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Spoarbildchen

Piesport, Gemeinde Piesport

Beschreibung

Oberhalb von Piesport auf der linken Moselseite . Der dreiteilige Bildstock ist einer Fensterform nachgebildet und trägt im oberen Teil ein Kreuz: darunter links das Motiv der schmerzhaften Muttergottes mit den sieben Schwertern. Rechts befindet sich ein Relief des Michael in voller Ausrüstung. Das Bildnis trägt die Inschrift: ANO 1506 bis 1508 BLIEBEN DA HIE ZUR P:VON BUE[...]UIBRICH[...]STARBEN MIT DEM L. P: KRANK Im heutigen Sprachgebrauch heißt das : ANNO 1506 bis 1508 blieben dahier zu Piesport von 98 Bürgern übrig 16. Sie starben an der Lungenpestkrankheit. Das Wort Spoar heißt Sperre. Das Bildnis steht an einer Stelle, wo in früherer Zeit die Zufahrt nach Piesport gesperrt werden konnte, Das Spoarbildchen und die Spoarkapelle gegenüber erinnern an eine schreckliche Zeit. Sie erinnern aber auch an die Liebestat der Nachbarorte. Die Leute von der Moselhöhe brachten nämlich Esswaren bis an diese Sperre, und die Piesporter, welche noch gehfähig waren, kamen zur vereinbarten Zeit, um das Essen abzuholen. Die Sperre am Berghang einst als Abgrenzung errichtet, wurde zu einer heiligen Stätte christlicher Nächstenliebe. [1] Das Spoa-Bildchen am Weg nach Klausen. Wenn der von Piesport nach Klausen pilgernde Beter die steile Bergstrecke seines Weges hinter sich gebracht hat, ist er den Stufen des Kreuzweges gefolgt, so kommt er an dem Spoabildchen vorbei, eine kleine Kapelle (die Spoakapelle), die gleich links steht, eine Kapelle auf steilen Felsvorsprung – auf der anderen Wegseite aber ist ein Wegbild in den Felsen eingesetzt, der Volksmund den Namen Spoabildchen führt. Es ist ein dreigeteiltes Wegbild, das früher einmal als ein Bildstock hier errichtet war. Wie es kam, daß es nunmehr als 3 Teile in die Felswand eingesetzt ist, konnte nicht mehr in Erfahrung gebracht werden. Das oberste Bild stellt ein Abschlußkreuz dar und trägt auch noch eine Jahreszahl (1831) und den Namen des Renovators. Johann Matth. Leonard . Der 2. Teil stellt die Gottesmutter dar mit dem Sohne auf dem Schoß. Sieben Schwerter durchbohren ihr Herz. Unter diesem Bild aus rotem Sandstein steht im Stein eingehauen eine Inschrift, welche die Geschichte der Errichtung erzählt. ANO 1506 BIS 1508 BLIEBEN DAHIE ZUR PIESPORT VON 98 BUR UBRIG 16 STARBEN A D L F KRANK "Starben an der Lungenpestkrankheit", ist der letzte Teil der Inschrift zu lesen. Hier an dieser Stelle hatte man, als Piesport die Pest ausgebrochen war, eine Sperre errichtet, damit jeder wusste, daß er sich einem Seuchegebiet näherte. Die Dorfbewohner der Nachbarorte, insbesondere jene von Krames brachten alle Tage an diese Stelle Lebensmittel für die Pestkranken, und die noch Gehfähigen brachten die Gaben der Nächstenliebe in den Ort, um wieder die leeren Töpfe an die Sperre zurückzubringen. Zwei Jahre lang dauerte die Notzeit und nur 16 blieben am Leben. An der Stelle aber, wo sich die menschliche Nächstenliebe begegnete, da errichtete man dieses steinerne Denkmal. Der dritte Teil des Bildstocks stellt den heiligen Michael dar, mit Waage und Flammenschwert. Sankt Michael ist nicht nur der Patron der Piesporter Pfarrkirche, er ist auch der Pestheilige, der neben dem heiligen Rochus und dem heiligen Sebastian auf Pestkreuzen dargestellt wird. So ist dieser Bildstock ein Pestkreuz im wahrsten Sinne. Dieser letzte Teil scheint jedoch einer späteren Zeit zu entstammen, wie die Schreibschrift auf dem Sockel vermuten lässt. Unmittelbar neben dem Denkmal hat die Gemeinde eine Lourdesgruppe errichtet. Die Stelle heißt Spoa – abgeleitet von Sperre; wo ehedem der Weg zu dem Pestort gesperrt war, da öffnete sich der Weg zu den Herzen, der Menschen. Der Bildstock befindet sich in zufriedenstellenden Zustand und er erfreut sich allgemeiner Aufmerksamkeit. Die hier angeführte Geschichte ist im Ort Piesport allgemein bekannt. [2]

Einordnung

Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Bildstöcke und Kreuzwegstationen
Zeit:
1831
Epoche:
Klassizismus

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.90426
lat: 49.88807
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Wald

Internet

http://www.piesport.de/

Datenquelle

[1] Piesport; Gebäude- und Kulturführer. Hrsg. Ortsgemeinde Piesport; Idee, Beratung und Mitgestaltung: Edgar Breit, Ortsbürgermeister; Texte und Mitgestaltung: Josef Schemer; 1995 [2] Wegekreuze und Bildstöcke im Kreis Wittlich, II. Band, von Georg Jak. Meyer, Trier. Unveröffentlichte Ausgabe.

Bildquellen

1 Bild: © Helmut Bauer, Trier, 2014.
2 Bild: © Helmut Bauer, Trier, 2014.

Stand

Letzte Bearbeitung: 16.05.2014

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