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Grabdenkmal für Philipp Klas

Laufeld, Gemeinde Laufeld
Lieserstraße

Beschreibung

Inschrift: HIER RUHT PHIL. KLAS AUS OBER= ÖFFLINGEN GEB. 29.6.1903 GEFALLEN BEI DER SEPARA= TISTEN-VER= TREIBUNG IN WITTLICH AM 22.11.1923 [1] Da gibt es heute noch ein altes Denkmal, errichtet 1925 in Laufeld, und ist Philipp Klas gewidmet. Mitglieder seiner Familie leben nach wie vor in Laufeld und verehren ihren Helden immer noch. Hier seine Geschichte:   Der Bauernzug nach Wittlich. Auf dem stillen Dorffriedhof von Laufeld liegt ein Grab, auf dem Bildstock nur die wenigen Worte stehen.   Hier ruht Philipp Klas aus Oberöfflingen, geb. 29. Juni 1903 gefallen bei der Separatistenvertreibung in Wittlich am 22. November 1923.   Schlicht und einfach ist dieser Bildstock und darum ähnelndem Leben dessen, der dort sein Grab gefunden hat. Prof. Burger-Mayen hat den Entwurf geschaffen; aus hartem Eifeler Basaltstein war das Denkmal gehauen. Erschütternde steht man vor diesem Stein und Grab. Gar mächtig spricht die tiefe Symbolik, die der Künstler auf dem Bildstock zum Ausdruck gebracht hat. In Halbrelief steht Kain da, vor ihm die Leiche des Bruders, den er gemordet: ein grausiges, aber treffendes Vorbild der schrecklichen Tat, da ein Deutscher von einem Volksgenossen ermordet ward.! Und unten am Fuße des Bildstocks fängt eine Opferschale das Blut auf, das aus dem getroffenen Herzen fließt. Der Eifelbauer und die Eifelbäuerin, der Jungmann und das Jungmädchen und der Wanderer, der von ferne kommt, sie alle mögen dieses Grab besuchen und an dem Schicksal dieses Toten lernen, so treu wie er zur Heimat zu stehen, zu heimischen Boden und heimischer Art. Philipp Klas´ Tod hat dessen Liebe zur Eifelheimat bezeugt; den einer größere Liebe hat niemand als der, der sein Leben hingibt für seine Freunde und seine Heimat.   Jener 22. November 1923, an dem Philipp Klas in den Tod ging, wird unvergessen bleiben in den Herzen der Bewohner des Wittlicher Tales und derer von den Höhen der Eifel. Es war ein Donnerstag, der Tag nach Buß- und Bettag. Schon in der Frühe stiegen die Eifeler, lauter kräftige Mannsgestalten aus Eckfeld, Pantenburg, Wallscheid, Oberöfflingen, Niederöfflingen, Ober- und Niederscheidweiler, Hasborn, Greimerath, Gipperath, Schladt, Großlittgen und Karl zu Tal, um gen Wittlich zu ziehen, allwo die Separatisten im Landratsamt und Rathause sich niedergelassen hatten. Von der Mosel kamen die Mannen aus den dortigen Bürgermeistereien. Nach einem geordneten Plane sollte sie gegen 11 Uhr durch die verschiedenen Straßen , von Norden und Süden, von Osten und Westen in die Stadt eindringen und sich vor dem Rathause treffen. Gemeinsam wollte man vorgehen und in einer großen Kundgebung zeigen, daß die Bevölkerung des Kreises Wittlich in ihrer Gesamtheit gegen den Separatismus stand. Ausdrücklich war betont worden, daß man nur gegen die Separatisten zu Felde ziehe! Dr. Bewerunge, damals Bürgermeister von Bausendorf und gleichzeitig stellvertretender Landrat, hat dem Kreisdelegierten nichts von dem beabsichtigten Vorstoß der Heimattreuen mitgeteilt, weil der sich sagte, daß dies doch keinen Zweck haben würde, nachdem der den Kreisdelegierten bereits seit drei Wochen auf die Gefahren aufmerksam gemacht und ihm erklärt hatte, die Bevölkerung  werde sich diesem sonderbündlerischen Terror auf Dauer nicht gefallen lassen. Auch sagte er sich, wenn er die Franzosen benachrichtige , so werde der Kommandant seinen Truppen den Befehl geben, die Heranziehenden vor der Stadt zurückzutreiben. Als um 11 Uhr die von Süden Kommend zum Amtsgericht und durch die Neustraße einziehen wollten, stellten sich ihnen französische Marokkanertruppen mit scharf geladenem Gewehr  und aufgepflanztem Bajonett entgegen und trieben sie zurück. Mit einem Male war die ganze Stadt überschwemmt von farbigen Franzosen, die im Laufschritt durch die Straßen rasten und mit Kolbenstößen jeden traktierten, der ihnen nicht schnell genug das Feld räumte. Vor dem Hause in dem die Separatisten ihre Wache untergebracht hatten, standen ebenfalls Marokkaner mit aufgepflanztem Seitengewehr. Der Kreisdelegierte war gleichzeitig mit den Soldaten erschienen. Zu ihm begab sich Dr. Bewerunge. Der Kreisdelegierte gab auf Grund der geführten Besprechung Befehl, die Separatisten zu entwaffnen. Wie sich nachher herausstellte, war dem Delegierten von einem Deutschen am Morgen mitgeteilt worden, der ganze Kreis Wittlich sei alarmiert worden; im Laufe des Vormittags werde die gesamte männliche Bevölkerung in die Kreisstadt kommen, um die französische Garnison und die Separatisten zu überrumpeln. Daraufhin waren die französischen Truppen, die in der Stadt weilten, alarmbereit gehalten worden. Die von der Himmeroder- und der Oberstraße kommenden Leute fanden keinen Widerstand und eröffneten den Sturm auf die Separatistenwache und das Rathaus. Aus dem einen Gebäude wollte sie die Separatisten vertreiben, und von dem anderen die Fahnen herunterholen. Der Posten der Separatistenwache flüchtete sofort und verriegelte die Türe des Hauses von innen. Ungeachtet der ihnen von den im Hause befindlichen Separatisten entgegengehaltenen Waffen drangen die Heimattreuen unter denen sich auch  Philipp Klas befand, gegen das Gebäude vor. Die Separatisten eröffneten das Feuer, ohne jemand zu treffen. Der Führer der Heimattreuen, der junge Gessinger (Laufeld), ein Sohn des Provinzialabgeordneten, schlug daraufhin die Schaufenster der Wache ein. Durch die so geschaffene Öffnung gelangten die Stürmenden in das Wachlokal in dem eine Reihe von Karabinern vorgefunden wurde., mit denen sie sich bewaffnen konnten. Die Separatisten flüchteten und wurden verfolgt. Als die Heimattreuen auf die Straße blickten, sahen sie die Marokkaner herankommen. Zu diesen eilten die Separatisten, die man vorher nicht hatte finden können. Von den französischen Soldaten gedeckt, wandte sich der Separatist Monnens um und gab einen Schuss auf den Heimattreuen Klas ab. Schwer verletzt brach dieser zusammen. Sofort nach diesem Schuß richteten die Marokkaner ihre Waffen gegen die aus dem Wachlokal heraustretenden Heimattreuen, die dort längere Zeit mit erhobenen Händen stehen mußten. Der Separatist Baumann, der ebenfalls zu den Marokkanern geflüchtet war, kam jetzt hervor und mißhandelte die dort Stehenden. Mit einer Pistole schlug er sie ins Gesicht. Philipp Klas lag in der Straßenrinne und verblutete. Niemand durfte an ihn heran. Sobald sich einer ihm nahte, richteten sich die Gewehre der marokkanischen Soldaten auf ihn. Ungeachtet der Gefahr drang dennoch nach kurzer Zeit der Vater des Getroffenen mit zwei Söhnen zu diesem vor. Mit mehreren Heimattreuen trug man den Sterbenden in das Ladenlokal Brand, allwo man ihn bettete. Dr. Toussaint untersuchte die Wunde; Hilfe konnte Philipp Klas nicht mehr finden. Pfarrer Kirchrath spendete ihm noch die Sakramente der Kirche. Dann rang der Sterbende mit dem Tod, stets bei vollem Bewusstsein. Da er in dem Ladenlokal nicht liegen bleiben konnte, bracht man ihn mit Hilfe von Freunden ins Krankenhaus. Dort nahm er Abschied von seinem Vater, seinen Brüdern und all denen, die bei ihm waren. Gegen 1Uhr stand das Herz still. Philipp Klas war tot. Jung noch an Jahren, war er gestorben für die Heimat, die er liebte bis zum letzten Atemzuge. Im Kleide der Deutschen Jugendkraft war Philipp Klas gestorben; denn als man den Toten aufbahrte, fand man unter seiner Jacke den Fahrtenkittel mit dem Abzeichen der DJK. Er war ein Märtyrer der Eifelheimat. [2]

