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Festung Mont Royal - Nordhornwerk Eifel

Wolf, Gemeinde Traben-Trarbach

Beschreibung

"Es gibt nichts Schöneres als die Feste an der Mosel, welche die Grenzen Frankreichs sichern, und welche die Kurfürsten von Köln, Trier, Mainz und der Pfalz in solcher Abhängigkeit halten wird, daß diese Grenze besser und leichter zu verteidigen sein wird, als die von Flandern", schreibt der Kriegsminister des Sonnenkönigs, Louvois, voller Begeisterung in einem Brief vom 18. Mai 1687 - nach seiner ersten Inspektion des zukünftigen Standortes der Festung Mont Royal. Diese war eingebunden in den nördlichen Festungsgürtel, der Ende des 17. Jahrhunderts vom Ärmelkanal über Luxemburg bis Straßburg und Basel die Grenze Frankreichs sicherte, und erfüllte für ein Jahrzehnt seine Funktion als unverzichtbare Operationsbasis für die Rheinarmee Ludwigs XIV. Die mächtige Festungsanlage umfasste nicht nur die gesamte Flache des Trabener Halbinselberges; sie schloß auch die von Mauern geschützte Stadt Trarbach und die von Vauban befestigte Grevenburg jenseits des Flusses mit ein. Der 50 Hektar große Festungskern, ca. 200 Meter hoch über der Mosel, war umgeben von einem fast 3 Kilometer langen und bis zu 30 Meter hohen Hauptwall, mit 5 Bastionen und 3 Bolltürmen bewehrt und durch zahlreiche Außenwerke geschützt. Südlich davor, lag das verschanzte "Große Königliche Hauptquartier", mit einem Zelt- und Barackenlager für 12.000 Mann und Ställen für 3.000 Pferde, mit einer Unternehmersiedlung und einer kleinen Stadt mit eigener Gerichtsbarkeit. 1690 hatte die Festung bereits eine Kampfstärke von 14 Regimentern und in ihrem Arsenal und den Versorgungsdepots Waffen und Vorräte für eine ganze Armee. Ihre Garnison war doppelt so stark wie die ihrer Stützen Saarlouis und Luxemburg. Mont Royal war damit nicht nur die größte Festungsanlage ihrer Zeit. Mont Royal gehörte auch zu den 9 „Neuen Städten", die in den Jahren 1679 -1698 nach den Plänen des großen Baumeisters Vauban aus dem Nichts erschaffen, gestaltet und befestigt wurden. Aus den noch heute vorhandenen Kirchenbüchern von Mont Royal geht hervor, dass sich trotz der auffällig kurzen Lebensdauer dieser Festungsstadt eine eigenständige - multikulturelle- Lebensgemeinschaft auf dem Berg entwickeln konnte. Das Schicksal des Mont Royal ist unmittelbar mit den kriegerischen Auseinandersetzungen während des Pfälzischen Erbfolgekrieges (1688 -1697) und der Vision Ludwigs XIV von einer durchgehenden natürlichen Ostgrenze seines Königreiches verbunden. Mit der Aufgabe der von Frankreich „reunierten" Gebiete wird diesem Traum ein Ende gesetzt, und Ludwig XIV lässt die Festung nach dem Frieden von Rijswijk im Frühjahr 1698 schleifen. Dem Heimatforscher Dr. Ernst Willen Spies ist es zu verdanken, daß die Festung Mont Royal nicht ganz in Vergessenheit geraten ist. Unter seiner Leitung wurden in den Jahren 1929 -1938 anhand von Originalplänen aus Pariser Militärarchiven umfangreiche Ausgrabungen durchgeführt. Was jedoch in den dreißiger Jahren noch eindrucksvoll von der einstigen Größe dieser Anlage Zeugnis ablegen konnte, war lange Zeit danach dem Verfall preisgegeben: Vegetation und Erosion drohten, das Mauerwerk gänzlich zu zerstören. Auf Grund des in letzter Zeit neu erwachten Interesses am Erhalt von Burgen und Festungen und ihrer Inwertsetzung als Zeugen einer bewegten Vergangenheit und als europäisches Kulturerbe, ist auch der Mont Royal wieder zu einer bemerkenswerten touristischen Attraktion an der Mosel geworden. [1]

Einordnung

Ersteller, Baumeister, Architekt, Künstler:
Sébastien Le Prestre de Vauban
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Wehrbauten und militärische Anlagen / Festungen und Bunker
Zeit:
1687-1698
Epoche:
Renaissance

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   7.11235
lat: 49.97931
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Wofer Heck

Internet

http://www.traben-trarbach.de/de/festung-mont-royal.html

Datenquelle

[1] Flyer Mont Royal, 2017. http://www.traben-trarbach.de/de/festung-mont-royal.html

Bildquellen

1 Bild: Internet

Stand

Letzte Bearbeitung: 28.01.2017

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