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Sankt Cornelius (2)

Riveris, Gemeinde Riveris
Stauseestraße 38

Katholische Filialkirche

Saalbau, bezeichnet 1853. [1] [...] Schon im 13. Jahrhundert wurde der Ort urkundlich erwähnt, und zwar als Ruverisse. Das Schmuckstück des Ortes, die Corneliuskapelle, stammt allerdings aus weit jüngerer Zeit. Sie wurde in den Jahren 1853/54 nach Plänen des Kommunal-Baumeisters Johann Baptist Bingler errichtet und am 16. September 1854, dem Fest des heiligen Cornelius, geweiht. Schon 1769 ein Heiligenhäuschen Es gab bereits eine Vorgängerin. 1769 wird erstmals ein der Pfarrei Osburg angegliedertes Oratorium oder Heiligenhäuschen urkundlich erwähnt, das auf der anderen Seite der Riveris lag und in dem sich die Dorfbewohner zu bestimmten Zeiten zum Rosenkranzgebet versammelten. Im Jahre 1818 wurde es, seit 1803 Filialkapelle der Pfarrei Morscheid, so weit vergrößert und eingerichtet, dass die heilige Messe darin gefeiert werden konnte. Die Messen fanden einmal wöchentlich und an den beiden Patronatsfesten der Heiligen Cornelius und Valentinus statt. Die kleine Glocke war dem heiligen Cornelius geweiht. In einem noch erhaltenen Utensilien-Verzeichnis der Kapelle von 1849 heißt es: "Das Glöckchen dem Heiligen Cornelius dedicirt benutzt auch die Gemeinde." Dies lässt darauf schließen, das Cornelius von Anfang an Patron oder Copatron der Kapelle war. Der Altar dieser kleinen Kapelle stammte aus Bonerath, einer Filiale der Pfarrei Schöndorf, 4 km südlich. In seiner Mitte stand die Holzfigur des heiligen Valentinus, auf der linken Seite die des heiligen Cornelius und auf der rechten Seite die des heiligen Augustinus. Da die Kapelle der wachsenden Gemeinde nicht mehr genug Raum bot und auch in einem baulich schlechten Zustand war, wurde sie abgebrochen und 1853/54 die heutige Kapelle errichtet. Weil aber der Patz an der bisherigen Stelle für die neue, 13 x 8 m große Kapelle nicht reichte, erfolgte der Neubau auf der linken Seite des Baches. Für die neue Kapelle wurde ein barocker Altar aus dem 18. Jahrhundert gekauft, der aus der Nachbarpfarrei Osburg stammte. Von dem alten, aus Bonerath stammenden Altar waren lediglich die Figuren des Valentinus und Augustinus erhalten geblieben, die Figur des Cornelius fehlte. Sie wurde durch eine Holzfigur des heiligen Donatus ersetzt, dargestellt mit Brustpanzer und langem Schwert. (Bei der Figur, die heute links oben auf dem Altar steht, kann es sich aber nicht um Donatus handeln, sondern um einen Papst, weil er den Papststab trägt. Es ist also eher Papst Cornelius, der der Legende nach mit dem Schwert enthauptet wurde.) Kirchenfenster vom Jahre 1942 Im Jahre 1942 wurden die heutigen sechs Kirchenfenster eingebaut. Das linke Chorfenster zeigt "St. Martin", das rechte "St. Cornelius", die übrigen stellen "Sankt Matthias Schutzpatron der Diözese Trier", "Sankt Valentinus", Sankt Bonifatius Apostel Deutschlands" und "Sankt Donatus" dar, alle mit ihrem Namen und dem Zusatz "Bitte für uns". Cornelius mit Tiara auf dem Kopf hebt die rechte Hand zum Segen, in der linken Hand hält er ein mit zwei Schlüsseln verziertes Buch und an einem Band ein Horn. 1952 wurden zwei neue Glocken angeschafft, eine größere (25 kg, 37 cm Durchmesser) mit dem Bild des heiligen Cornelius und eine kleinere (15 kg, 31 cm ) für den