz


 
Fachbereich Wirtschaft und Rechenzentrum

 
NETGis, Gesellschaft für Geoinformation und Umweltplanung


Soziale Netzwerke

Bookmarken Sie diese Seite in einem sozialen Netzwerk:

facebook  twitter  studiVZ  Google  del.icio.us  digg  mrwong  webnews  yigg



Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit