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Chronik der Gemeinde Niederweis

Niederweis, Gemeinde Niederweis

Beschreibung

Es gibt kaum einen Ort im Bereich der Verbandsgemeinde, der eine solche Vielzahl prähistorischer und römischer Fundstellen von Artefakten, Siedlungen und Grabhügeln aufzuweisen hätte wie Niederweis. Steinzeitliche Geräte, Waffen und Gräber von den verschiedensten Fluren um Niederweis, besonders vom Graulsbüsch", zeugen für eine vorgeschichtliche Besiedlung. Eine etwa acht Morgen umfassende römische Siedlung mit zwei freigelegten Tonrohr - Wasserleitungen wurde 1921 im Böcklichsfeld" am Fuße des Heiderückens, unweit der Nims, nachgewiesen (OK Steinhausen). Dies alles läßt auf eine sehr frühe und anhaltende Besiedlung des Raumes schließen. Erste urkundliche Zeugnisse des Dorfes Niederweis datieren aus der Gründungszeit des Klosters Echternach, als ein gewisser Martheus der Abtei ein Grundstück zwischen Wys" und Edingen vermacht. Im Jahre 8012 schenken dann Harduwin und seine Gemahlin (reiche Grundherren im Bidgau) an Echternach ihr Besitztum in Wis quod situm est super fluvio Prumia". Genannt sind dann zwischen 861 und 867 weitere Grundbesitzer zusammen mit Edingen (Wampach I 2 Nr. 121 und Nr. 146). Während des frühen Mittelalters treten in Niederweis verschiedene Besitzer auf. So kauften im Jahre 1298 die Herren von Useldingen (Luxemburg) den Rittern von Ouren ihren Besitz in Niederweis für 400 Pfund Trierische Denare ab. Gleichzeitig aber besaßen auch die Herren von Bolchen (Boulay) Güter in Niederweis. Der Ritter Johann von Useldingen hatte schon 1332 neben Wolsfeld und Alsdorf auch Niederweis sowie alle seine Güter zwischen Echternach und Bitburg dem Erzbischof Balduin zu Lehen übertragen. Im Jahre 1337 wurde dann Walther, Herr zu Meisenburg, mit einem Teil dieser Güter, unter anderen auch Niederweis, belehnt. Schließlich genehmigt der trierische Erzbischof Balduin im Jahre 1359, daß Johann, Herr zu Bolchen und Useldingen, seine Frau Ermesinde von Blankenheim mit den trierischen Lehen zu Wolsfeld, Alsdorf und Niederweis bei Bitburg bewidmen dürfe. Im 15. Jahrhundert erscheinen dann die Ritter von Brandenburg und weiter die Fock von Gübingen. Durch Heirat gelangte endlich der gesamte Besitz an die Familie Cob von Nudingen, die während des 16. und 17. Jahrhunderts eine große Rolle im Bidgau spielten. Erinnert sei hierbei auch an den Kobenhof" und den Kobenturm" in Bitburg. Der bekannteste Vertreter der Coben" war Johann Matthias Cob, der sich im Reunionskrieg dadurch einen Namen gemacht hat, daß er als kaiserlich königlicher Hauptmann 1673 mit einer Schar von 130 Mann die Stadt Mayen gegen die Marquis de la Trousse mit 500 französischen Fußgängern, 2000 Reitern und drei Feldstücken siegreich verteidigt hat. Er blieb bis 1674 bei Gilaine. Johann Matthias Cob war der Sohn des Obersten Christoph Clob. Eine Tochter dieses Obersten, Maria Ursula, vermählte sich mit Johann Hermann von der Heyden, Herr zu Stolzemburg. Nachdem der Oberst Christoph Cob von Nudingen im Jahre 1671 gestorben war und seine Söhne ohne Nachkommen geblieben sind, beerbte Maria Ursula, die Gattin des Johann Hermann von der Heyden, auch ihre beiden Brüder, und damit kam der reiche Cobenbesitz in Niederweis in die Hände des Freiherrn von der Heyden. Der Nachfolger in der Besitzerreihe der Herrschaft Niederweis war Franz Eduard Anton von der Heyden. Er wurde als elftes Kind des Johann Herrmann von der Heyden und seiner Frau Maria Ursula, Baronin Cob von Nudingen, am 1. November 1693 in Niederweis geboren. Als Präsident des Provinzialrates von Luxemburg, den er seit 1743 leitete, galt er als ranghöchster Beamter des Luxemburger Landes. Am 2. November 1743 wurde er durch die Kaiserin Maria Theresia in den Baronstand erhoben. Er verstarb am 21. Januar 1755 in Luxemburg (P. Neu. Das Bitburger Land, S. 481). In dem viel älteren Turm der 1845 neu erbauten Kirche von Niederweis befinden sich noch zwei interessante Grabplatten der Cobenfamilie. An der rechten Turmseite die Platte des Obersten Christoph Cob. Die Inschrift lautet: Anno 1671 den 1. November ist in Gott entschlafen der Wohlgeborene Herr Christoffel Cob von Nuding Zeit Lebens Römischer - Kaiserlicher Majestät auch churfürstlicher Durchlaucht in Baiern Oberster zu Fuß und Herr zu Niederweis. Deme seine hinterlassene Wittib die Wohlgeborene Fraw Anna Margaretha Mohr vom Walt am 19. Dezember 1692 selig gefolget deren beide Leiber hier vorn im Grabe ruhen. Den lieben Seelen Gott Gnade. Requiescant in paca Amen. An der rückwärtigen Turmseite befindet sich die Grabstätte des Philipp Christoph Cob von Nudingen. Er war der jüngere Sohn des Obersten Chrisoph Cob von Nudingen. Die mit dem Wappen der Coben der Mohr von Wald, Bacherach von Sponheim und Schilling von Lahnstein verzierte Grabplatte trägt folgende Umschrift: Hic jacet praenobilis illustris Philippus Christophorus Cob Baron a Nudingen Dominus in Niederweis[...]obyt I Juni 1699. Es ruhe in heiligem Frieden. Amen." Ein drittes Grabmal der Herrschaft von Niederweis befindet sich außerhalb der Kirche, unmittelbar vor dem Eingang. Hier ruht der letzte Namensträger der Familie von der Heyden. Die Tafel am Sockel eines kleinen Obelisken als Grabstein trägt den namen Clemens Wenzeslaus von der Heyden" mit dem Geburtstag 17. September 1774 und dem Todestag 30. Januar 1840. Clemens Wenzeslaus war unverheiratet und somit ohne direkten Erben. Er stiftete sein großes Vermögen von circa 700 Morgen Land und 40000 Gulden dem Kreis Bitburg zur Erziehung der Jugendlichen und Betreuung der Armen. Damit endete die Niederweiser Herrschaft, die Jahrhunderte hindurch einen so großen Einfluß auf unsere Heimat ausübte. Den Stürmen der Zeit aber trotzt bis heute die inmitten des Ortes auf den Trümmern älterer Anlagen im Jahre 1751 neu erbaute Burg Niederweis".

Einordnung

Kategorie:
Geschichte / Ortsname / Ortsgeschichte / Ohne
Zeit:
Undatiert
Epoche:
Undatiert

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.465807
lat: 49.87067
Lagequalität der Koordinaten: Ortslage
Flurname: Ortslage

Internet

http://de.wikipedia.org/wiki/Niederweis

Datenquelle

Homepage der Verbandsgemeinde Irrel, 2002.

Bildquellen

Stand

Letzte Bearbeitung: 14.04.2002

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