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Altarkreuz am Pfarrhaus - frühere Standorte

Kordel, Gemeinde Kordel
Oberstraße 1

1. Station des Fußfallkreuzwegs

Vom Kreuzweg der Sieben Fußfälle. Die Anregung, den Leidensweg Christi in ihrer Heimat als besondere Andachtsform nachzugehen und zu verbreiten, geht vom Erlebnis der Kreuzfahrer und von frommen Pilgern aus, welche die heiligen Stätten im Heiligen Land besucht haben. Schon früh begegnen wir bildlichen Darstellungen einzelner Szenen der Leidensgeschichte, wie dem dornengekrönten "Schmerzensmann", dem "Kreuzschlepper", Christus am Kreuze, dem Vesperbild der Schmerzensmutter oder dem Heiligen Grab. Es fehlt lange an einer logischen Aneinanderreihung zu einem Kreuzweg, zumal die Bibel nur spärlich den Leidensweg Christi in seine Phasen aufgliedert. Im 15. Jahrhundert jedoch begegnet man schon einer Zusammenstellung von Leidensszenen zu sieben Stationen, so genannt, weil der Beter bei ihnen halt machte. Dabei ist die Zahl Sieben nur eine willkürliche, angelehnt an die mystische Siebenzahl der Bibel oder an die sieben Kirchen von Rom. Der Weg mit den sieben Stationen ist zu Beginn des 16. Jahrhunderts schon über ganz Deutschland verbreitet. Man gab diesem Kreuzweg den Namen "Sieben Fußfälle", weil man wohl im Besonderen der Fälle Jesus unter der schweren Kreuzeslast gedachte und auch der fromme Beter fiel dabei in die Knie. Die Stationen der Sieben Fußfälle: 1.Station: die Ölbergszene, 2.Station: die Verurteilung, 3.Station: die Geißelung, 4.Station: die Dornenkrönung, 5.Station: Jesus und Barnabas, 6.Station: Simon von Cyrene und das Schweißtuch, 7.Station: die Sterbeszene am Kreuz. Zum Vergleich die heutige Passion: 1.Station: Jesus wird zum Tode Verurteilt, 2.Station: Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern, 3.Station: Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz, 4.Station: Jesus begegnet seiner Mutter, 5.Station: Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen, 6.Station: Veronika reicht Jesus das Schweißtuch, 7.Station: Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz, 8.Station: Jesus begegnet den weinenden Frauen, 9.Station: Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz, 10.Station: Jesus wird seiner Kleider beraubt, 11.Station: Jesus wird an das Kreuz genagelt, 12.Station: Jesus stirbt am Kreuz, 13.Station: Jesus wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt, 14.Station: Der heilige Leichnam Jesu wird in das Grab gelegt. Beim tieferen Eindringen in die Passionsgeschichte spielte die fromme Phantasie das Geschehen auf und man fand immer mehr bemerkenswerte Szenen. So kam es schon bald, dass da und dort sieben Stationen nicht mehr genügten. Ja es gab schließlich Kreuzwege mit mehr als 30 Stationen. Um ein Anwachsen der Stationszahl nicht ins Uferlose gleiten zu lassen, erließ die Kirche unter Papst Clemens dem XII. im Jahr 1731 eine Bestimmung, nach der die Zahl der Kreuzwegstationen auf 14 zu begrenzen und festzulegen war. Wenig später, 1742 wurde es gestattet in allen Kirchen, Kapellen und Spitälern einen Kreuzweg aufstellen zu dürfen. Noch heute kann man vieler Orts Kreuzwege mit Bildnissen einzelner Passionsszenen bewundern, die die besten Künstler, oft von aufwendiger Art und hohem künstlerischen Wert, geschaffen haben. Aber es gibt auch Kreuzwege in ländlichen Orten mit einfachen Stein- und Holzkreuzen, so wie hier in Kordel. [1] Der Kreuzweg der Sieben Fußfälle (7 Stationen) Die Anregung den Kreuzweg, die Leidensgeschichte unseres Heilandes und Gottes, in der Heimat zu verbreiten, geht von den Kreuzrittern und frommen Pilgern aus, die in Israel die Heiligen Stätten in Jerusalem besucht hatten. Der Name Sieben Fußfälle kommt daher, dass der fromme Pilger an den sieben Stationen auf die Knie fiel und betete. 1.Station Vor 200 Jahren: Die Ölbergszene. Platz: Kapelle in der Friedhofstraße, erbaut 1678. Heute: Jesus wird zum Tode verurteilt. Platz: Schulstraße, Dorfkreuz am Pfarrhaus 2.Station Vor 200 Jahren: Die Verurteilung. Platz: Kreuz in der Schulstraße vorm Pfarrhaus, stand damals in der Oberstraße neben dem Gasthaus Reichert. Heute: Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern. Platz: Zur Kaulay, Balkenkreuz 3.Station Vor 200 Jahren: Geißelung. Kreuz auf dem Platz vor der ehemaligen Holzbrücke über die Kyll. Heute: Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz. Platz: Am Kreuzfeld 2, Altarkreuz aus Sandstein 4. Station Vor 200 Jahren: Die Dornenkrönung. Platz: Hinter der ehemaligen Holzbrücke in der Kyllwiese. Heute: Jesus begegnet seiner Mutter. Platz: Am Borberg, Kreuz am Borberg. 5. Station Vor 200 Jahren: Jesus und Barnabas. Platz: Kreuz am Beginn des Pfades zum Vogelkreuz Heute: Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen. Platz: am gleichen Platz wie vor 200 Jahren 6. Station Vor 200 Jahren: Simon von Cyrene und das Schweißtuch. Platz: Kreuz auf dem Vogelsberggrat. Heute: Veronika reicht Jesus das Schweißtuch. Platz: am gleichen Platz wie vor 200 Jahren. 7. Station Vor 200 Jahren: die Sterbeszene am Kreuz. Platz: Kreuz auf dem Vogelsberggipfel. Heute: Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz. Platz: am gleichen Platz wie vor 200 Jahren. Platz und Kreuz wurden vom Heimatverein Kordel 1913 errichtet und 1971 renoviert. Länge des Kreuzweges vor 200 Jahren: 1200 m, heute: 2000 m. Die Holzkreuze wurden vom Heimatverein in den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts erneuert, ebenso der Platz und das Kreuz bei der Kaulay, die 2. Station. [2] Das Kreuz wurde 2001 vom Haus Wehrstraße 2 [2. Bild] vor den Aufgang zum Pfarrhaus versetzt. Ursprünglich stand es bis etwa 1976 vor dem Haus Oberstraße 1 [1.Bild]. [3]

Einordnung

Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Bildstöcke und Kreuzwegstationen
Zeit:
1748
Epoche:
Barock / Rokoko

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.63357
lat: 49.84067
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Bei der Kirch

Internet

http://kirchenmaus-online.de/kordel/index.html

Datenquelle

[1] Anton Obser: Kordel. Geschichte der Kylltalgemeinde. Hrsg. Ortsgemeinde Kordel 1982. [2] Gerhard Reis, Kordel, 2011. [3] Erwin Lieser, Kordel, 2015.

Bildquellen

1 Bild: Sammlung Richard Schaffner, Kordel, 2015.
2 Bild: © Richard Schaffner, Kordel, 2015.

Stand

Letzte Bearbeitung: 04.06.2016

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