heiligen Valentinus. Die Glocke für Cornelius trägt die Aufschrift "Heiliger Cornelius beschütze uns – Riveris, Ostern 1952". Die Glocke für Valentinus ist entsprechend ausgeführt. In den Jahren 1979 bis 1988 erfolgte eine gründliche Restaurierung. Zu ihrem Abschluss wurde von Andrea BAUER, Dorthe WENZEL und Uwe THEIS eine Schrift verfasst mit dem Titel Die Kapelle zu Riveris – ein würdiges Gotteshaus, auf dem auch die vorstehenden Ausführungen fußen. Zwei Heilige gemeinsam gegen die Fallsucht Laut Prof. Zender in seinem Werk über die mittelalterliche Heiligenverehrung an der Maas und im Rheinland sind für das Jahr 1819 in Riveris Cornelius wie auch Valentin als Kapellen-Patrone bezeugt. Wie aus den vorstehenden Ausführungen ersichtlich, stand aber wohl immer Cornelius an erster Stelle und Valentinus nur an zweiter. Schließlich nennt sich auch heute die Gemeinde noch "Sankt Cornelius-Gemeinde". Dieses Heiligenpaar lässt aber darauf schließen, dass in Riveris die Anrufung des heiligen Cornelius als Patron gegen die Epilepsie oder Fallsucht und ähnliche Krankheiten im Vordergrund stand und nicht so sehr die als Beschützer des Hornviehs. Zender weist auf das Phänomen hin, dass man häufig in derselben Kirche Schutzheilige verehrte, die für dasselbe Gebrechen zuständig waren, zum Beispiel bei der Pest sowohl die Heiligen Christoph wie Sebastian und Rochus. Der gleiche Fall dürfte hier vorliegen. Wenn auch dem Verfasser nicht ganz klar ist, welcher von verschiedenen heiligen Valentins in Riveris verehrt wird, so war doch Valentin vor allem als Beschützer gegen die Fallsucht populär (weil in seinem Namen - ähnlich wie bei Cornelius hinsichtlich des Hornviehs - das Wort Fallsucht steckt). Laut Zender verbreitete sich die Verehrung des hl. Valentin als Fallsucht-Patron seit dem 15. Jahrhundert von Worms und Kiedrich im Rheingau aus. Er sei zusammen mit Cornelius als Fallsuchts-Patron in Wetzlar, Machern, Helenenberg, Riveris, Weidenbach und Leudelingen verehrt worden. Es heißt dann bei Zender in seinem 1973 in 2. Auflage erschienenen Werk weiter: "Heute wird Cornelius in Helenenberg und Riveris nicht mehr verehrt, während Valentin dort heute noch von einzelnen Pilgern aufgesucht wird und sein Kult jedenfalls noch sehr volkstümlich und allgemein ist." Bei diesem Satz Zenders sind vielleicht doch einige Einschränkungen oder Fragezeichen zu machen. Der Vorname Cornelius ist in Riveris - zumindest seit Jahrzehnten - nicht (mehr) gebräuchlich. Seit urdenklichen Zeiten und auch heute noch wird jeweils zum Corneliusfest, also um den 16. September herum, eine mehrtägige Kirmes abgehalten (zum genauen Datum und zu Riveris im allgemeinen: www.riveris.de). [2]

Einordnung

Ersteller, Baumeister, Architekt, Künstler:
Bingler, Johann Baptist (Kommunalbaumeister), Trier
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Katholische Kirchen
Zeit:
1853
Epoche:
Historismus / Jugendstil

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.764033
lat: 49.725401
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet

http://www.cornelissen.de/name/cor_tri7.htm

Datenquelle

[1] Denkmalliste der Generaldirektion Kulturelles Erbe, Rheinland-Pfalz; 2011. [2] http://www.cornelissen.de/name/cor_tri7.htm

Bildquellen

Stand

Letzte Bearbeitung: 08.09.2008

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