Einordnung

Ersteller, Baumeister, Architekt, Künstler:
Entwurf: Burger, Carl (Bildhauer, Medailleur und Fachschullehrer), Mayen [* 26. November 1875 in Tännesberg; † 20. Februar 1950 in Mayen]
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Grabstätten
Zeit:
1925
Epoche:
20. Jahrhundert

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.8616
lat: 50.07947
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Unter dem Hauweg

Internet

http://www.laufeld.de/

Datenquelle

[1] Gisela Manderfeld, Plein, 2016. [2] 1918-1930 Trier und das Trierer Land in der Besatzungszeit. (Sonderausgabe der Trierischen Landeszeitung), 2. Auflage, Druck und Verlag der Paulinus-Druckerei GmbH Trier, 1930. Quelle von Herrn Jürgen Bier zur Verfügung gestellt.

Bildquellen

1 Bild: © Gisela Manderfeld, Plein, 2016.
2 Bild: © Gisela Manderfeld, Plein, 2016.
3 Bild: © Gisela Manderfeld, Plein, 2016.
4 Bild: © Gisela Manderfeld, Plein, 2016.
5 Bild: 1918-1930 Trier und das Trierer Land in der Besatzungszeit. (Sonderausgabe der Trierischen Landeszeitung), 2. Auflage, Druck und Verlag der Paulinus-Druckerei GmbH Trier, 1930. Quelle von Herrn Jürgen Bier zur Verfügung gestellt.
6 Bild: 1918-1930 Trier und das Trierer Land in der Besatzungszeit. (Sonderausgabe der Trierischen Landeszeitung), 2. Auflage, Druck und Verlag der Paulinus-Druckerei GmbH Trier, 1930. Quelle von Herrn Jürgen Bier zur Verfügung gestellt.

Stand

Letzte Bearbeitung: 08.08.2016

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