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Chronik der Gemeinde Menningen

Menningen, Gemeinde Menningen

Beschreibung

Zwischen Irreler Mühle und Minden liegt am linken Ufer der mit der Nims vereinigten Prüm das kleine Dorf Menningen. Dieser Ort hat, wie die meisten Dörfer unserer Verbandsgemeinde, eine lange geschichtliche Vergangenheit. Vierhundert Meter nordwestlich des Ortes, auf einem Südhang zur Prüm, fand man beim Bahnbau 1913 Wohngruben mit Hüttenlehm, Tierknochen und Keramik aus der Mittellatenezeit. Zahlreich sind auch die Funde aus der römischen Epoche. So wurden sowohl beim Bau des Bahnviaduktes als auch der Prümbrücke Mauerreste und ein römischer Kalkofen freigelegt. Auf Grund der vielen spätmittelalterlichen Funde wie Münzen, Tonröhren, Sandsteinquader usw. auf der Flur In den Hausterten" und südwestlich zum vorderen Essebach vermutete man, auch im Hinblick auf das Vorhandensein reichlicher Quellen, ein Herrenschloß (OK Steunhausen). Einen Hinweis auf dieses Schloß finden wir auch in der Eiflia illustrata. Hier heißt es wörtlich: Auch soll ehemals in Menningen ein Schloß gestanden haben, von welchem noch im Jahre 1784 Überreste sichtbar waren. Zum erstenmal tritt Menningen in einer Urkunde aus der Regierungszeit Karls des Großen auf (771 bis 814), aus der hervorgeht, daß Matheus und seine Gemahlin Hengela dem Kloster Echernach ein Feld schenkten zwischen Wis" (Niederweis), Dudlendorf und Mennengen (Menningen). Hierbei ist zu beachten, daß Dudlendorf" keineswegs unser heutiges Dudeldorf sein kann. J. Vanérus weist auf den Döllenberg" zwischen Niederweis und Irrel hin und vermutet einen ausgegangenen Ort. Der genannte Schenkungsakt ist uns im Liber aureus" von Echternach in Gotha erhalten. Eine andere Original - Urkunde vom Jahre 1156 erwähnt einen Walterus von Menninga" (Wampach I 2 Nr. 135undNr. 206). In ihm dürfte vielleicht der Herr" des obengenannten Menninger Schlosses zu erkennen sein. Um 1200 ist dann zu Menninge" ein Besitz der Maximiner beurkundet (MRUB II S. 466und471). Während des Mittelalters gehörte Menningen der Abtei Echternach, die hier ein größeres Hofgut besaß. Der Umfang dieses Hofgutes geht hervor aus einem Pachtvertrag vom November 1371, in dem der Echternacher Abt Wilhelm von Kerpen bestätigt, daß mit seiner Einwilligung der Echternacher Gefolgsmann Symon, Sohn Rodolfs, dem Henken von Menningen, Saras Sohn, alle im Vertrag aufgezählten Güter und Rechte zu Menningen gegen eine jährliche Pacht auf Weihnachten und zu Ostern überlassen hat. Die Aufzählung der Grundstücke erstreckte sich auf über 63 Äcker, Wiesen und Gärten, und die Rechte an weiteren Gütern und Zinsen waren erheblich. Der eigentliche Gutshof war das Scholtes Haus" (erbaut 1552, heutiger Besitzer Josef Honnef), am Bahnviadukt gelegen. Dazu gehörten sechs Vogteien, Hörige des Gutsherrn, und zwar waren dies die Häuser Burg, Boot, Greifen, Weides, Michels und Mathes. Bei der Aufzählung der Ländereien in der Urkunde von 1371 ist das Greifen-Haus bereits namentlich erwähnt. In dem Schriftstück werden drei Felder by Claisz Grifen huyss" (bei Haus Klaus Greifen) genannt. Nachdem der Echternacher Gefolgsmann Symon dem Henken von Menningen sein Lehnsgut daselbst im Jahre 1371 gegen eine jährliche Pacht überlassen hatte, vertauschte er dasselbe am 8. Januar 1378 gegen den Hof Rumersberg" in Irrel zugunsten Heinrichs von der Welscherfels. Wie wertvoll der Menninger Hof gewesen ist, geht daraus hervor, daß bei dem Tausch zwischen Symon und Heinrich von der Welscherfels letzterer noch 300 Golddukaten für den Menninger Hof hinzuzahlen mußte. Die Spuren der Vergangenheit sind in Menningen noch allenthalben sichtbar. Dies trifft vor allem zu, wenn man in das kleine Gotteshaus inmitten des Ortes eintritt. Das hochgotische Rippengewölbe des Chorraumes aus dem 14. Jahrhundert (um 1320) und ein frühbarocker Altar aus der Zeit um 1700 faszinieren ebenso wie die wertvolle Madonna, die wie das Rippengewölbe auch dem 14. Jahrhundert zugeschrieben wird. Während der älteste Teil des Gotteshauses, der Turm, noch aus der romanischen Epoche (um 1200) zu stammen scheint, ist das Schiff der Kirche neueren Datums. Die Kapelle zu Menningen war 1570 dem dem Täufer geweiht, hatte 1688 an jedem vierten Sonntag Gottesdienst, war mit Stroh gedeckt und galt schon damals als baufällig" (de Lorenzi S. 229). Nach einem Brand in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Schiff im Jahre 1842 neu aufgeführt und die Kirche unter den Schutz der heiligen Agatha gestellt. Während dieser Zeit gehörte Menningen mit acht weiteren Filialen zur GroßpfarreiSankt Peter und Paul in Echternach. Daher fand der Gottesdienst mit Predigt und Christenlehre nur alle vier Sonntage im Wechsel mit den Filialen Irrel, Minden und Steinheim statt. Heute ist Menningen nach Edingen eingepfarrt. In der Mitte des vorigen Jahrhunderts zählte der Ort 166 Einwohner. Bis heute ist die Zahl fast konstant geblieben. Die ruhige Lage im Prümtal, die waldreichen Hänge und die vielen Wandermöglichkeiten bieten den Sommergästen von Menningen einen angenehmen Ferienaufenthalt.

Einordnung

Kategorie:
Geschichte / Ortsname / Ortsgeschichte / Ohne
Zeit:
Undatiert
Epoche:
Undatiert

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.476403
lat: 49.839124
Lagequalität der Koordinaten: Ortslage
Flurname: Ortslage

Internet

http://de.wikipedia.org/wiki/Menningen_%28an_der_Pr%C3%BCm%29

Datenquelle

Homepage der Verbandsgemeinde Irrel, 2002.

Bildquellen

1 Bild: © Helge Rieder, Konz, 2000
2 Bild: © Helge Rieder, Konz, 2000

Stand

Letzte Bearbeitung: 14.04.2002

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