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Auf der Tauer

Kordel, Gemeinde Kordel

Beschreibung

Flur 12 soll in der Beschreibung folgen, weil in ihr weitere Tauer-Flurteile enthalten sind. Flur 12 begrenzt die Gemarkung auf der restlichen ganzen Ostseite bis zur Erreichung der Kyll im Süden bei der Mündung des Lorbaches. Aufteilung: "In den Birken", "Im Vogelskopf', "In Kellersloch", "Im Tauerkopf', "Auf Cunsfeld", "Im Tauergrund", "Plüschen", "Heidenköpfchen", "Im Jungenwald", "Im Hauschten", "Spierenweg", "In der Agnet", "Im Lorberg", "Im Riemenberg", "Hinter Fitscherheld", "In der Paäperley", "Kaisergarten", "Härenfeldchen", "Knechtbor". "In den Birken". Über dem Weg zur Hochmark sind Birken seit eh und je heimisch. Sie lassen sich in der jungen Fichtenkultur auch heute noch kaum unterdrücken. "Im Vogelskopf'. Der Name bedarf an sich nicht einer Erklärung. Es handelt sich um den Bergkomplex, der sich mäandermäßig in den westlichen Kyllbogen im Dorfbereich vorschiebt Auf der höchsten Erhebung des Bergrückens, trigonometrisch mit 305,8 m Höhe vermessen, steht auf dem Felsen das Vogelskreuz, die Endstation eines mittelalterlichen Kreuzweges. Von der Höhe herab genießt man eine herrliche Aussicht auf das Dorf im Tal und in die nördliche und südliche Kylltalweite. "In Kellersloch". In der Kordeler Sprache heißt es "Im Kernich-Loch". Nördlich vom Tauerkopf senkt sich der bewaldete Flurteil in die Samabachschlucht hinab, was man vielleicht als kellerartige Tiefe empfinden könnte. Näher liegt es, der Kordeler Aussprache zu folgen, in welcher sich in dieser Gegend bekanntlich lateinische Wortstämme häufen. In Frage käme - nach Jungandreas - corpinetum, was Hagebuche bedeutet Kernich-Loch mithin: Heimbuchenwald. "Im Tauerkopf". Der Tauerkopf macht die Abrasion des Dahinschmelzens noch nicht mit, sondern steht als Kopf steil über dem Tauermassiv. "Paäperley" = Pfeffer? nennt man die wuchtigen Felsen, die unter dem Tauerkopf den alten Weg zur Hochmark säumen. Sie sind auffallend konglomeratisch, das heißt mit Kiesablagerungen der Urmeere durchsetzt "Auf der Tauer". Hier beginnt das Vogelskopfmassiv sich von dem hohen Tauerkopf im Hintergrund mit schmaler Breite loszulösen. Im Abhang zur Kyll zu liegt der Hang "In der Kaderich". Ostwärts gegenüber geht es in den Tauergrund hinunter. Auf der Tauer stehen -unter Naturschutz gestellt - noch 2 von den bekannten "3 dicken Eichen". Dann liegt dort der ausgedehnte Waldspielplatz. Er ist ursprünglich als Notstandsarbeit in den Jahren des passiven Widerstandes 1923-1924 entstanden und diente der Kordeler Jugend eine Zeitlang als Fußballplatz. Dann hat ihn der Heimat- verein Kordel zu einem Wald-Spielplatz aufwendig ausgebaut, der inmitten des ihn umgebenden Waldes einen hohen Freizeitwert besitzt und sich einer regen Inanspruchnahme erfreut Zur Flur 12 gehört weiter südlich von der Hochmark der "Jungenwald". Er trägt heute einen prachtvollen Bestand an "alten" Buchen, könnte aber vor seiner Umwandlung zum Jungenwald mit Teilen Ackerland gewesen sein. Im südlichen Bereich des Waldes, teilweise noch den Spierenweg hinunter, trifft man auf eigenartige Steinrauschen handlicher Steine, die man der Zeit nach der Beendigung der Glaszeit der Hochmark zurechnet. Die Hochmarksfläche mußte zur Landnutzung von den vielen Steintrümmern befreit werden, welche die dem weichenden Wald nachziehenden Glasfrittenöfen hinterlassen hatten. An manchen Steinen zeigen sich noch Brandspuren. In diesem Zusammenhang sei auch auf die Beschreibung des Römerberges hingewiesen. "Vor