Datenbank der Kulturgüter
in der Region Trier





© OpenStreetMap Mitwirkende
CC-by-SA 2.0





Umschlagbahnhof Zolleiche

Hinzerath, Gemeinde Morbach

Beschreibung

Der Bahnhof Zolleiche ist ein Umschlagbahnhof (Ubf) an der Hunsrückquerbahn. Er liegt im rheinland-pfälzischen Landkreis Bernkastel-Wittlich zwischen den Ortschaften Hinzerath und Hochscheid. Im Betriebsstellenverzeichnis trägt er das Kürzel SHDZ. Der Bahnhof war von 1989 bis 1992 der einzige Umschlagbahnhof der United States Air Forces in Europe (USAFE) für alle Hauptstützpunkte in Zentraleuropa. Geschichte: Die bereits bei der Eröffnung der Hunsrückquerbahn 1908 eröffnete Holzladestelle Zolleiche diente bis 1961 der Verladung von Forstprodukten. Reste eines Stellwerkes lassen darauf schließen, dass die Ladestelle zeitweise auch die Funktion eines Bahnhofs oder einer Blockstelle hatte. Bis 1953 erfolgte die Bedienung der Ladestelle als Sperrfahrt von den Nachbarbahnhöfen Hochscheid oder Hinzerath. Anfang 1954 wurden die beiden vorhandenen Schutzweichen durch Gleissperren ersetzt. Gleichzeitig wurde der Zugleitbetrieb eingeführt und Trapeztafeln als Deckungssignale aufgestellt. Die Bedienung erfolgte durch die werktägliche Übergabefahrt nach Morbach. 1961 endete vorläufig die Geschichte der Ladestelle Zolleiche durch Rückbau aller Weichen. In den 1980er-Jahren benötigte die NATO neue Verlademöglichkeiten, um die nahegelegene Hahn Air Base und das US-Munitionsdepot Wenigerath zu versorgen. Die Ladestelle Zolleiche wurde als Bahnhof reaktiviert. 1988 wurde eine Waldfläche von 2,5 ha entlang der Bahnstrecke gerodet und eine Schneise zur Bundesstraße 50 geschlagen. Die Zufahrt wurde den Bedürfnissen angepasst und für hohe Traglasten ausgelegt. Ebenfalls wurde die 640 m lange und 25 m breite Umschlagfläche mit Verbundsteinen befestigt. Die Infrastruktur der Ladestelle zeigt eine Bauart ohne jegliche Art von Rampen und Überhöhungen. Die ebene und befestigte Fläche parallel zu den Ladegleisen hat keinerlei stationäre Ladehilfen. Be- und Entladung von Fahrzeugen kann nur mit Hilfe von zusätzlichem fahrbarem Hilfsgerät erfolgen. Man verlegte ein 680 Meter langes zweites Gleis im Bereich der Umschlagstelle, es wurde mit Schutzweichen gesichert und diente auch als Abstellgleis. Eine Rückhalteeinrichtung für wassergefährdende Stoffe und eine Flutlichtanlage wurden installiert. Ende Januar 1989 waren die Baumaßnahmen abgeschlossen, die Übergabe an die US Air Force erfolgte im Februar 1989. Die Einrichtung unterstand der 50th Ammunitions Supply Squadron der USAFE[3], die auch das US-Munitionsdepot bei Wenigerath betreute. Höhepunkt der Aktivitäten war die Verladung von Munition im Ersten Golfkrieg 1991. Bis 1992 wurde die Anlage rege durch die Militärs genutzt. Auch die Forstwirtschaft entdeckte wieder die neue Verlademöglichkeit. So wurden Forstprodukte bis zum Ende des Güterverkehrs im Bahnhof Zolleiche verladen. Von 2001 bis 2009 war die Strecke und damit der Bahnhof gesperrt. Die Anlage ist 2008 noch in einem guten Zustand und seit 2009 der Abschnitt der Hunsrückquerbahn zwischen Büchenbeuren und Morbach als Touristikbahn wieder in Betrieb genommen wurde, ist dort ein Haltepunkt für Besucher des Archäologieparks Belginum eingerichtet worden. [1]

Einordnung

Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Technische Bauten und Industrieanlagen / Eisenbahnverkehr
Zeit:
1908
Epoche:
Historismus / Jugendstil

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   7.19468
lat: 49.85748
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: An der Zolleiche

Internet

http://www.kbs607b.hunsrueckquerbahn.de/09.Hochscheid.053/Bahnhof_Hochscheid_frame.htm

Datenquelle

[1] Seite "Bahnhof Zolleiche". In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 19. November 2017, 10:27 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Bahnhof_Zolleiche&oldid=171155897 (Abgerufen: 21. November 2017, 22:55 UTC)

Bildquellen

Stand

Letzte Bearbeitung: 21.11.2017

Die Datenbank zum Mitmachen

Sie haben weitere Informationen und/oder Bilder zu diesem Kulturdenkmal oder zu anderen Kulturdenkmälern in der Region Trier. Wir freuen uns über alle weiteren Informationen. Bitte senden Sie uns eine e-mail an kulturdatenbank@gmx.de.

Vielen Dank!

Wir bedanken uns ganz herzlich bei den vielen Personen, die uns im Laufe der Jahre so viele Bilder und Objektbeschreibungen zugesendet haben. Ihre Namen sind auf den jeweiligen Seiten vermerkt. Darüber hinaus bedanken uns bei folgenden Institutionen für die Unterstützung unseres Projekts:


Volkskunde- und Freilichtmuseum Roscheider Hof, Konz


 
Fachbereich Wirtschaft und Rechenzentrum

 
NETGis, Gesellschaft für Geoinformation und Umweltplanung


Soziale Netzwerke

Bookmarken Sie diese Seite in einem sozialen Netzwerk:

facebook  twitter  studiVZ  Google  del.icio.us  digg  mrwong  webnews  yigg



Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit