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Auf dem Kobengründchen

Kordel, Gemeinde Kordel

Beschreibung

Flur 5 erstreckt sich östlich der Kyll und grenzt an die Fluren 4 und 39 an. Gliederung: "Unter Kobengründchen", "Auf dem Brett", "Unter Kaderichswies", "Ober der Fahnenwies", "Beim Sammerbachsgraben" und "Ober dem Langenfeld". Es kann sein, daß das Kobengründchen als besonders beliebter Tummelplatz der Rabenvögel gegolten hat. Andererseits muß man ins Auge fassen, daß ein Wortstamm verwechselt vorliegt. Der Ausgang wird der Begriff"cor" sein, der irgendwie Quelle - Rinnsal bedeutet und in Verbindung mit dem mittelrheinischen "Delle" den Begriff "Cordel" landauf, landab gebildet hat (siehe unter "Der Name Kordel"). Leitet man fälschlich cor vom lateinischen corvus = der Rabe ab, dann muß aus dem beachtenswerten Quellwasser des "Corgründchens" das "Kobengründchen" werden. Analog wie aus vielen Quellen "Rabenborne" geworden sind. "Auf dem Brett" (Oop'm Bret), eine kleine, flache - wie auf einem Brett liegende - Terrasse vor dem ansteigenden Berggelände. Der Name "Kodericht" im Kordeler Deutsch ist unter vielen ähnlich klingenden Namen verbreitet. Er geht aus von Katarakt, was Wasserfall bedeutet. Bei uns wird der Begriff auf die bekannte Wiesensenke mit einem Holzabfuhrweg aus der Schlucht im Hintergrund übertragen. "Ober der Fahnenwies": Auch hier war der Katasterschreiber wohl in Verlegenheit, als ihm der Kordeler als Namen "dat äs de Fundelswies" angegeben hat Unter "Fundel" hat er richtig "Fahne" verstanden. In Wirklichkeit aber ist für die Fundelswies das Quellwasser der Namensgeber, das in dem Landstreifen aus dem Boden kommt Die Quelle heißt im Latein fons, ein Quellchen heißt fontanella. Es dürfte demnach nicht schwierig sein, in "Fundelswies" diese Wortstämme zu erkennen. "Beim Sammerbachsgraben": Der Katasterschreiber hat aus unserem Samabach einen Sammerbach und die umgebenden Bergteile zu Sommerbergen gemacht. Das wird insofern fraglich, als wir auch Winterbach nicht vom Winter her ableiten. Sommer würde in der überlieferten Kordeler Sprache mit dem breitesten "U" = Sumabach gesprochen werden. Es heißt aber Samabach. Mit größter Wahrscheinlichkeit können wir zur Deutung des Namens einen lateinischen Wortstamm heranziehen, wie wir interessanterweise im ganzen alten Zugangsbereich zur frühmittelalterlichen Hochmark, im engen Zusammenhang mit dem erzstiftlichen Besitz, eine Reihe lateinisch klingender Flurnamen zu verzeichnen haben. Für die Samabach käme in Frage "sambucus" = der Holunder, womit der B ach als mit vielen Holun-derbüschen gesäumt benannt wurde. W. Jungandreas führt eine ähnliche Ableitung an der unteren Mosel an. Wir wollen nicht versäumen, darauf hinzuweisen, daß der die Samabach begleitende Höhenrücken in Flur 9 von der Hochmark her der "Hualäna" = der Holunder im Volksmund genannt wird. Mit "Im Gefall" wird eher der abfallende Berg in der sich nach Süden wendenden Gemarkungsgrenze gemeint sein als eine an dem Berghang hängende besondere Abgabepflicht (et äs fälisch). "Ober dem Langenfeld": Das Langenfeld ist ein ausgedehntes Ackerfeld vom Fuß des Burgberges an bis zur Kyll. [1]

Einordnung

Kategorie:
Geschichte / Ortsname / Ortsgeschichte / Flurnamen
Zeit:
Undatiert
Epoche:
Undatiert

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.64883
lat: 49.84819
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Auf dem Kobengründchen

Internet

http://gemeinde-kordel.de/

Datenquelle

[1] Anton Obser: Kordel. Geschichte der Kylltalgemeinde. Hrsg. Ortsgemeinde Kordel, 1982.

Bildquellen

Stand

Letzte Bearbeitung: 03.06.2015

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