dem Jungenwald" bildet das Waldstück, das zwischen den letzten Krümmungen des Hochmarkweges vor dem Waldausgang über dem Jungenwald liegt Man kann dort noch Plätze von hergerichteten Kohlenmeilern erkennen. Die südwestliche Ecke der Hochmarksfläche in den Waldhang hinein wird das "Heidenköpfchen" genannt Die Erklärung der Heidennamen "Heidenköpfchen" und "Heidenheidchen" ist unter "Der Name Hochmark und die Hochmark heute" ausführlich behandelt worden, so daß wir uns hier auf die Definition beschränken können. Nicht das Heidekraut, sondern der Unterschied vom Christen, "der Heide", ist der Namensgeber. Der Jungenwald fallt ostwärts steil in das "Lorbachtal" ab. Der Steilhang wird der "Huaschten", das heißt Schornstein, genannt, wozu ihm wohl die auffallenden, aus dem Tal aufsteigenden Nebelschwaden verhelfen haben. Den mäßig geweiteten Talgrund des beginnenden Lorbachtales nennt man "de dief Kaul" = die tiefe Kaul. Die Flurkarte hat für diese Stelle die Bezeichnung "In der Agnet". Man kann den Namen deuten mit "agnus" = das Lamm - das Schaf- und sich vorstellen, daß hier die Schafe zeitweise verbleiben mußten, wenn sie in den übrigen Fluren nicht erwünscht waren. "Spierenweg". Unter Spieren (mittelniederdeutsch) ist hier weniger zu verstehen, daß der Weg von lästigem Bewuchs von "Spieren"=Halmen, Farnen und so weiter gezeichnet war, sondern daß es notwendig war, den steilen Weg hinab, nach Kordeler Deutsch, den Wagen gründlich zu "sperren". "Im Tauergrund". Damit ist der Hang gemeint, der in der ganzen Breite des Tauerkopfes unterhalb des Hochmarkweges sich in die Niederung hinunterzieht und dem engen Quelltälchen des Tauergrundes folgt. In den Flurnummern 13 und 14 ist der in Frage stehende Raum erfaßt. Wir kommen darauf zurück. Zum Flur 12 gehört weiter das ganze Steinkopfmassiv, das sich, etwa in gleicher Höhe des Jungenwaldes liegend, von dort her nach Süden und Südwesten ausbreitet Die Bedeutung dieses Gebietes mit seinen zahlreichen Steinbrüchen von hervorragend wertigem Buntsandstein für das Dorfleben in der Blütezeit der Kordeler Sandsteinindustrie ist gesondert ausführlich behandelt Mit Ausnahme eines Steinbruchbetriebes liegen die alten Steinbrüche heute verlassen. Die Flurkarte teilt den Steinkopf in die Distrikte "Im vordersten Steinkopf', "Im obersten Steinkopf', "Im hintersten Steinkopf' auf, wobei der Distrikt "Im vordersten Steinkopf' noch der Flur 13 zugeteilt wird. Das Kataster hat allerdings auch noch die uralten Namen des Bergzuges aufbewahrt, denn bei der Aufnahme um 1820 herum waren die Steinbrüche noch nicht in Betrieb. Sie sind mit "Plüschen" beziehungsweise mit der Lesart "Püschen" angegeben und mit "Cunsfeld". In letzterem steckt sicherlich der Name eines alten Besitzers aus der Vorzeit Inguschen" könnte man lateinisch plovacum vermuten, das eine Stelle mit Wasseransammlung (wie Pluwig) bedeutet In "Püschen" dagegen, wenn kein Schreibfehler vorliegt, lediglich Busch. Auch Teile vom Heidenköpfchen werden noch hinzugezählt. [1]

Einordnung

Kategorie:
Geschichte / Ortsname / Ortsgeschichte / Flurnamen
Zeit:
Undatiert
Epoche:
Undatiert

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.64854
lat: 49.84428
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Auf der Tauer

Internet

http://gemeinde-kordel.de/

Datenquelle

[1] Anton Obser: Kordel. Geschichte der Kylltalgemeinde. Hrsg. Ortsgemeinde Kordel, 1982.

Bildquellen

1 Bild: © Peter Valerius, Kordel, 2015.

Stand

Letzte Bearbeitung: 01.07.2015

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